News

Nebenwirkung Fahruntüchtigkeit

Auch „harmlose“ Arzneien betroffen

Viele Arzneimittel beeinträchtigen die Verkehrstüchtigkeit, selbst vermeintlich harmlose Augentropfen oder Hustensäfte. Wie Arzneimittel-Anwender sicher ans Ziel kommen.

Unerwünschte Nebenwirkungen als Unfallgefahr

Etwa jedes fünfte Medikament kann die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Einige führen zum Beispiel zu Unaufmerksamkeit und einem verzögerten Reaktionsvermögen. Andere Arzneimittel binden im Gehirn dieselben Rezeptoren wie Alkohol oder stören das Urteilsvermögen. Zwar ist das Fahren unter Einfluss von Medikamenten nicht grundsätzlich verboten, im Falle eines Unfalls muss ein Fahrer jedoch mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Nicht nur Schlafmittel machen fahruntauglich

Die Liste der kritischen Arzneien ist lang. Nadja Dörr, Apothekerin bei der Barmer GEK, empfiehlt Patienten sich bei der Einnahme folgender Medikamente grundsätzlich über mögliche Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit zu informieren: 

  • Schmerz- und Erkältungsmittel
  • Medikamente gegen Fieber und Entzündungen
  • Schlaf- und Beruhigungsmittel
  • Allergiemittel
  • Pupillenerweiternde Augentropfen
  • Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen, Epilepsie und Bluthochdruck


Die Apothekerin ergänzt: „Manche Schlafmittel haben eine sehr lange Wirkdauer, so dass trotz frühzeitiger abendlicher Einnahme die Fahrtüchtigkeit am darauf folgenden Tag beeinträchtigt sein kann.“

Hinweise ernst nehmen

Wer sich über die Nebenwirkungen eines Medikaments informieren möchte, wirft am besten einen Blick auf den Beipackzettel. Oft weist auch die behandelnde Ärzt*in bereits bei der Verschreibung des Medikaments auf die Nebenwirkungen hin. Wer sich dennoch unsicher ist, fragt in der Apotheke nach. „Letztlich muss aber jeder selbst entscheiden, ob er sich fit genug fühlt, um Auto oder Motorrad zu fahren. Denn auch ohne einen speziellen Warnhinweis können Nebenwirkungen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit oder allergische Reaktionen die Verkehrstüchtigkeit stark einschränken“, rät Dörr.

Mögliche Wechselwirkungen beachten

Vorsicht ist geboten, wenn mehrere Medikamente gleichzeitig eingenommen werden. Dann verstärkt sich nämlich oft die Wirkung auf die Verkehrstüchtigkeit. Was viele nicht wissen: Das gilt auch für rezeptfreie Präparate, pflanzliche Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel. „Tabu sollte grundsätzlich der Genuss von Alkohol und die gleichzeitige Einnahme von Medikamenten sein“, warnt die Apothekerin. Ein Beratungsgespräch in der Apotheke hilft, Wechselwirkungen zu vermeiden.

Quelle: Barmer

| Von: Sandra Göbel Bildrechte:Andresr/Shutterstock

Haarseife & Co: Eine echte Alternative?

Haarpflege ohne Verpackung

Plastiksparen liegt im Trend – ist aber oft gar nicht so einfach. Zumindest bei der Haarpflege gibt es jetzt praktische Alternativen ohne Plastikverpackung: Haarseifen und feste Shampoos. Was steckt dahinter?

Feste Shampoos: Oft ergiebiger als flüssige Produkte

In den letzten Jahren sind feste Seifen in den Badezimmern immer seltener geworden. Ob zum Duschen, Haarewaschen oder Händesäubern – viele Verbraucher*innen greifen inzwischen lieber zu flüssigen Produkten in Plastikflaschen. Doch das könnte bald der Vergangenheit angehören, denn inzwischen erobern, zumindest bei der Haarpflege, wieder zunehmend feste Produkte die Regale. Auch die meisten Apotheken bieten inzwischen eine Auswahl an Haarseifen oder festen Shampoos an. Der Vorteil: Neben der umweltfreundlichen Verpackung sind die Produkte oft deutlich ergiebiger als ihre flüssigen Verwandten. Und auch zum Reisen sind feste Pflegeprodukte oft praktischer, weil sie ohne Mengenbeschränkung mit ins Handgepäck dürfen.

Haarseife und festes Shampoo – zwei unterschiedliche Produkte

Auch wenn die Ökobilanz der festen Produkte oft überzeugt – pflegen sie die Haare genauso gut wie herkömmliche Shampoos? Um das zu beurteilen, müssen Haarseifen und feste Shampoos getrennt betrachtet werden. Feste Shampoos sind im Prinzip nichts anderes als flüssige Shampoos, denen Feuchtigkeit entzogen wurde. Deswegen kommen sie auch ganz ohne Konservierungsstoffe aus. Weil der Trend aus der ökologischen Nische kommt, sind viele Produkte zudem vegan oder besonders umweltverträglich. Etwas komplizierter ist es bei Haarseifen. Denn bei diesen handelt es sich – wie der Name schon sagt – um echte Seifen. Hergestellt werden sie aus Fetten und Ölen, die mit Laugen verseift werden. Meistens bleiben bei diesem Prozess Fette zurück. Ist der Anteil hoch, sind die Produkte für fettiges Haar nicht geeignet.

Saure Rinse gegen strähnige Haare

Haarseifen haben zudem einen großen Nachteil: Kommen die Seifen mit kalkhaltigem Wasser in Kontakt, bilden die Fettsäuren Kalzium- und Magnesiumsalze. Diese sind nur schwer löslich und bleiben als Rückstände auf den Haaren zurück. Im Ergebnis sehen die Haare oft strähnig oder fettig aus. Um das zu verhindern, sollte man die Haare nach dem Waschen mit verdünntem Apfelessig oder Zitronensaft spülen. Zwei bis drei Esslöffel auf einen Liter Wasser genügen meist, damit die sogenannte saure Rinse die Rückstände entfernt.
Wer also wenig zusätzlichen Aufwand möchte, für den eignen sich wahrscheinlich feste Shampoos besser als die Haarseife. Übrigens: Inzwischen gibt es auch viele pflegende Spülungen in fester Form – ein Blick ins Regal lohnt sich also.

Quelle: PTA heute, Ausgabe 15&16, 2021.



| Von: Sara Steer Bildrechte:Anna Rogalska/Shutterstock.com

Weniger rauchen allein schützt nicht

Herzinfarkt und Schlaganfall

Rauchen schadet den Gefäßen und begünstigt Herzinfarkte und Schlaganfälle. Leider lässt sich dieses Risiko nicht durch bloßes „weniger Rauchen“ senken, wie eine aktuelle Studie zeigt. Für die Gefäße heißt es: Nur der komplette Rauchstopp nützt etwas.

900 000 Raucher*innen verfolgt

Raucher*innen droht nicht nur der Lungenkrebs. Das Qualmen begünstigt auch die Entwicklung der Arteriosklerose, und die hat bekanntermaßen eine Reihe von Folgeerkrankungen im Gepäck. Diese reichen von der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit bis zu Herzinfarkt und Schlaganfall.

Manch eine Raucher*in erhofft sich, das Herz-Kreislauf-Risiko durch Reduktion des Tabakkonsums zu senken. Ob das etwas bringt, war Thema einer koreanischen Studie. Darin wurde die gesundheitliche Entwicklung von fast 900 000 Raucher*innen im Alter von 40 Jahren über mehrere Jahre hinweg verfolgt.

