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7 kulinarische Tabus für Hund und Katz‘

Gefährlich für Haustiere

Mahlzeit! – Und Bello und Minka essen ganz selbstverständlich mit, mal erlaubt, mal heimlich. Doch was Menschen schmeckt und guttut, kann Haustieren schaden.

Hunde und Katzen unterscheiden sich von Menschen

Ob Hund oder Nystatin, Leckerbissen vom Tisch mögen alle gern. Doch das ist nicht immer gesund. Das liegt daran, dass der tierische Stoffwechsel sich in einigen Punkten vom menschlichen unterscheidet. Und auch zwischen den Haustieren gibt es Unterschiede.

1. Schokolade und Kaffee

Schokolade ist der Vergiftungs-Klassiker bei Hunden. Das im Kakao enthaltene Theobromin wird von Hunden nur sehr langsam abgebaut. Krämpfe und Herzrasen sind die Folge, sogar der Herztod droht. Dabei gilt: Je höher der Kakaoanteil der Schokolade, desto gefährlicher. Koffein wirkt ganz ähnlich, deswegen ist die Kombination aus Schokolade und Kaffee besonders gefährlich.

2. Weintrauben, Rosinen und Macadamianüsse

Für Hunde hochgefährlich sind Trauben in jedweder Form. Selbst wenn der Hund sie gerne frisst, können schon 10–30 g Weintrauben pro kg Hund nicht nur spontane Übelkeit, sondern noch Tage später schwere Nierenschäden verursachen. Noch gefährlicher sind Macadamianüsse. Schon eine einzige Macadamianuss kann bei einem kleinen Hund zu Nervenschäden mit Lahmheiten und Krämpfen führen.

3. Zwiebeln und Knoblauch

Zwiebeln und Knoblauch enthalten schwefelhaltige Aminosäuren. Was für den Menschen eine angenehme Schärfe erzeugt, kann bei Hunden die roten Blutkörperchen zersetzen. Für einen mittelgroßen Hund reicht dafür schon eine einzige Zwiebel, ob roh oder gekocht. Also gilt: Pfoten weg für Hunde!

4. Knochen

Knochen und Hunde gehören doch zusammen, denkt man. Das stimmt nur teilweise: Ein Zuviel kann unangenehme Verstopfungen zur Folge haben kann.  Geflügelknochen sind explizit zu meiden, denn sie neigen zum Splittern. Die Splitter können auf dem Weg durch Speiseröhre, Magen und Darm steckenbleiben und dort grässliche Verletzungen verursachen. Lieber ein Stückchen möglichst wenig gewürztes Fleisch geben, auch das schmeckt prima.

5. Avocados

Vorsicht ist auch bei Avocados geboten: Der darin enthaltene Stoff Persin kann bei Vögeln und Säugetieren Herzmuskelschäden verursachen. Der hohe Fettgehalt schadet der Verdauung, bis hin zur langwierigen und schmerzhaften Bauchspeicheldrüsenentzündung.

6. Xylit

Ein weiteres No-Go für Hunde und weitere Haustierarten wie Frettchen und Kaninchen ist der Zuckeraustauschstoff Xylit. Er erzeugt schwere Leberschäden.

7. Medikamente

Bei Medikamenten gilt ebenfalls: Gleiches wirkt nicht gleich. Acetylsalicylsäure, den Wirkstoff von Aspirin, vertragen weder Hunden noch Katzen. Es drohen Magenblutungen und Organschäden bis zum Tod. Für Katzen ist auch Paracetamol lebensgefährlich.

Und genauso bei Tiermedikamenten sollte man den Beipackzettel gut lesen: Zum Beispiel dürfen SpotOn Präparate zur Parasitenbekämpfung für Hunde nicht einfach so für Katzen verwendet werden. Die für Hunde gut verträgliche Wirkstoffgruppe der Pyrethroide löst bei Katzen schwerste Vergiftungen aus.

Quelle: Deutsche ApothekerZeitung 12/2021

| Von: Christine Sladky Bildrechte:Cavan Images/imago-images.de

Cannabis macht Kinderwunsch zunichte

Lieber verzichen

Frauen mit Kinderwunsch sollten aufs Kiffen besser verzichten. Denn laut einer neuen Studie senkt Cannabis die Chance auf eine Schwangerschaft.

Jeder Vierte hat´s schon probiert

Ob Marihuana oder Haschisch, ob geraucht oder verzehrt: Cannabis ist weltweit die am häufigsten konsumierte Droge. In Deutschland soll jede Vierte bereits mit dem Rauschmittel Kontakt gehabt haben. Viele betrachten den Hanfabkömmling als ungefährlich. Doch ganz so harmlos ist Cannabis offenbar nicht.

Zumindest nicht für Frauen, die sich ein Kind wünschen, wie amerikanische Wissenschaftler*innen nun melden. Sie hatten die Daten von über 1000 Frauen mit starkem Kinderwunsch analysiert. Bei allen Frauen war es vorher schon zu mindestens einem Schwangerschaftsverlust gekommen. 5 % der Frauen gaben an, Cannabis zu konsumieren, bei einigen war die Droge auch im Urin nachweisbar.

Mehr Sex, aber seltener schwanger

Die Analyse der Daten ergab, dass Cannabis-Konsumentinnen zwar häufiger Geschlechtsverkehr hatten als Abstinenzler*innen. Ihre Chance auf eine Schwangerschaft war jedoch um 41% reduziert, berichten die Forscher*innen. Auch das Risiko von Fehl- oder Frühgeburten war bei ihnen höher.