Weniger Schlaganfälle bei Ex-Raucher*innen

21% von ihnen hatten innerhalb der ersten zwei Jahre dieser Zeitspanne mit dem Rauchen aufgehört, 19% immerhin die Anzahl der Zigaretten reduziert. Für die Ex-Raucher*innen zahlte sich das aus: Sie erlitten in den sechs Folgejahren signifikant seltener Schlaganfälle oder Herzinfarkte. Diejenigen, die ihren Zigarettenkonsum nur verringert hatten, schnitten dagegen nicht besser ab als diejenigen, die ganz „normal“ weiter geraucht hatten. Dabei war es völlig egal, ob sie 25% oder sogar nur halb so viel wie vorher geraucht hatten.

Weniger rauchen allein bringt nichts, um sich vor Schlaganfall und Herzinfarkt zu schützen, folgern die Studienautor*innen deshalb. Nur ein kompletter Rauchstopp senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – und natürlich auch das für Lungenkrebs.

Nikotinersatz und Tabletten helfen beim Rauchstopp

Eine Nikotinersatztherapie kann helfen, von der Zigarette loszukommen. Das über Pflaster, Lutschtabletten, Kaugummis oder Spray verabreichte Nikotin lindert die Entzugsbeschwerden in den ersten Wochen der Abstinenz. Die Präparate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Auch verschreibungspflichtige Wirkstoffe wie Bupropion und Vareniclin werden beim Rauchstopp eingesetzt. Beide wirken im Gehirn und können helfen, von der Tabaksucht loszukommen. Zu beachten sind allerdings Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Übelkeit und Schlafstörungen.

Hier gibt es Hilfe

Allgemeine Tipps und Informationen zum Rauchstopp bieten verschiedene Institutionen. Allen voran die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Dort gibt es auch eine individuelle telefonische Beratung, die nichts kostet. Unter www.rauchfrei-info.de können sich Aufhörwillige auch für ein Ausstiegsprogramm anmelden.

Quellen: Springer Medizin, BzG

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:wavebreakmedia/shutterstock.com

Noch viele essbare Pilze verstrahlt

Vorsicht beim Sammeln

Jetzt im Herbst machen sich wieder die fleißigen Pilzsammler*innen auf den Weg in den Wald. Doch Vorsicht, manchen Leckerbissen sollte man lieber stehen lassen. Denn einige Pilzarten weisen hohe radioaktive Cäsiumwerte auf, warnt das Bundesamt für Strahlenschutz.

Bayerischer Wald und Osnabrücker Land

35 Jahre ist es schon her, dass durch die Nuklearkatastrophe in Tschernobyl weite Teile Europas mit dem radioaktiven Cäsium-137 kontaminiert wurden. Besonders stark traf es die südosteuropäischen Länder, aber auch Deutschland bekam einen gehörigen Teil davon ab. Noch heute befindet sich das radioaktive Element in der Erde, vor allem in Waldböden. Von dort nehmen es Pflanzen und Pilze auf.

Wie stark ein Pilz belastet ist hängt von seiner Art und seinem Standort ab. Die höchsten Cäsiumwerte hat das Bundesamt für Strahlenschutz in Pilzen des Bayerischen Waldes gefunden. Neben dem südlichen Bayern sind in Deutschland außerdem das Osnabrücker Land und Gebiete entlang der Elbe und Leine von einer hohen radioaktiven Pilzbelastung betroffen.

Mit über 1000 Bc/kg belastet

Vereinzelt wurden in den Pilzproben über 4000 Becquerel (Bq) Cäsium-137 pro Kilogramm Pilzmasse gemessen (im Handel erlaubt sind nicht mehr als 600 Bq/kg). Mit über 1000 Bq/kg belastet sind Maronenröhrlinge, gelbstielige Trompetenpfifferlinge, Schnecklingsarten, Seidige Ritterlinge und Semmelstoppelpilze. Auch wenn diese lecker schmecken, sollten Pilzsammler*innen sie besser stehen lassen.

Andere heimische Wildpilze tragen weniger Radioaktivität in sich. Wer wissen möchte, wo genau die Belastungen in Deutschland am höchsten ist und welche Werte in den einzelnen Pilzarten gemessen wurden, schaut am besten in den Strahlenbericht des BfS.

Pilzmahlzeit entspricht Flug nach Gran Canaria

Dort macht das Bundesamt auch eine Beispielrechnung auf: Bei einer Mahlzeit mit 200 g Pilzen, die mit 3000 Bq/kg Cäsium-137 belastet sind, nimmt man 0,008 Millisievert auf. So hoch ist etwa die Strahlenbelastung, wenn man von Frankfurt nach Gran Canaria fliegt, erklärt das BfS.

Quelle: Pilzbericht des Bundesamtes für Strahlenschutz

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Volodymyr TVERDOKHLIB/shutterstock.com

Neurodermitis in der kalten Jahreszeit

Hochsaison für Kortison?

Personen mit Neurodermitis sehen dem Winter mit gemischten Gefühlen entgegen. Wenn die Temperaturen sinken, verstärken sich ihre Beschwerden. Glücklicherweise helfen statt Kortison oft schon einfache Cremes gut durch die kalte Jahreszeit.

Im Winter hat Neurodermitis Hochsaison

„Vor allem im Herbst kommt es zu Neurodermitis-Schüben, da die kühlen Außentemperaturen und die trockene Heizungsluft der Haut besonders zusetzen“, berichtet Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der Barmer GEK. Um die Entzündung zu lindern, greifen viele Betroffene zu freiverkäuflichen Kortisoncremes aus der Apotheke. „Kortison-Präparate sollten aber nur in Absprache mit dem Hautarzt eingesetzt werden“, warnt die Dermatologin.

Konsequente Pflege schützt vor akuten Schüben

Kortison-Präparate lindern die Entzündung im akuten Krankheitsstadium. Doch die vermeintlich „einfachen“ Cremes haben eine ebenso wichtige Aufgabe. Bei regelmäßiger Anwendung lindern sie die Beschwerden und vermindern die Anzahl der Krankheitsschübe. Dr. Petzold rät deshalb: Grundsätzlich sollte die Behandlung der Haut auch im entzündungsfreien Stadium fortgesetzt werden.“

Basispflege für Neurodermitiker*innen

Die ideale Basispflege für Neurodermitiker*innen ist frei von Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen. Zum Waschen eignen sich rückfettende Substanzen. Cremes mit Harnstoff speichern Feuchtigkeit. Präparate mit Nachtkerzenöl lindern Hautrötungen und wirken leicht antibakteriell. Auch Cremes mit hautähnlichen Fetten sind gut geeignet. Im Winter kommen fetthaltigere Varianten zum Einsatz als im Sommer.

Im Zweifelsfall den Arzt fragen

Bei schwereren Formen der Neurodermitis genügen einfache Cremes nicht. Deshalb ist vor dem Gang zum Kosmetikregal ein Besuch in der Arztpraxis angezeigt. „Der Hautarzt kann am besten abschätzen, ob die Neurodermitiker*in mit herkömmlichen Cremes behandelt werden kann oder ob verschreibungspflichtige Präparate mit entzündungshemmenden Wirkstoffen erforderlich sind“, betont Dr. Petzold.

Quelle: Barmer GEK

| Von: Susanne Schmid Bildrechte:goodluz/Shutterstock.com

Muskelschwund im Alter

Sarkopenie lässt sich vorbeugen

Dass die Muskelmasse und damit die Kraft im Alter nachlässt, ist kaum zu verhindern. Jedoch gibt es Möglichkeiten, diesen auch als Sarkopenie bekannten krankhaften Muskelschwund in Grenzen zu halten.