Womöglich funkt Cannabis beim Eisprung dazwischen, indem es die Ausschüttung des follikelstimulierenden Hormons FSH hemmt. Eine andere Erklärung wäre, dass es die Vorbereitung der Gebärmutter auf den Embryo stört und damit dessen Einnisten verhindert. Zudem gibt es auch Hinweise darauf, dass Cannabis die Wanderung der Spermien durch die Eileiter und damit die Empfängnis verhindert.

Auch nach der Empfängnis besser verzichten

Wer sich ein Kind wünscht, verzichtet besser auf den Cannabiskonsum, empfehlen die Expert*innen. Und zwar sowohl in der Zeit vor der Empfängnis als auch danach. Denn das Rauschgift erreicht über die Plazenta das Gehirn des Ungeborenen. Ob und welche Schäden es dort anrichtet, ist noch nicht geklärt.

Quelle: Ärzteblatt

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Westend61/imago-images.de

Umdenken bei der Händehygiene

Weil Handekzeme zunehmen

Eine intensive Handhygiene ist in Pandemiezeiten unverzichtbar. Doch der Preis fürs häufige Händewaschen sind vermehrte Hautekzeme, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Dermatologie (DDG). Sie gibt Tipps, wie man sich vor Viren und vor Handekzemen gleichzeitig schützt.

Angriff auf die Haut

Händewaschen gehört zu den einfachsten Maßnahmen, sich Viren und andere Erreger vom Hals zu halten. Doch leider schadet die Handhygiene nicht nur den Keimen, sondern auch der Haut. Denn die Substanzen in Seifen und Waschlotionen greifen vor allem bei häufigem Waschen Fette und Eiweiße in den obersten Hautschichten an. So zum Beispiel auch die Eiweiße, die Wasser in der Haut binden. Dadurch wird die Haut trockener, rissiger und anfällig für Ekzeme.

Trockenheit, Juckreiz, Rötungen

So wundert´s Hautärzt*innen nicht, dass sich seit Pandemiebeginn die Handekzeme mehren. Und zwar sowohl bei normalen Bürgern als auch bei medizinischem Fachpersonal.  In einer Studie an 116 Beschäftigten der Universitätsklinik München litten beispielsweise 90% unter einem Handekzem. Am häufigsten waren Hauttrockenheit (83,2%), es folgten Hautrötung, Juckreiz, Brennen und Schuppungen. Jeder Zehnte hatte Hautrisse und 4,4% klagten über Schmerzen.

Dermatolog*innen fordern deshalb ein Umdenken bei der Handhygiene. Sie empfehlen folgendes Vorgehen:

  • Bei fehlender sichtbarer Verschmutzung die Hände nicht waschen, sondern mit einem viruswirksamen alkoholischen Händedesinfektionsmittel desinfizieren.
  • Als Händedesinfektionsmittel ein Präparat wählen, das Hautbarriere-schützende Hilfsstoffe wie beispielsweises Glycerol enthält.
  • Nach jedem Händewaschen die Haut gründlich mit einer pflegenden Handcreme eincremen.
  • Bei Zeichen eines Handekzems (Rötung, starke Trockenheit, Schuppung) frühzeitig eine Hautarztpraxis aufsuchen, damit das Handekzem effektiv behandelt werden kann.

Quelle: Ärzteblatt

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Westend 61/imago-images.de

Allzweckwaffe Probiotika?

Prä- und Probiotika richtig einsetzen

Mittlerweile haben schon viele Gesundheitsinteressierte von „guten“ Bakterien im Darm gehört und möchten ihrer Gesundheit durch Pro- und Präbiotika auf die Sprünge helfen. Aber wo liegt überhaupt der Unterschied zwischen Prä- und Probiotika und wann lohnt es sich, sie einzunehmen?

Probiotika, Präbiotika, Synbiotika – Wo liegt der Unterschied?

Auf der Haut und im Darm tummeln sich Milliarden von Mikroorganismen. Diese Lebensgemeinschaft, das sogenannte Mikrobiom, ist essenziell für unsere Gesundheit. Forscher haben festgestellt, dass viele Krankheiten zusammen mit einer Störung des sensiblen Gleichgewichts der Mikroorganismen im Darm, einer Dysbiose, auftreten. Durchfallerkrankungen, Adipositas und Diabetes mellitus Typ II sind nur einige wenige Beispiele. Ob die Dysbiose die Krankheit verursacht, oder Folge der Erkrankung ist, ist oft noch nicht geklärt. Forscher hoffen trotzdem, die Beschwerden zu heilen, indem sie das Gleichgewicht im Darm wiederherstellen. Zur Beeinflussung des Darmmikrobioms gibt es bisher drei verschiedene Ansätze:

  • Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die den Darm positiv beeinflussen. Als Tablette eingenommen müssen sie säureresistent sein, um die Säure im Magen zu überleben.

  • Präbiotika sind Nahrungsbestandteile, die der Mensch nicht verdauen kann und die den Bakterien als Nahrung dienen. Durch Ihre Einnahme lassen sich die erwünschten Bakterien quasi „heranzüchten“.

  • Synbiotika sind eine Mischung aus Prä- und Probiotika. Hier werden die Bakterien also gleich mit dem richtigem „Bakterienfutter“ eingenommen.

Heilung durch Probiotika?

Viele Studien zeigen, dass Prä- und Probiotika die Heilung von Krankheiten unterstützen, zum Beispiel bei entzündlichen Darmerkrankungen oder Durchfall. Die wahllose Einnahme von Probiotika ist allerdings wenig sinnvoll. Oft wirken einzelne Bakterienstämme nämlich nur bei ganz bestimmten Krankheiten. Um das richtige Präparat auszuwählen, hilft deswegen oft ein Gespräch mit dem Arzt oder Apotheker, die mit der momentanen Studienlage vertraut sind.