Proteinreiche Kost kann Sarkopenie verlangsamen

„Wir sprechen von Sarkopenie, wenn sowohl die Muskelmasse als auch die Muskelfunktion abnimmt“, erklärt Tommy Cederholm, Professor für Klinische Ernährung an der Universität Uppsala in Schweden. Befördert wird die altersbedingte Muskelabnahme durch wenig Bewegung, chronische Krankheiten und Mangelernährung. Die Folgen sind ernst zu nehmen: Betroffene riskieren gefährliche Stürze, werden zunehmend immobil und können ihren Alltag oft nicht mehr alleine bewältigen.
„Die Basis der Behandlung ist gezieltes Krafttraining, insbesondere für die größten Muskeln des Körpers“, betont Cederholm. „Der zweite Pfeiler ist eine Ernährungsumstellung.“ Da ältere Menschen weniger Energie verbrauchen, essen sie zumeist auch weniger. Da der Körper im Alter Proteine schlechter verarbeitet, müssten sie hiervon jedoch mehr zu sich nehmen, um den Muskelabbau zu begrenzen. Hingegen sollten Fett und Kohlenhydrate auf dem Speiseplan nur eine untergeordnete Rolle spielen. Auch Vitamin D könnte für die Muskelfunktion eine wichtige Rolle spielen.

Prävention soll Sarkopenie schon vor dem Alter verhindern

Zur erfolgreichen Therapie der Sarkopenie gehört für Cederholm auch die Prävention: „Wir müssen das Wissen aus der Geriatrie auch auf jenen Teil der Bevölkerung ausdehnen, der auf das Alter zugeht.“ Ein weiterer Behandlungsansatz könnte laut dem Experten in Nährstoff-Präparaten mit muskelaufbauenden Effekten liegen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V.

| Von: Leonard Olberts Bildrechte:Dmytro Zinkevych/Shutterstock.com

Nahrungsergänzung im Blick: Kreatin

Sinn oder Unsinn?

Lange war Kreatin unter Bodybuildern ein Geheimtipp für mehr Muskelmasse und Kraft. Mittlerweile setzten auch immer mehr Freizeitsportler*innen auf das Nahrungsergänzungsmittel – zu Recht?


Energielieferant für die Muskulatur

Egal ob 100 Meter sprinten, Gewichtheben oder kurz zum Bus spurten: Ohne Kreatin geht es nicht. Bei jeder Bewegung benötigt der Muskel nämlich Energie – und die erhält er von den zahlreichen Kreatin-Molekülen, die in jeder Muskelzelle vorkommen. Dabei ist Kreatin besonders für solche Bewegungen wichtig, bei denen in kurzer Zeit viel Kraft aufgebracht wird. Beim Ausdauersport, wie zum Beispiel beim Marathon, ist der Einfluss des Kreatins geringer.


Kein essenzieller Nährstoff


Anders als Vitamine oder Mineralstoffe ist Kreatin kein essenzieller Nährstoff. Das heißt, dass der Körper das Molekül selbst herstellt. Trotzdem nehmen wir Kreatin auch über die Nahrung auf. Dabei steckt es vor allem in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch und Fisch. Der Körper passt die eigene Produktion an die über die Nahrung aufgenommene Kreatin-Menge an. Wird viel Kreatin über die Nahrung zugeführt, drosselt der Körper also die Eigenproduktion. Entsprechend mehr produziert er bei Personen, die wenig Kreatin aufnehmen. Ein Kreatin-Mangel kommt deshalb bei gesunden Menschen nicht vor – auch wenn sie sich vegetarisch ernähren.


Energieschub für die Muskeln


Doch sind Nahrungsergänzungsmittel mit Kreatin überhaupt sinnvoll, wenn kein Mangel vorliegt? Ja – sagen Wissenschaftler*innen. Besonders bei Sportarten, bei denen in kurzer Zeit viel Kraft benötigt wird, steigern schon 3 Gramm Kreatin pro Tag die Leistung. Deshalb wird das Nahrungsergänzungsmittel mittlerweile sogar in der Therapie von Patient*innen mit Muskeldystrophien eingesetzt.

Bei der Kreatin-Aufnahme gilt jedoch: Viel hilft nicht immer viel. Bei einer Aufnahme von circa 20 Gramm pro Tag wird die überschüssige Menge nicht mehr in den Muskel eingelagert, sondern über den Urin wieder ausgeschieden. Der Effekt des Kreatins ist abhängig vom Alter, Trainingsstatus und der Sportart. Besonders wirksam ist Kreatin nur bei Schnellkrafttraining, wie Gewichtheben oder Sprinten. Doch Vorsicht: Das Nahrungsergänzungsmittel ersetzt auch nicht das regelmäßige Training, denn die Muskeln bauen sich nicht von allein auf. Das gilt besonders für Menschen über 55 Jahren: Sie sollten 3 Mal pro Woche ein Krafttraining in ihren Alltag einbauen.

Quellen: Verbraucherzentrale; Elmadfa und Leitzmann: Ernährung des Menschen, 6. Auflage, utb, 2019; EFSA; EU-Verordnung; Cochrane; International Society of Sports Nutrition

| Von: Marie Schläfer Bildrechte:alenvl/Shutterstock.com

So löscht man Sodbrennen

Saures Aufstoßen?

Sodbrennen kann ganz schön unangenehm sein – auch wenn die Ursachen meist harmlos sind. Zum Glück lässt sich das saure Aufstoßen mit Hausmitteln oder rezeptfreien Präparaten aus der Apotheke häufig gut lindern.

Magensaft auf Abwegen

Mit Sodbrennen hat fast jeder Erwachsene schon einmal Bekanntschaft gemacht. Das brennende Gefühl steigt von knapp unter dem Brustbein die Speiseröhre hinauf und ist oft von Aufstoßen und saurem Geschmack begleitet. Dahinter steckt saurer Magensaft, der in die Speiseröhre fließt und dort die Schleimhaut reizt. Normalerweise wird das Aufsteigen des sauren Verdauungssaftes von einem muskulären Verschlussmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre verhindert. Der kann allerdings durch vielerlei Faktoren gestört werden. Dazu gehören beispielsweise

  • Alkohol und Nikotin
  • Stress
  • üppige Mahlzeiten
  • bestimmte Speisen wie fettige Wurstprodukte oder Fastfood, Zitrusfrüchte, kohlensäurehaltige Getränke
  • hormonelle Veränderungen wie in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren • hoher Druck im Bauchraum durch starkes Übergewicht
  • zu eng sitzende Gürtel, Bücken mit vollem Magen.