Quelle: PTA heute THEMA; Ausgabe 1; 2020, World Gastroeneterology Organisation

| Von: Marie Schläfer Bildrechte:metamorworks/Shutterstock.com

Hochdruck behandeln beugt Demenz vor

Therapietreue lohnt

Einen erhöhten Blutdruck zu senken schützt nicht nur vor Herzinfarkt und Schlaganfall: Wer als Hochdruckpatient seinen Blutdruck konsequent im Griff hat, hat ein geringeres Risiko, an einer Demenz zu erkranken.

31 000 Teilnehmer im Visier

Ein hoher Blutdruck tut in der Regel nicht weh. Deshalb fällt es manchen Hochdruckpatienten auch schwer, regelmäßig ihre Blutdrucksenker einzunehmen. Doch jetzt gibt es einen Grund mehr für Therapietreue: Einer aktuellen amerikanischen Metaanalyse zufolge hält die Therapie eines Hochdrucks auch die Demenz in Schach.

Die Daten für ihre Metaanalyse gewannen die Autoren aus 6 großen Studien, bei denen gut 31 000 über 55-Jährige, die zunächst keine Demenz hatten, jahrelang nachbeobachtet wurden. Die Teilnehmer wurden in 2 Gruppen eingeteilt, die erste Gruppe hatte zu Beginn der jeweiligen Studie normale Blutdruckwerte (< 140/90 mmHg), die andere erhöhte Werte, die teilweise mit blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt worden war. Von den über 31 0000 Studienteilnehmern erkrankten 3728 an einer Demenz, bei 1741 handelte es sich dabei um eine Demenz vom Alzheimertyp.

16 % geringeres Alzheimer-Risiko

In der Gruppe der Patienten, die von Studienbeginn an erhöhte Blutdruckwerte aufwiesen, hatten die Patienten mit einer antihypertensiven Therapie ein um 12% geringeres Risiko an einer Demenz zu erkranken als diejenigen, die keine effektive Hochdrucktherapie erhalten hatten. Das Risiko für eine Alzheimer-Demenz reduzierte sich sogar auf 16 %, schreiben die Autoren. Auch in der Gruppe der Teilnehmer mit normalem Blutdruck gab es Teilnehmer, die Hochdruckmedikamente einnahmen. Bei ihnen ließ sich jedoch keinerlei Zusammenhang zwischen einer Demenzentwicklung und der Einnahme von Blutdrucksenkern nachweisen.

Hauptsache der Blutdruck sinkt

Welche Blutdrucksenker die Hochdruckpatienten eingenommen hatten, war bei der Risikoreduktion ohne Belang, berichten die Autoren. Hauptsache, der Blutdruck wurde effektiv gesenkt. In den Leitlinien zur Behandlung eines erhöhten Blutdrucks sollte deshalb neben der Prävention von Herzinfarkt und Schlaganfall auch die Risikoreduktion einer Demenz betont werden, fordern die Autoren.

Quelle: Ärzteblatt

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:kurhan/Shutterstock.com

Nahrungsergänzung im Blick: Kalium

Sinn oder Unsinn?

Kalium ist gut für´s Herz – so viel wissen die meisten über den Mineralstoff. Doch wie viel Kalium braucht das Herz eigentlich? Und wie viel Kalium ist zu viel?

Lebenswichtig – nicht nur für´s Herz

Kalium ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff. Ebenso wie Natrium und Chlorid gehört Kalium zu den Elektrolyten, den elektrisch geladenen Teilchen im Körper. Es ist besonders für den regelmäßigen Herzschlag von Bedeutung, der durch Wanderung dieser Teilchen ausgelöst wird. Aber auch der Blutdruck, der Wasserhaushalt der Zellen und die Aktivität von Muskeln und Nerven hängen von der Kaliumkonzentration im Körper ab.

Kaliumbedarf decken – aber wie?

Um die Versorgung mit dem wichtigen Mineralstoff müssen sich die meisten Menschen keine Sorge machen. Eine Studie hat ergeben, dass fast alle Erwachsenen die täglich empfohlene Menge von 4000 Milligramm Kalium pro Tag aufnehmen. Das gelingt oft von ganz allein durch eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkorngetreide und Nüssen. Eingekochte oder getrocknete Nahrungsmittel sind besonders reich an Kalium.  Trockenfrüchte oder Tomatenmark sind deshalb besonders gute Kaliumlieferanten.

Vorsicht Nebenwirkungen

Hersteller von Nahrungsergänzungsmittel mit Kalium preisen ihre Produkte trotzdem als unentbehrlich für ein starkes Herz und gesunde Nerven und Muskeln an. Doch hier ist Vorsicht geboten: Bei zu viel Kalium droht das Gegenteil der versprochenen Wirkungen, nämlich Herzrhythmusstörungen oder eine Muskelschwäche. Wer sicher gehen möchte, nimmt deshalb nicht mehr als 500 Milligramm Kalium als Nahrungsergänzungsmittel zu sich und das am besten unter ärztlicher Aufsicht. Besonders vorsichtig sollten Menschen mit Nierenerkrankungen oder Diabetes sein, denn bei ihnen ist die Selbstregulation des Kaliumhaushalts gestört.

Mehr Informationen zu Kalium und den Lebensmitteln, in denen es enthalten ist, erhalten Sie in der Kategorie „Nahrungsergänzungsmittel“.

Quellen: Elmadfa und Leitzmann: Ernährung des Menschen. Eugen Ulmer Verlag, 2019; DGE; Verbraucherzentrale, BFR

| Von: Marie Schläfer Bildrechte:sdecoret/Shutterstock.com

Machen Pornos impotent?

Schuss nach hinten

Im Zeitalter des Internets werden Pornos immer freimütiger konsumiert. Doch Vorsicht: Allzu häufiges Porno-Schauen hat bei jungen Männern offenbar Folgen — und zwar auf die Potenz.

Keine Wünsche bleiben offen

Pornos schauen wird immer einfacher: Während man früher zum Sexfilm-Gucken schamhaft ins Pornokino oder in die Erwachsenenecke der Videothek schlich, gibt´s heute kostenlosen Hard-Core auf dem Handy. Und die Angebote boomen. Egal was gewünscht wird, alles ist per Mausklick oder Wischen ruckzuck erreichbar.

Ob Pornoschauen einen Einfluss auf die Potenz hat, haben nun holländische Urolog*innen untersucht. Sie erstellten einen Fragebogen mit 118 Fragen zu Sexualleben und sexueller Gesundheit und veröffentlichten diesen im Internet. 3267 Männer, von denen etwa 90% unter 45 Jahre alt waren, machten mit und gaben Auskunft. Dabei ging es vor allem darum, wieviel Zeit sie mit pornografischen Filmen verbrachten und wie gut ihre Erektionsfähigkeit bei realem Sex mit Partnerin oder Partner war.

Pornositzungen sind recht kurz

70 Minuten pro Woche — so lange beschäftigten sich die Männer durchschnittlich mit Pornografie. Die Spanne war dabei sehr breit und reichte von null bis 26 Stunden, schreiben die Forscher*innen. Die einzelne Pornositzung dauerte unterschiedlich lang, und zwar durchschnittlich von 5 bis 15 Minuten.

Der Pornokonsum wirkte sich auf den realen Sex aus: Je mehr Sexfilme konsumiert wurden, desto eher haperte es mit der Erektion beim Partnersex. Insgesamt ließ sich bei 23% der Männer unter 35 Jahren eine erektile Dysfunktion diagnostizieren.

Realer Sex macht keinen Spaß mehr

Bedenklich waren auch andere Ergebnisse: Jeder 5. Mann gab an, sich immer extreme Sexfilme anschauen zu müssen, um den gleichen Grad an Erregung zu erreichen. Und für ein Drittel der Männer war der virtuelle Sex beim Pornoschauen aufregender als der reale Geschlechtsverkehr mit Partner*in.

Das Forscherteam gibt zu bedenken, dass diese Untersuchung auf eine reine Selbsteinschätzung der Männer beruht und auch die Stichprobe womöglich nicht repräsentativ ist. Trotzdem raten sie, bei jungen Männern mit Erektionsproblemen auch an einen erhöhten Pornokonsum als Auslöser zu denken.

Quelle: Uro-News

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Marko Aliaksandr/Shutterstock.com

Mittagsschlaf hält Hirn fit

Über 60? Rauf aufs Sofa!

Ob Power-Napping im Büro oder ein heimischer Sofa-Schlummer: Viele schwören auf ihr mittägliches Nickerchen. Zu Recht, wie eine chinesische Studie ergeben hat. Denn bei Menschen über 60 hält regelmäßiger Mittagsschlaf das Gehirn fit.

Demenztest an über 2000 Männer und Frauen

Über 2000 Männer und Frauen über 60 Jahren machten bei der chinesischen Untersuchung mit. Sie lebten in verschiedenen Großstädten Chinas und unterzogen sich einer Reihe von Gesundheitschecks, Befragungen zum Lebensstil und kognitiver Tests, also Untersuchungen zum Denken und Wahrnehmen.

Darunter befand sich auch der Mini-Mental-Status-Test (MMSE), der weltweit der Diagnose von Demenzen dient. Mit dieser Methode misst man unter anderem die visuell-räumlichen Fähigkeiten, das Arbeitsgedächtnis, die Aufmerksamkeit, das Problemlöseverhalten und die Sprachgewandtheit.

Mittagsschläfer schnitten besser ab

1534 der untersuchten Personen hielten regelmäßig Mittagsschlaf. Dieser wurde definiert als ein durchgehender Schlaf nach dem Mittagessen, der mindestens 5 Minuten bis maximal 2 Stunden dauerte. Die restlichen 680 Männer und Frauen gaben an, mittags nie ein Schläfchen zu halten.

Ob Mittagsschlaf oder nicht: Die Dauer des Nachtschlafs unterschied sich in beiden Gruppen mit etwa 6,5 Stunden nicht. Allerdings ergaben sich Unterschiede in der kognitiven Leistung. Die Männer und Frauen, die regelmäßig ein Nickerchen hielten, schnitten beim MMSE deutlich besser ab als die Nicht-Schläfer*innen.

Sprachgewandtheit und Gedächtnis profitieren

Besonders deutlich waren die Unterschiede bei der verbalen Ausdrucksfähigkeit, dem Arbeitsgedächtnis und der örtlichen Orientierung, berichten die chinesischen Forscher*innen. Sie schließen aus ihrer Untersuchung, dass der Mittagsschlaf bei älteren Menschen die kognitiven Fähigkeiten verbessert.

Quelle: General Psychiatry

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Bricolage/Shutterstock.com

Gut informiert über Youtube?

Prostata-Operationen

Wer Informationen sucht, wird heutzutage im Internet schnell fündig. Auch für Patienten mit bevorstehender Prostataoperation gibt es auf YouTube massenhaft anschauliche Videos. Doch diese sind eher eine Gefahr als eine Hilfe, warnen Urologen.