Kartoffelwasser und Kaugummi

Genauso vielfältig wie die Gründe des Sodbrennens sind die Hausmittel dagegen. Oft hilft es schon, seine Ernährungsweise umzustellen. Das heißt z. B. kleinere Portionen zu essen, die Speisen, die Beschwerden auslösen, zu meiden und sich mit Alkohol und Nikotin zurückzuhalten. Tritt das Sodbrennen eher nachts auf, sollte man spät abends nichts mehr essen und mit leicht erhöhtem Oberkörper schlafen. Daneben gibt es aber auch traditionelle Hausmittel, die dem akuten Brennen ein Ende machen sollen:

  • Kaugummi kauen oder Bonbons lutschen. Dadurch wird die Speichelproduktion angeregt und mehr Speichel hinuntergeschluckt. Der verdünnt die Magensäure und macht sie weniger reizend, wenn sie in die Speiseröhre gelangt.
  • Stilles Wasser oder Kräutertee trinken. Auch damit wird die Magensäure verdünnt und weniger aggressiv.
  • Stärkehaltige Lebensmittel essen. Stärke bindet Säure im Magen und neutralisiert sie dadurch. Geeignet sind Bananen, Mandeln oder rohe Kartoffeln. Ein Geheimtipp ist selbstgemachter Kartoffelpresssaft aus dem Entsafter. Dieser muss allerdings sofort getrunken werden, weil er durch Reaktion mit dem Luftsauerstoff rasch an Wirkung verliert.
  • Natron einnehmen. Natron neutralisiert schnell und effektiv die unangenehme Säure im Magen. Allerdings ist es schwer zu dosieren, weshalb der Säuregehalt des Magensaftes zu stark sinken kann. Das erschwert wiederum die Verdauung – und kurbelt die Säureproduktion der Magenschleimhaut erneut an.

Häufig reichen Hausmittel alleine nicht aus, um das Sodbrennen zu löschen. Für kurzzeitige Selbstmedikation sind in der Apotheke rezeptfreie Präparate gegen das saure Aufstoßen erhältlich. Dazu gehören Antazida, die die Magensäure binden oder neutralisieren und Alginate, die sich schützend auf die Schleimhaut legen. Es gibt sie als Kautabletten, Suspensionen zum Einnehmen oder Tabletten. Welche jeweils am besten geeignet sind weiß die Apotheker*in.

Steckt doch eine Krankheit dahinter?

Wer allerdings nicht hin und wieder, sondern regelmäßig an Sodbrennen leidet, tut gut daran, dies in der Arztpraxis abklären zu lassen. Denn manchmal stecken auch ernstere Ursachen dahinter, wie beispielsweise die gastroösophageale Refluxkrankheit, Entzündungen der Speiseröhre, ein Zwerchfellbruch oder ein Reizmagen. Hier heißt es, die Grunderkrankung zu behandeln und das Sodbrennen mit Säureblockern (Protonenpumpenhemmern, auch PPI genannt) abzustellen. Das ist auch als Vorbeugung wichtig: Denn wenn Magensäure über lange Zeit immer wieder in die Speiseröhre gelangt, können schwere Schleimhautschäden bis hin zu Krebs entstehen.

Quelle: ptaheute

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Dragana Gordic/shutterstock.com

Neue Handys stören Schrittmacher

Starke Magnete

Wer einen Herzschrittmacher trägt, sollte mit Handys und Smartwatches vorsichtig sein. Vor allem die neuen Modelle haben oft so starke Magnete, dass sie die Implantate stören und gefährliche Rhythmusstörungen auslösen können.

Drahtloses Laden braucht Power-Magnete

Handys, Fitnesstracker und Smartwatches enthalten häufig Komponenten, die magnetische Felder bilden. Vor allem um das drahtlose Laden zu ermöglichen, haben neue Geräte besonders starke Magnete eingebaut. Und die führen zu Interferenzen mit medizinischen Apparaten.

So gelang esForscher*innen schon Anfang 2021, mit einem Iphone 12 einen eingepflanzten Kardioverter-Defibillator stillzulegen. Dazu genügte es, das Handy in die Nähe des linken Brustbereichs ihres Patienten halten. Weitere Experimente bestätigten dieses Phänomen. So erzeugen Iphone 12 und Apple Watch 6 in einem Abstand von 1 cm ein statisches Magnetfeld von über 10 G. Mit dieser magnetischen Flussdichte können sie die in Herzschrittmachern und Defibrillatoren eingebauten Magnete aktivieren und die Funktion der Geräte stören, was im schlimmsten Fall zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen führt.

Mindestens 15 cm Abstand halten

Um solche Effekte zu vermeiden, heißt es Abstand halten. Träger*innen von Herzschrittmachern oder Kardioverter-Defibrillatoren sollten ihre modernen Handys nicht in Taschen stecken, die über dem eingepflanzten Gerät liegen. Allgemein werden als Mindestabstand zwischen eingepflanzten Geräten und den magnetstarken Handys und Smartwatches 15 cm empfohlen. Beim kabellosen Laden sollten sich Schrittmacherträger*innen sicherheitshalber 30 cm oder mehr von der Station entfernt halten. Infos zu den betroffenen Apple-Produkten und eine Liste der Apple-Geräte, in denen Magnete verbaut sind, findet man auf der Apple-Support-Seite.

Quelle: Apple, SpringerMedizin

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Piyoros C/shutterstock.com

Was macht die Pille für den Mann?

Empfängnisverhütung

Bei der Empfängnisverhütung sind auch die Männer gefragt. Doch Kondome mag nicht jeder, und auch die Durchtrennung der Samenleiter ist nicht Jedermanns Sache. Da liegt der Gedanke an eine Pille für den Mann nicht fern. Doch wie weit ist die Forschung tatsächlich?

Depression und Gewalt gegen Frauen

Immer wieder wurde in den vergangenen Jahrzehnten die Erfolgsmeldung lanciert, die „Pille für den Mann“ sei kurz vor dem Durchbruch. Doch leider sieht es nicht danach aus, berichtet der Androloge und Reproduktionsmediziner Michael Zitzmann. Die hormonelle Verhütung durch den Mann ist zwar weiterhin Gegenstand intensiver Forschung. Eine Prognose, wann es soweit ist, mag der Androloge jedoch nicht abgeben.

In den bisherigen Studien wurden die empfängnisverhütenden Hormone vor allem über regelmäßige intramuskuläre Spritzen verabreicht. Bei einer weltweit durchgeführten WHO-Studie kombinierten die Forscher langwirksames Testosteron mit dem Gestagen Norethisteron und spritzten es alle 8 Wochen. Etwa 10% der Männer entwickelten allerdings so schwere Nebenwirkungen, dass die Studie abgebrochen wurde. Dazu zählten schwere Depressionen, eine gesteigerte Libido und eine erhöhte Gewaltbereitschaft gegen Frauen.

Einmal täglich schmieren?

Hoffnung auf ein „einfache“ hormonelle Verhütung für den Mann macht ein anderer Kandidat. Dabei handelt es sich um ein Gel aus Testosteron und dem Gestagen Nestoron, das täglich aufgetragen wird. Bisher haben sich in klinischen Studien keine schweren Nebenwirkungen gezeigt. Andere Forscher*innen arbeiten an oralen Androgen-ähnlichen Substanzen, die zusätzlich an Gestagen-Rezeptoren binden. Dritte Variante ist ein Wirkstoff, der die Ausschüttung von LH und FSH aus der Hypophyse unterdrückt und dadurch die Spermienproduktion reduziert.

Press-Unterhose und Samenleiter-Ventil

Geforscht wird auch an nichthormonellen Methoden. In Frankreich gibt es einen Slip, mit dem die Hoden in den Leistenkanal gedrückt und dadurch so stark aufgeheizt werden, dass sie ihre Produktion einstellen. In der Schweiz wurde ein Ventil für den Samenleiter entwickelt, das mit der Hand verschlossen und geöffnet werden kann. In Indien will man den Samenleiter mit einem Kunststoffgel verstopfen und in Australien arbeiten Forscher*innen fieberhaft an einem Wirkstoff, der den Spermientransport bei der Ejakulation verhindert. Alles interessante Ansätze, meint Zitzmann, aber alle noch nicht klinisch geprüft und von einem allgemeinen Einsatz weit entfernt.