87% mit Falschinformationen

Wie gut ist die fachliche Qualität der vielen YouTube-Videos zum Thema Prostataoperationen? Höchst mangelhaft, warnen Deutsche und Schweizer Urologen nach Prüfung der meistgeklickten Beiträge im Netz. Denn von 159 You-Tube-Videos zu insgesamt 14 verschiedenen Prostata-OP-Verfahren waren nur 21 ohne falsche Informationen. In anderen Worten: 87% der geprüften Videos zeigten Abweichungen von den aktuellen Leitlinien, in 9 Fällen waren diese Abweichung sogar extrem. Besonders schlecht erwiesen sich die Videos zu den Themen Injektionen in die Prostata, Prostatastents (das sind Metallgeflechtröhrchen zum Offenhalten der von der vergrößerten Prostata zusammengedrückte Harnröhre) und Diodentherapie (eine Form der Lasertherapie zur Reduktion von Prostatagewebe).

Werblich und Komplikationen verschwiegen

Bedenklich war auch, dass die meisten Filme werblich und nur 16 % frei von kommerziellen Interessen waren. Außerdem beschränkte sich die Berichterstattung meist auf ein Verfahren, weniger als 50% der untersuchten Filme erwähnte auch nur am Rande, ob und welche anderen Operationsverfahren im Falle einer vergrößerten Prostata möglich sind. Auch die wichtigen Komplikationen der vorgestellten Methode blieb in den meisten Filmen außen vor.

Außen hui, innen pfui

Von der technischen Qualität der Videos darf man sich nicht täuschen lassen: Diese war nämlich im Gegensatz zur mangelhaften inhaltlichen Qualität in den allermeisten Fällen sehr hoch. Die Urologen führen daher die Falschinformationen der Filme nicht auf eine fehlende Sachkunde zurück und schließen eine gewollte Beeinflussung der Ratsuchenden durch die jeweiligen Filmemacher nicht aus.

Rat lieber beim Arzt suchen

Pikanterweise erreichten die schlechtesten Videos die höchsten Klickzahlen, nämlich bis zu 2,4 Millionen, berichten die Urologen. Sie warnen betroffene Patienten eindringlich davor, ihre Informationen im Netz zusammenzusuchen. Besser sei das ausführliche Gespräch mit dem behandelnden Urologen, der zudem häufig auch fachlich hochwertiges Informationsmaterial bereithält.

Quelle: Ärztezeitung

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Monkey Business Images/Shutterstock.com

Kein Brustkrebs-Screening auslassen!

Besserer Schutz

Das Mammografie-Screening kann vor dem Tod durch Brustkrebs schützen. Und zwar besonders gut, wenn keine der regelmäßigen Untersuchungen ausgelassen wird.

37 078 Mal Brustkrebs

Beim Brustkrebsscreening zählt die Regelmäßigkeit: Schon einzelne Termine nicht wahrzunehmen, mindert den Vorsorge-Effekt deutlich. Das berichtet ein Forscherteam nach Auswertung des schwedischen Screeningprogramms von 1992 bis 2016. Für die Analyse wurden die Daten von fast 550 000 Frauen in 4 Gruppen eingeteilt: beide letzte planmäßige Sreenings wahrgenommen, eines von beiden oder gar keins. 37078 Frauen erkrankten im Beobachtungszeitraum an Brustkrebs, 3995 verstarben daran.

Regelmäßigkeit signifikant besser

Es zeigte sich, dass die Frauen mit beiden Screeningsein um 49% niedrigeres Risiko hatten, an Brustkrebs zu versterben, als die Frauen, die an keinem Screening teilgenommen hatten. Wer die letzte oder vorletzte Mammografie durchführen ließ, reduzierte sein Sterberisiko an Brustkrebs auf 33 resp. 28%. Damit ist die regelmäßige Teilnahme statistisch signifikant (bedeutsam) wirksamer als die unregelmäßige Teilnahme.

2589 der neu aufgetretenen Brustkrebserkrankungen verliefen innerhalb von 10 Jahren tödlich. Auch hier zeigte sich ein Vorteil des regelmäßigen Screenings: Das Risiko, eine Brustkrebserkrankung nicht über 10 Jahre hinweg zu überleben, war bei den regelmäßigen Screenings um 50% reduziert (im Vergleich zu den Nichtteilnehmerinnen). Die einzelne Untersuchung verringerte dieses Risiko ebenfalls, und zwar um 36% bzw. 25%. Der Effekt war aber signifikant weniger effektiv als die Risikoreduktion durch die regelmäßige Teilnahme.

Besser manchmal als gar nicht …

Die Studie zeigt, wie wichtig es ist, bei der Brustkrebsvorsorge alle Screeningtermine wahrzunehmen, schreibt Studienleiter Stephen Duffy. Schon das Auslassen einer Mammografie erhöht das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, deutlich. Allerdings ist eine unregelmäßige Teilnahme an den Screningterminen immer noch besser, als gar nicht hinzugehen, betont das Forscherteam.

Quelle: Radiology, Ärztezeitung

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Guschenkova/Shutterstock.com

Wenn das Horten zum Problem wird

Mehr als Sammelleidenschaft

Zeitschriften, Eierkartons oder Schuhe türmen sich in der Wohnung und nichts davon darf weggeschmissen werden? Das ist typisch für das krankhafte Horten. In Deutschland sind etwa 5% der Menschen davon betroffen.

Bei Älteren häufiger

Wiederverwenden schont den Geldbeutel und die Umwelt. Nimmt das Aufbewahren aber überhand, liegt möglicherweise ein krankhaftes Horten vorl. Und das ist in Deutschland gar nicht so selten, erklärt Professor Ulrich Voderholzer. Etwa 2% der jüngeren und 6% der älteren Menschen in Deutschland sollen davon betroffen sein.