Quelle: Ärztezeitung

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:wavebreakmedia/Shutterstock.com

Zink gegen Erkältungen

Krankheitsdauer verkürzen

In der Winterzeit bleibt kaum jemand von Erkältungen verschont. Auch wenn die meisten Infekte harmlos sind, machen sie den Alltag oft beschwerlich. Richtig angewendet hilft Zink, Symptome abzuschwächen und schneller wieder fit zu werden.

Akut auch als Lutschtablette

Zink übernimmt eine zentrale Rolle bei vielen Funktionen des Körpers – besonders wichtig ist das Spurenelement für ein funktionierendes Immunsystem. Auch wer prinzipiell ausreichend mit Zink versorgt ist, kann bei einem akuten Infekt von der Einnahme profitieren. Die meisten Erkältungen werden nämlich zunächst durch Viren verursacht. Genau hier setzt Zink an: es wirkt antiviral, in dem es beispielsweise die Vermehrung der Krankheitserreger hemmt. Entscheidend für die Wirkung ist, dass das Spurenelement richtig eingenommen wird. Besonders gut hilft es, wenn es innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Auftreten der Symptome eingesetzt wird. Empfohlen wird eine Menge von mindestens 75 Milligramm pro Tag in Form von Lutsch- oder Brausetabletten. In dieser Form wirkt Zink auch bei Infektionen im Rachenraum, etwa bei Halsschmerzen, besonders effektiv.

Sich über Nebenwirkungen informieren

Wer ausschließen will, dass unter der Einnahme Nebenwirkungen wie Durchfall auftreten, sollte sich am besten beim Kauf gut beraten lassen. Dosen über 100 Milligramm pro Tag verbessern die Wirkung nicht, werden aber schlechter vertragen. Bei längerer Einnahme ist schlimmstenfalls auch ein Kupfermangel möglich.

Quelle: PTA heute, November 2018, Ausgabe 21

| Von: Sara Steer Bildrechte:milaphotos/Shutterstock.com

Was hilft gegen Nägelkauen?

Von Handschuhen bis Bitterstoffe

Manche Kinder machen es aus Langeweile, andere, wenn sie gestresst sind: Nägelkauen. Die Folge sind unschön abgeknabberte Nägel – aber auch gesundheitliche Probleme wie Infektionen der Haut oder überbeanspruchte Zahnwurzeln. Diese Tipps helfen, die schlechte Angewohnheit in den Griff zu bekommen.

Knabbern bis auf Blut

Nägelkauen ist wie Daumenlutschen und Nasebohren eine Verhaltensstörung, unter der vor allem (aber nicht nur!) Kinder zwischen 4 und 6 Jahren leiden. Oft tritt das Knabbern in speziellen Situationen auf, z. B. bei Langeweile, beim Lösen komplizierter Aufgaben oder in Stresssituationen. Manchmal ist das Nägelkauen auch ein Hinweis auf ernstzunehmende psychische Belastungen, beispielsweise Mobbing in der Schule oder Konflikte im Elternhaus. Problematisch wird das Nägelkauen vor allem dann, wenn es sich nach einiger Zeit nicht von allein wieder gibt oder die Kinder sich die Nägel bis zum Bluten abbeißen.

Schlecht für Haut und Zähne

Gesundheitlich kann zwanghaftes Nägelkauen in mehrfacher Hinsicht schaden. Oft nimmt das Gewebe um den Nagel Schaden und entzündet sich schmerzhaft. Sind die Verletzungen tief, bleiben Narben zurück oder es kommt zu hängenden Nägeln. Durch das ständige Knabbern auf harter Substanz leiden auch Zahnwurzeln, Kiefergelenke und Zahnfleisch. Nicht zuletzt sind betroffene Kinder besonders anfällig für Madenwurmerkrankungen, weil sich die infektiösen Eier der Würmer oft unter den Fingernägeln verstecken und beim Nägelkauen mit geschluckt werden.

Auf keinen Fall Schimpfen

Wer seinem Kind helfen möchte, sich das Nägelkauen wieder abzugewöhnen, sollte vor allem eines nicht tun: Schimpfen oder Bestrafen. Denn der dadurch entstehende Stress verschlimmert das Nägelkauen meist noch zusätzlich. Bewährt haben sich stattdessen:

  • Dem Kind erklären, warum das Nägelkauen ungesund ist und sich gemeinsam Maßnahmen gegen die schlechte Angewohnheit überlegen.
  • Nägel regelmäßig schneiden oder feilen, weil kurze Nägel weniger zum Knabbern verleiten.
  • Anti-Knabber-Präparate auf die Nägel auftragen. Rezeptfreie Produkte aus der Apotheke enthalten Bitterstoffe wie Sucrose oder Denatonium, zusätzlich manchmal auch scharfe Komponenten wie Cayennepfeffer.Nägel mit Pflastern oder Tapes abdecken.
  • Alternative Strategien zum Stressabbau überlegen, z. B. das Drücken eines Knautschballs.
  • Nägel schön lackieren, weil die Hemmschwelle dann größer ist, die Nägel zu zerstören.

Wenn keiner der Tricks funktioniert, hilft es manchmal, Schritt-für-Schritt vorzugehen. Das heißt, dass man erst einen Finger knabberfrei hält und dann nach und nach immer weitere Finger hinzunimmt.

Quellen: Deutsche ApothekerZeitung, Nr. 37, 2021


| Von: Sara Steer Bildrechte:Maria Symchych/Shutterstock.de

Was bringt die Kniespritze?

Quälende Arthrose

Wenn bei der Kniearthrose Schmerzmittel nicht mehr ausreichen, empfehlen Orthopäd*innen oft die Injektion von Entzündungshemmern oder Hyaluronsäure ins Kniegelenk. Doch welcher Wirkstoff hilft am besten?

Gelenkspritze kann Arthose nicht heilen

Eine fortschreitende Kniegelenksarthrose lässt sich auch mit Gelenkspritzen nicht heilen, das ist klar. Doch bei starken Beschwerden kann man damit oft die drohende Gelenkoperation hinausschieben. Zum Einsatz kommen verschiedene Wirkstoffe. Wie gut Kortison, Hyaluronsäure, Plättchen-reiches Plasma (PRP, auch Thrombozyten-reiches Plasma) oder Wachstumsfaktoren-reiches Plasma (PRGF) im Vergleich zu Placebos helfen, wurde nun anhand einer Analyse von 23 Studien mit 4606 Arthrosepatient*innen nachgegangen. Von besonderem Interesse für die Forscher*innen war, wie gut die Wirkstoffe die Beschwerden auch nach sechs Monaten noch besserten.

Plättchen-reiches Plasma vor Hyaluronsäure

Sechs Monate nach der Injektion besserten sowohl Hyaluronsäure als auch PRP und PRGF Schmerz und Funktion. Am erfolgreichsten schnitt PRP ab, danach folgten PRGF und Hyaluronsäure. Problematisch beim PRP ist allerdings die Zusammensetzung des Wirkstoffs: Diese unterscheidet sich häufig, so dass unterschiedliche Präparate auch unterschiedlich gut wirken. So sollen z. B. Formulierungen mit wenig weißen Blutkörperchen eine bessere Wirkung erzielen als solche mit hohem Anteil. Um klarere Ergebnisse zu bekommen, sind nun Untersuchungen mit standardisiertem PRP erforderlich, also einem PRP in immer gleicher Zusammensetzung.