Oft mit Kaufsucht verbunden

Horter*innen fällt es schwer, etwas wegzuwerfen, weil sie eine starke emotionale Beziehung zu den Dingen haben. Dabei handelt es sich um materiell Wertloses, wie beispielsweise Schuhe, alte Schulhefte, alte Zeitschriften oder von den Eltern geerbte Kleidungsstücke. Behandlungsbedürftig ist die Erkrankung, wenn das Horten das Leben beeinträchtigt. Zum Beispiel wenn die Partner*in nicht mehr über Hunderte von Schuhkartons stolpern möchte. Oder Gäste nicht mehr eingeladen werden, weil die Wohnung zu vollgestellt ist. In 60% der Fälle ist das Horten zudem mit einer Kaufsucht und finanziellen Problemen verbunden, beschreibt Voderholzer.

Horter*in oder Messie?

Vom krankhaften Horten abzugrenzen ist das Messie-Syndrom. Auch bei den Messies wird die Wohnung immer voller, meist jedoch mit Müll. Trotzdem überschneiden sich die Krankheitsbilder: Immerhin ist jeder 5. Messie auch eine krankhafte Horter*in.

Schwer behandelbare Zwangsstörung

Auch die Ursachen für die Erkrankung unterscheiden sich. Bei Messies sind das häufig Depressionen oder eine Demenz. Hinter dem Horten steckt dagegen eine Zwangsstörung. Meist beginnt die Erkrankung schon in der Jugend und wird bis zum Alter immer ausgeprägter. Eine Erklärung könnte sein, dass Horter*innen in ihrer Kindheit wenig Bindungen hatten und dies mit dem Besitz von Dingen kompensieren. Manche schmeißen überflüssige Sachen auch aus Schuldgefühlen nicht weg, z. B. wenn eine ambivalente Beziehung zu den verstorbenen Eltern vorliegt. Typischerweise haben Horter*innen Defizite beim Planen und Ordnen, was das Krankheitsbild in die Nähe von ADHS rückt. Interessanterweise leiden manche Horter*innen auch gleichzeitig unter dieser Störung.

Durch ihre starke emotionale Bindung zu den Gegenständen sind Horter*innen schwer zu therapieren. Denn das Beschaffen und Behalten löst bei ihnen Glücks- und Geborgenheitsgefühle aus. In den USA wurde eine spezielle Psychotherapie für das Horten entwickelt, bei der die Therapeut*innen auch die Wohnungen ihrer Klienten aufsuchen. Seit kurzem sind auch im deutschen Sprachraum entsprechende Therapieprogramme verfügbar, bisher jedoch nicht flächendeckend.

Quelle: Info Neurologie und Psychiatrie

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Shyntartanya/Shutterstock.com

Windeldermatitis: China macht´s vor

Gesunder oder wunder Po?

Wo gewindelt wird, gedeiht auch gerne der Windelausschlag. Doch sowohl bei den Wickel- und Hygienepraktiken als auch bei der Häufigkeit des Windelausschlags gibt es kulturelle Unterschiede, wie ein Drei-Länder-Vergleich in puncto Windeldermatitis zeigt.

Windeldermatitis weltweit verbreitet

Die Windeldermatitis (umgangssprachlich auch Windelausschlag) ist eine Zivilisationskrankheit: Überall da, wo unter einer Windel Urin und Stuhl bei Wärmestau und Luftausschluss die zarte Babyhaut reizen, können sich wunde Stellen entwickeln. Welchen Einfluss verschiedene Pflegetechniken der Eltern auf den Kinderpo haben, wurde nun von amerikanischen Forschern untersucht.

In einer Querschnittsstudie an 1791 Babys aus Deutschland, USA und China verglichen sie die Häufigkeit und den Schweregrad der Windeldermatitis. Per Fragebogen erfassten sie zudem die Wickel- und Hygienepraktiken der Eltern. Eine mittelschwere oder stark ausgeprägte Windeldermatitis fand sich bei 14,9% der deutschen Babys, aber nur bei 8,7% der amerikanischen und 1,3% der chinesischen Babys. Am stärksten waren der Bereich um den Anus und die Leistenregion befallen. Auch das Klima der „Windelkammer“, also der Region unter der Windel, wurde gemessen: Dort war es bei den chinesischen Babys am trockensten und bei den deutschen Kindern am feuchtesten.

Andere Länder, andere Sitten

Stellt sich die Frage, was die chinesischen Eltern anders machten beim Wickeln: Zum einen wurden dort am häufigsten lokale Pflegeprodukte wie Wundschutzcremes verwendet, um einen wunden Po zu verhindern. Außerdem säuberten sie den mit Stuhl verschmierten Kinderpo am sorgfältigsten und mit viel Wasser, während deutsche Eltern dafür seltener Wasser und häufiger Wischtücher benutzten. Zudem ließen chinesische Eltern ihre Babys öfter mit freiem Po an der Luft strampeln.

Unterschiede gab es auch bei der Häufigkeit des Windelwechselns: Zwar bekamen die US-Babys in 24 Stunden durchschnittlich die meisten, nämlich 8 neue Windeln verpasst (deutsche Babys 7 und chinesische 6). Die chinesischen Kinder steckten aber mit durchschnittlich etwa 6 Stunden am kürzesten in ihrer Nachtwindel (USA 8 Stunden, Deutschland 8,5 Stunden). Dabei wurden in allen drei Ländern vor allem Wegwerfwindeln verwendet, berichten die Forscher (Deutschland 100%, USA 98,5%, China 92,2%).