Kortison bringt langfristig nichts

Im Gegensatz zu den anderen drei Wirkstoffen war Kortison nach sechs Monaten nicht effektiver als Placebo. Eine positive Langzeitwirkung der Kortisonspritze bleibt auch durch diese Untersuchung fraglich, betonen die Studienautor*innen. Dies ist ein weiterer Grund, warum Kortisonspritzen ins Gelenk umstritten sind. Ein anderer sind ihre unerwünschten Wirkungen: Denn auch wenn Kortison akut Entzündung und Schmerz im Arthoseknie eindämmen, so schaden sie doch dem bei Arthrose ohnehin angegriffenen Gelenkknorpel.

Quelle: SpringerMedizin

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Syda Productions/shutterstock.com

Mit Pumuckl gegen Coronastress

Wütend, müde, traurig

Die Coronapandemie ist für Kinder besonders schlimm. Unsicherheit und Ängste bestimmen ihr Leben, viele entwickeln psychische Probleme. Jetzt hilft ihnen der Pumuckl, besser mit Stress, Wut im Bauch und Traurigkeit klarzukommen.

Kinder werden depressiv

Auch wenn sich die Lage inzwischen etwas entspannt hat – die Pandemie ist noch nicht vorbei. Expert*innen warnen schon vor einer vierten Welle, und in vielen Bereichen des täglichen Lebens gibt es noch immer Einschränkungen. Besonders stark spüren das die Kinder. Mit psychischen Folgen: Kinderärzt*innen berichten, dass immer mehr Jungen und Mädchen depressive Verstimmungen oder Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

Magazin für Kinder, Booklet für Eltern

Damit die Kinder besser mit dem Pandemiestress zurechtkommen, hat das Bayerische Gesundheitsministerium eine Kampagne gestartet und den Pumuckl hervorgezaubert. Der beliebte rothaarige Kobold, bekannt aus Kinderbüchern und TV-Serien, steht jetzt ganz im Dienst der Coronabewältigung. In einem von Psycholog*innen und Ärzt*innen erarbeitetem Magazin beschreibt er, wo Gefühle herkommen und wie man mit Traurigkeit oder Wut besser umgeht. Es kommen Kinder zu Wort, die berichten, was sie tun, wenn sie heftige Gefühle haben.

Das Magazin gibt es in zwei Versionen, einmal auf ältere Kinder zugeschnitten und einmal auf die Kleinen. Ein extra Booklet mit Informationen und Hilfsangeboten ist für die Eltern gedacht.

In vielen Sprachen erhältlich

Heft und Booklet sind in verschiedenen Sprachen erhältlich (Deutsch, Arabisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch und Türkisch). In Bayern bekommt man das Pumuckl-Heft kostenlos in Apotheken und bei Kinderärzt*innen. Wer will, kann sich ein Exemplar auch per Post schicken lassen oder direkt im Internet herunterladen (www.muckl-mag.de).

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:L Julia/shutterstock.com

Arzneitees für die Frau

Wundermittel aus Hausapotheke?

Bei Menstruationsbeschwerden bieten Heilpflanzentees eine sanfte Hilfe. Auch die Geburtsrückbildung lässt sich durch Arzneitees unterstützen. Doch was gehört in eine solche Teemischung hinein und wie lange kann Frau den Tee verwenden? Ein Überblick.

Hochwertiger Tee wirkt besser

Frauen können sich Tees in der Apotheke mischen lassen. Der Vorteil gegenüber Drogerieprodukten: In der Apotheke werden die Rezepturen aus hochwertigen Arzneipflanzen hergestellt, die nach den Vorschriften des Deutschen Arzneibuches (DAB) ohne Rückstände angebaut, schonend geerntet und gelagert wurden. Dies gewährleistet eine hohe Qualität und einen hohen Wirkstoffgehalt. Die Tees wirken dadurch besonders gut. Es empfiehlt sich, die Teemischungen zu Hause dunkel und trocken aufzubewahren und innerhalb weniger Wochen aufzubrauchen.

Für eine Tasse Tee genüht bereits ein gehäufter Teelöffel pro Tasse. Die Kräuter werden mit kochendem Wasser aufgegossen und müssen sieben Minuten ziehen. Ein kleiner Deckel auf der Tasse verhindert dabei, dass die ätherischen Öle verdunsten. Selbstverständlich müssen die Tees nicht sofort getrunken werden. Nachdem sie abgekühlt sind, sollten sie jedoch zügig getrunken werden, da sich sonst einige Wirkstoffe abbauen.

Starke Menstruationsblutung

•    Hirtentäschel 30 g
•    Schafgarbe 30 g
•    Gänsefinger 20 g
•    Frauenmantel 20 g

Anfangs wird der Tee am besten täglich getrunken. Nach zwei Monaten reicht es aber aus, den Tee nur noch bei Bedarf einzusetzen. 

Hinweis: Frauen mit straken Blutungen leiden häufig unter einem Eisenmangel. Betroffene Frauen sollten deshalb ihre Eisenwerte bei der Hausärzt*in überprüfen lassen. Aus einem Eisenmangel kann sich eine Blutarmut entwickelt. Um dieser vorzubeugen, empfiehlt sich bei Eisenmangel häufig die Einnahme eines Eisenpräparates.

Schmerzhafte Menstruationsblutung

•    Damiana 40 g
•    Frauenmantel 20 g
•    Schafgarbe 20 g
•    Melisse, Kamille oder Pfefferminze 20 g

Je nach Geschmack kann die Frau zwischen Melisse, Kamille oder Pfefferminze wählen. Auch dieser Tee wird in den ersten zwei Monaten am besten täglich getrunken. Danach genügt es, den Tee nur bei Symptomen zu verwenden.

Rückbildung nach der Geburt oder für die Zeit nach Operationen

•    Hirtentäschel 30 g
•    Schafgarbe 30 g
•    Frauenmantel 30 g
•    Melisse 10 g

Der Tee wird etwa zwei bis vier Wochen getrunken, bis der Wochenfluss aufgehört hat.

Hinweis: Die Rückbildung nach einer Geburt, die Heilung nach einer Fehlgeburt oder auch einer gynäkologischen Operation brauchen ihre Zeit. Leider gibt es keine Möglichkeit, die Zeit zu verkürzen. Einige Stressoren verlängern den Heilungsprozess jedoch unnötig. Dazu gehört zum Beispiel eine rasche Rückkehr in den Alltag. Auch hohe körperliche Belastung, zu viel Kaffee, Alkohol oder Nikotin setzen dem Körper zu. Betroffene Frauen sollten diese Faktoren vorübergehend meiden.

Kein Allheilmittel

Arzneitees sind jedoch kein Allheilmittel. „Pflanzliche Heiltees können die Behandlung in der frauenärztlichen Praxis nicht ersetzen", erläutert die Kieler Frauenärztin Dr. med. Dorothee Struck. „Aber sie können den Körper und auch die Seele dabei unterstützen, ins Gleichgewicht zu kommen und dienen damit als fein gestimmte Instrumente in der Hausapotheke jeder Frau."

Quelle: Frauenärzte im Netz

| Von: Sandra Göbel Bildrechte:wavebreakmedia/Shutterstock

Nasenspray nicht zu häufig nehmen

Gewöhnungseffekt vermeiden

Einer verstopften Nase rücken Schnupfen-Geplagte oft mit einem abschwellenden Nasenspray zu Leibe. Dadurch können sich die Beschwerden jedoch noch verschlimmern. Was es bei der Anwendung zu beachten gibt.

Abschwellende Nasensprays wirken schnell – aber nur kurz

Fast jede Erkältung wird von einer Entzündung der Nasenschleimhäute begleitet. Um wieder frei durchzuatmen, bieten sich abschwellende Nasensprays an: Sie verengen die Gefäße in der Schleimhaut, wodurch sie weniger durchblutet wird und abschwillt. Problem gelöst?
Vor allem Nasensprays mit chemischen Wirkstoffen wirken für gewöhnlich sehr schnell – aber auch nicht besonders lang. Schon nach wenigen Stunden schwellen die Schleimhäute erneut an, manchmal sogar stärker als zuvor. Bei längerer Anwendung droht gar ein Gewöhnungseffekt: Das Anschwellen ist dann keine Reaktion mehr auf die Schleimhautentzündung, sondern auf das Nachlassen des abschwellenden Wirkstoffs. Die verstopfte Nase besteht schlimmstenfalls fort, wenn der Schnupfen überwunden ist.

Anwendung nur dreimal täglich und nicht länger als eine Woche

Dieser Gewöhnungseffekt lässt sich jedoch umgehen: zum Beispiel, indem Nasensprays mit abschwellenden Wirkstoffen nur vor dem Zubettgehen angewendet werden. Tagsüber sorgen Sprays aus Salzlösung für eine leichte Linderung, ohne dass es zu einer Gewöhnung der Schleimhäute kommt. Abschwellende Nasensprays sollten nur dreimal am Tag und nicht länger als fünf bis sieben Tage angewendet werden. Hält der Schnupfen dann immer noch an, empfiehlt es sich, die Hausärzt*in aufzusuchen.

Quelle: Barmer über die Sucht nach Nasenspray und Tipps zur Entwöhnung

| Von: Leonard Olberts Bildrechte:Alliance Images/Shutterstock.com

Nahrungsergänzung im Blick:Thiamin

Sinn oder Unsinn?

Thiamin, auch Vitamin B1 genannt, ist ein wahrer Alleskönner: Es sorgt dafür, dass das Nervensystem, der Energiestoffwechsel und auch das Herz fehlerfrei funktionieren. Doch was ist nötig, um die Versorgung mit dem wichtigen Vitamin sicherzustellen?

In fast allen Lebensmittel enthalten

Thiamin gehört zu den Vitaminen, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Stattdessen wird es mit der Nahrung aufgenommen. Glücklicherweise ist Thiamin in fast allen Nahrungsmitteln enthalten. Um eine ausreichende Thiamin-Aufnahme müssen sich deshalb nur die wenigsten Menschen sorgen machen. Besonders viel ist in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten oder auch mageren Schweinefleisch zu finden.

Vorsicht bei hohem Alkoholkonsum

Anders sieht es bei Menschen mit hohem Alkoholkonsum, Mangelernährung oder chronischen Magen-Darm-Erkrankungen aus. Weil sie oft weniger Thiamin über die Nahrung aufnehmen und es schlechter verwerten können, sind sie häufig von einem Thiamin-Mangel betroffen. Betroffene bemerken zunächst nur Müdigkeit und Kopfschmerzen. Bei einem sehr ausgeprägten Mangel kommt es zu der Beriberi-Krankheit, bei der das Herz und das Nervensystem geschädigt werden. Die Folge sind Atemnot, Herzklopfen, Muskelschwäche, Verwirrung und Psychosen.

Nahrungsergänzungsmittel nur in Ausnahmefällen

Wer an diesen Symptomen leidet, sollte dringend die Hausärzt*in um Rat fragen. Um den Mangel auszugleichen, ist dann ein Nahrungsergänzungsmittel mit Thiamin sinnvoll. Für Gesunde hat die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Thiamin nach bisherigem Wissensstand jedoch keine Vorteile. Die überschüssige Menge wird entweder gar nicht aus dem Darm aufgenommen oder über den Urin wieder ausgeschieden.

In einigen Studien wurden Hinweise gefunden, dass Thiamin bei Diabetes mellitus oder Alzheimer hilft. Ob das jedoch tatsächlich der Fall ist, muss von Wissenschaftler*innen noch untersucht werden. Aktuell wird der Einsatz des Nahrungsergänzungsmitteln bei diesen Erkrankungen deshalb nicht empfohlen.

Quellen: Verbraucherzentrale; Elmadfa und Leitzmann: Ernährung des Menschen, 6. Auflage, utb, 2019; DGE FAQ und Referenzwerte

| Von: Marie Schläfer Bildrechte:Tatjana Baibakova/Shutterstock.com

Fieberthermometer unter der Lupe

Was misst am besten?

Fieber lässt sich heute auf vielerlei Arten messen: Im Ohr, an der Stirn, im Po oder im Mund – und sogar ganz kontaktlos. Ob eine Methode besser ist als andere und welche Thermometer am zuverlässigsten messen, hat nun Stiftung Warentest geprüft.

20 Thermometer im Praxistest

Acht digitale Stabthermometer, sechs Ohr- bzw. kombinierte Ohr-Stirn-Thermometer und sechs kontaktlose Infrarotmodelle hat Stiftung Warentest unter die Lupe genommen. Weil den Prüfer*innen die Handhabung und die Messgenauigkeit unter normalen Alltagsbedingungen wichtig war, ließen sie mit jedem Thermometer verschiedene Vergleichsmessungen durchführen. So maßen zehn Erwachsene sowohl ihre eigene Körpertemperatur als auch die von zehn Kindern. Zur Kontrolle bestimmten zusätzlich noch Fachkräfte die Temperaturen mit den Testthermometern.

Stabthermometer: einfach, billig, gut

Mit den Stabthermometern wurde im Mund gemessen. In puncto Messgenauigkeit und Handhabung bekamen alle ein „sehr gut“ oder „gut“. Neben der Messgenauigkeit gibt es weitere Vorteile: Stabthermometer sind leicht zu reinigen und günstig. Ein gutes Fieberthermometer gibt es laut Stiftung Warentest schon für 6 Euro. Einen kleinen Malus haben einige Stabthermometer trotzdem: Sie enthalten allergieauslösendes Nickel in der Messspitze. Auf Nachforschung von Stiftung Warentest können Expert*innen jedoch entwarnen. Die Kontaktzeit mit der Messspitze sei selbst für Nickelallergiker*innen zu kurz, um gesundheitsgefährdend zu sein.

Ohrthermometer: schneller, aber teurer

Ohr- und Stirnthermometer zeigen das Messergebnis schneller als die Stabthermomter (2 bis 4 Sekunden vs. 15 Sekunden). Dafür sind gute Messgeräte mit mindesten 26 Euro Kosten deutlich teurer. Was Handhabung und Messgenauigkeit betrifft, unterscheiden sich die getesteten Geräte. Thermoscan 6 von Braun bekam ein „gut“ in Handhabung und Messgenauigkeit. Andere Geräte lieferten widersprüchliche Ergebnisse in den Vergleichstests. Auch zwei Kombigeräte für Stirn und Ohr bewertete Stiftung Warentest im Gesamturteil mit „gut“ (Medisana und Reer). Bei anderen ließ sich dagegen die Messgenauigkeit nicht bestimmen.

Kontaktlos häufig ungenauer

Kontaktlose Thermometer messen die ausgestrahlte Infrarotstrahlung an der Stirn ohne direkt auf die Haut aufgesetzt zu werden. Sie schnitten im Durchschnitt schlechter ab als die Stabthermometer oder Ohr/Stirnthermometer. Nur ein Gerät erhielt bei Messgenauigkeit und Handhabung in der Praxis ein „gut“ (Easypix-Thermogun). Die anderen getesteten Kontaktlosen wurden nur als „befriedigend“ oder „ausreichend“ bewertet.