Wickelgewohnheiten scheinen die Häufigkeit vom Wundsein deutlich zu beeinflussen, kombinieren die Forscher. Ihre Empfehlungen zur Vermeidung der Windeldermatitis:

  • Den Babypo nach jedem Stuhlgang mit viel Wasser und leicht sauren Reinigungsprodukten gründlich säubern.
  • Besonders auf die Leistenregion und den Bereich um den Anus achten.
  • Vorbeugend Wundschutzcremes anwenden.
  • Die Nachtwindel kürzer am Babypo lassen.
  • Das Baby immer wieder über längere Zeit ohne Windel an freier Luft strampeln lassen.

Quelle: Pediatric Dermatology

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:denis kalinichenko/Shutterstock.com

7 Tipps gegen den Lagerkoller

Routine trotz Covid-19

Quarantäne, Ausgangsbeschränkungen, Home-Office – viele Menschen müssen  in diesen Tagen zuhause bleiben, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus zu verhindern. Neben der Angst vor dem Virus erleben viele auch die sozialen Beschränkungen als sehr belastend. Das empfehlen Psychotherapeuten.

Tage aktiv gestalten

Um das Gesundheitssystem vor einer Überlastung durch COVID-19 zu schützen, gelten in ganz Deutschland Einschränkungen. Für viele heißt das: Freizeitbeschäftigungen und Arbeit auf zuhause verlagern und Freunde lieber nur virtuell treffen. Zu der Angst um die eigene Gesundheit und die der Angehörigen kommt das Gefühl, eingesperrt zu sein und die Ungewissheit, wie lange sich diese Situation hinziehen wird. Umso wichtiger ist es, in dieser Zeit neue Routinen zu entwickeln und alte anzupassen. Die deutsche Psychotherapeutenvereinigung hat einige Tipps veröffentlicht, die helfen.

  1. Den Tag strukturieren. Für Arbeitende: auch Pausen sind erlaubt und explizit gefordert. Telefonate mit Kollegen oder Kunden bringen zusätzliche Abwechslung. Auch in der Freizeit sind Routinen wichtig. Gewohnte Termine sollten wenn möglich beibehalten oder der Situation angepasst werden. Wer kann, nimmt seine Mahlzeiten am besten gemeinsam und zu den gewohnten Zeiten ein.
  2. In Bewegung bleiben. Stress und Angst werden am besten durch Bewegungs- und Atemübungen abgebaut. Ob geführte Meditation, High-Intensity-Workout oder Yoga – mittlerweile gibt es kostenlose Onlinekurse für jeden.
  3. Ausreichend trinken, ausgewogen ernähren. Steht der Körper unter Stress, benötigt er mehr Flüssigkeit. Zusammen mit gesunder Ernährung sind Körper und Psyche widerstandfähiger.
  4. Freie Zeit genießen. Endlich genug Zeit für Entspannung, Hobbies und die Familie. Oder wie wäre es mit einer neuen Herausforderung, wie dem Lernen einer Sprache?
  5. Tagesziele setzen. Wer jeden Tag ein paar kleine Aufgaben erledigt, freut sich über den Erfolg und beugt depressiven Gedanken vor. Jetzt ist auch endlich Zeit für ungeliebte Arbeiten, wie den Frühjahrsputz oder das Aufräumen des Kellers.
  6. Ruhe bewahren. Ständige Panik und Angst drücken die Stimmung und führen zu Schlafstörungen. Hier hilft es, sich abzulenken und nur zwei Mal pro Tag die Meldungen zur Coronakrise zu lesen.  
  7. In Kontakt bleiben. Gemeinsam lässt sich die Krise besser bewältigen. Schon ein Lächeln beim Einkaufen, ein Anruf oder Gespräche mit Familienmitgliedern schaffen ein Gefühl von Zusammenhalt.

Quelle: Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung

| Von: Marie Schläfer Bildrechte:AfricaStudio/Shutterstock.com

Wieviel (Oster-)Eier sind gesund?

Was die Wissenschaft empfiehlt

Rund 210 Milligramm Cholesterin stecken in einem Ei – weswegen immer wieder vor einem übermäßigen Verzehr gewarnt wird. Denn bei hohen Cholesterinwerten im Blut steigt auch das Risiko für eine koronare Herzkrankheit. Doch wieviel Ei ist tatsächlich zu viel?

Normaler Bestandteil des Körpers

Zuviel Cholesterin im Blut ist auf Dauer ungesund – darüber sind sich die Mediziner*innen einig. Dabei ist der fettähnliche Stoff ein natürlicher Bestandteil von Zellwänden und Ausgangsstoff für viele Hormone. In zu großen Mengen schädigt er aber die Blutgefäße und erhöht damit das Risiko für Krankheiten wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Einen Teil des Cholesterins produziert der Körper selbst, ein (oft zu großer) Teil wird über die Nahrung aufgenommen. Das ist auch der Grund, warum das Ei als Lebensmittel immer wieder in Verruf gerät: Immerhin 210 Milligramm Cholesterin stecken in nur einem Stück.
Doch bedeutet viel Cholesterin im Ei auch gleichzeitig viel Cholesterin im Blut? Diese Frage gingen zwei Forscherteams nach, die dafür die Ergebnisse schon durchgeführter Studien zusammenfassten. Beide kamen zum gleichen Ergebnis: Der Verzehr von bis zu 5 Eiern pro Woche ist als unbedenklich einzustufen. Nur bei Diabetiker*innen könnte sich dabei vielleicht das Risiko für eine koronare Herzkrankheit erhöhen.