Messfehler vermeiden!

Das beste Thermometer bringt jedoch wenig, wenn es falsch angewendet wird. Deshalb ist für jedes Gerät die Gebrauchsanweisung gründlich zu studieren. Zusätzlich gibt Stiftung Warentest diese Tipps fürs Messen:

  • Akklimatisieren! Nach anstrengendem Sport oder Aufenthalt in der Kälte vor dem Messen eine halbe Stunde bei Raumtemperatur akklimatisieren.
  • Messen im Po. Goldstandard für die Messung mit dem Stabthermometer ist die Messung im Po. Dafür sollte die Thermometerspitze mit einer fetthaltigen Creme bestrichen und etwa ein bis zwei Zentimeter eingeführt werden. Danach Hände und Thermometer gründlich mit einem Desinfektionsmittel reinigen.
  • Messen im Mund. Wird im Mund gemessen, ist darauf zu achten, dass das Thermometer hinten unter der Zunge positioniert wird. Damit die Temperatur stimmt, ist es wichtig, vorher nichts Kaltes oder Warmes zu essen.
  • Messen im Ohr. Für genaue Messwerte muss der Sensor die Wärmestrahlen des Trommelfells auffangen. Dafür muss der Gehörgang etwas „begradigt“ werden. Das lässt sich erreichen, indem man das Ohr leicht nach hinten oben zieht und dann den Sensor in den Gehörgang schiebt.
  • Messen an der Stirn. Ob kontaktlos oder mit Stirnthermometer, die Stirn muss für die Messung sauber und trocken sein. Schweiß und Schmutz beeinflussen die Infrarotstrahlung und damit das Messergebnis. Ein Stirnthermometer wird für die Messung direkt auf die Haut aufgelegt, kontaktlose Geräte mit einem Abstand von etwa 2 bis 3 Zentimeter entfernt gehalten.

Quellen: Stiftung Warentest, ptaheute

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Aleksandra Suzi/shutterstock.com

Tipps für wunde Coronatest-Nasen

Gestresste Schleimhaut

Vor allem für Nichtgeimpfte wird das Coronatesten so schnell nicht vorbei sein. Doch der häufige Abstrich strapaziert die Nase. Hier gibt es Tipps, wie man gestresste Nasenschleimhäute besänftigt und die Nase beim Testen schont.

Kleineres Nasenloch wählen!

Um ein vernünftiges Testergebnis zu bekommen, muss man die Nasenschleimhaut korrekt abstreichen. Und das heißt: tief genug und lang genug. Dass das bei manchen Nasen zu Wundsein und Entzündungen führt, sieht der HNO-Arzt Bernhard Junge-Hülsing jeden Tag in seiner Praxis.

Für diejenigen, bei denen die Prozedur richtig schmerzhaft ist, hat er einen Tipp: Zur HNO-Ärzt*in gehen und sich in die Nase schauen lassen. Denn ist das Abstreichen sehr unangenehm, kann eine verkrümmte Nasenscheidewand dahinterstecken. Ist das so, sollte man immer die größere Seite wählen, also diejenige, in deren Richtung sich die Trennwand nicht verbiegt.

Meist ist das die Seite, deren Nasenloch kleiner ist. Auch ohne den Gang zur HNO-Ärzt*in ist es einen Versuch wert, am kleineren Nasenloch zu testen.Für Allergiker hat Junge-Hülsing einen weiteren Rat: Die Allergie konsequent mit den verordneten Präparaten (z. B. Kortisonspray, orale Antihistaminika) behandeln, um die Nase nicht zusätzlich zu stressen.

Nasensalbe nur ohne ätherische Öle

Ist die Nasenschleimhaut erst einmal wund, helfen Nasensalben und Nasenöle. Die sollten allerdings frei von ätherischen Ölen sein, da diese die wunde Nase zusätzlich reizen. Aufgrund ihres angenehmen Duftes sind ätherische Öle jedoch Bestandteil vieler Nasencremes. Beispiele sind Öle von Zitronen- oder Apfelsinenschalen, Bergamotte und Zirbelkiefer sowie Levomenthol und Cineol.

Um aromafrei die Nasenschleimhaut zu verwöhnen, bleiben nur wenige Präparate. Dazu gehören beispielsweise Bepanthen® Augen- und Nasensalbe und Hysan®Nasensalbe. Ebenfalls für wunde Coronanasen geeignet ist Nasale Nasenöl, es enthält nur fette Öle und Tocopherol.

Quelle: ptaheute

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Noiel/shutterstock.com

Klimafreundliche Asthmasprays

Kohlendioxid einsparen

Sind Asthmasprays klimaschädlich? Manche schon, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt. Doch es gibt auch klimafreundliche Systeme, mit denen sich eine Menge Kohlendioxid (CO2) einsparen lässt.

Auch FKW schadet dem Klima

Asthmasprays enthalten schon lange keine Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) mehr. Als deren Einsatz wegen ihrem schädigenden Einfluss auf die Ozonschicht verboten wurden, stiegen die Hersteller um auf Dosieraerosole mit Fluorkohlenstoff (FKW) und Pulverinhalatoren, die ganz ohne Treibgase auskommen.

Doch auch wenn FKW das Ozonloch nicht direkt angreifen, tragen sie dennoch zum Treibhauseffekt und zur Klimaerwärmung bei. Wie groß dieser Effekt ist, haben nun schwedische Forscher untersucht. Sie verglichen die CO2-Bilanz zweier Pulverinhalatoren mit der eines Dosieraerosols. Da viele Asthmatiker*innen zwei Asthmasprays benötigen (eines zur Dauertherapie und ein schnell wirksames Spray bei Bedarf), berechneten die Forscher*innen die Werte für eine übliche Standardtherapie. Zugrunde lagen die vom Hersteller GlaxoSmithKline evaluierten und vom Carbon Trust zertifizierten CO2-Äquivalente der Pulverinhalatoren Ellipta und Accuhaler und des Dosieraerosols Evohaler.

Über 400 kg CO2-Äquivalent im Jahr einsparen

Dabei kam heraus, dass die untersuchten Dosieraerosole eine bis zu 30fach schlechtere CO2-Bilanz haben als die Pulverinhalationssysteme. Nutzt die Asthmatiker*in sowohl zur Dauer- als auch zur Bedarfstherapie Pulverinhalationssysteme, produziert er damit etwa 17 kg CO2-Äquivalente. Die gleiche Therapie mit Dosieraerosolen kommt dagegen auf 439 kg CO2-Äquivalente.

Wer also von 2 FKW-Dosieraerosolen auf 2 Pulverinhalationssysteme wechselt, spart im Jahr etwa 420 kg CO2-Äquivalent ein. Also eine Menge, die dem Fleischverzicht einer Person für ein Jahr entspricht. Würde beispielsweise Großbritannien seinen Anteil der Dosieraerosole in der Asthmatherapie von derzeit 70% auf das schwedische Niveau von 13% senken, ließen sich jährlich 550 000 Tonnen CO2-Äquivalent einsparen.

Spraywechsel nur unter ärztlicher Aufsicht!

Ein Asthmaspray muss zuerst einmal der Patient*in Erleichterung bringen, das ist klar. Doch sollte bei der Wahl des Inhalationssystems durchaus auch der Klimaaspekt berücksichtig werden, meinen die schwedischen Forscher*innen. Wichtig ist aber: ein Systemwechsel darf nur nach ärztlichem Rat und mit gründlicher Anleitung erfolgen.

Quelle: Springer Medizin

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:bubutu/Shutterstock.com