Was den Cholesterinwert nach oben treibt

Tatsächlich ungünstig auf den Cholesterinspiegel wirken sich dagegen all die Lebensmittel aus, die viele gesättigte Fettsäuren enthalten. Dazu zählen zum Beispiel viele Fleisch- und fetthaltige Milchprodukte. Auch künstlich gehärtete Fette treiben das Cholesterin in die Höhe. Diese Transfette sind oft in verarbeiteten Lebensmitteln enthalten und dann unter anderem als „pflanzliches Fett, zum Teil gehärtet“ gelistet.
Wer also wirklich etwas gegen zu hohe Cholesterinwerte unternehmen möchte, der muss mehr tun, als auf (Oster-)Eier zu verzichten. Nämlich weniger gesättigte Fettsäuren essen, sich mehr bewegen, das Gewicht reduzieren und das Rauchen aufgeben.

Quelle: www.medizin-transparent.at

| Von: Sara Steer Bildrechte:agefotostock/imago-images.de

Hat der Kollege ein Alkoholproblem?

Von Alkoholfahne bis Zittern

Alkoholprobleme sind weit verbreitet, manch einer trinkt sogar am Arbeitsplatz. Doch wie erkennt man einen problematischen Alkoholkonsum bei Kolleg*innen? Und was kann man tun, um zu helfen? Eine aktuelle Broschüre gibt Rat.

In Rasierwasser oder Parfüm gebadet …

Menschen mit einem problematischen Alkoholkonsum fangen unter Stress und Frust häufig an, auch am Arbeitsplatz zu trinken. Meist lässt sich das eine ganze Weile verbergen. Aber irgendwann mehren sich die Auffälligkeiten, die den Verdacht auf das Alkoholproblem lenken. Zu den typischen Hinweisen gehören beispielsweise:

  • Häufige Kurzfehlzeiten, starke Leistungsschwankungen, häufiges Entfernen vom Arbeitsplatz.
  • Unerledigte Aufgaben, die von anderen Kolleg*innen übernommen werden müssen.
  • Unregelmäßiger Arbeitsbeginn, überzogene Pausen, versteckter Alkohol am Arbeitsplatz.
  • Starke Stimmungsschwankungen, aggressives Verhalten bei Kritik, Leugnen eigener Fehler, Vermeidung von Gesprächen über Alkohol.
  • Vernachlässigung von Körperpflege und Kleidung, aufgedunsenes Gesicht, Zittern.
  • Häufige Schweißausbrüche, starke Müdigkeit, Konzentrationsschwächen.
  • Tarnung einer Alkoholfahne mit Mundspray, Pfefferminz oder starkem Parfüm/Rasierwasser.

Wie spricht man sowas an?

Doch was soll man tun, wenn man glaubt, dass eine Kolleg*in zu viel trinkt und ihr der problematischer Alkoholkonsum Auswirkungen auf die Arbeit hat? Zunächst einmal nicht wegsehen oder etwa beim Vertuschen helfen, heißt es in der Broschüre „Alkohol am Arbeitsplatz — nüchtern betrachtet“. Stattdessen lieber mal eine Zeitlang ganz genau hinschauen. Ein einmaliger Kater ist beispielsweise noch kein Beweis für ein Alkoholproblem. Kommt die Kolleg*in aber immer wieder verkatert ins Büro, ist es Zeit, dies anzusprechen.

Dabei werden 3 Schritte empfohlen:

  1. Vertrauen aufbauen. Unter 4 Augen das Gespräch suchen, die auffälligen Verhaltensweisen benennen und den Verdacht offen äußern. Wichtig dabei: Nicht von Gerüchten sprechen, sondern nur von den Dingen, die man wirklich selbst am Anderen wahrgenommen hat. Klar machen, dass sich der die Betroffene helfen lassen muss und Hilfsangebote nennen.
  2. Konsequenzen klarmachen. Auf jeden Fall ankündigen, welche Konsequenzen man zieht, wenn die Kolleg*in ihr Verhalten nicht ändert bzw. sich nicht helfen lässt. Das kann die Meldung bei der Vorgesetzten oder dem Betriebsrat sein oder der Umzug in ein anderes Büro.
  3. Kontakt halten und konsequent bleiben. Dazu immer wieder Gespräche anbieten oder nachfragen, wie es der Kolleg*in geht. Falls sich Dinge ändern, sind positive Rückmeldungen wichtig. Falls die Betroffene sich aber nicht an die Vereinbarungen hält, müssen die angekündigten Konsequenzen durchgezogen werden.

Kolleg*innen sind keine Suchthelfer

Aber Achtung: Suchtberatung und -therapie gehören in die Hände von Expert*innen. Tatkräftig unterstützen darf man als Laie jedoch bei der Suche nach professioneller Hilfe. Die gibt es z. B. bei Beratungsstellen für Suchtfragen, die im Internet unter den Stichworten psychosoziale Beratungsstelle, Suchtberatungs- oder Drogenberatungsstelle zu finden sind. Hilfreich ist für Betroffene auch die Broschüre „Alkohol am Arbeitsplatz — nüchtern betrachtet“, in der neben konkreten Tipps auch rechtliche Aspekte beleuchtet werden. Die Broschüre gibt es hier zum Herunterladen.

Quelle: „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ des BSI

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Giulio_Fornasar/Shutterstock.com

Influencer machen unsere Kinder krank

Auch das noch

Kaum zu glauben: Alle wissen, dass eine ungesunde Ernährung auf Dauer dick und krank macht. Trotzdem dürfen sogenannte Influencer in den Sozialen Medien Kinder mit Posts und Videos zum Verzehr von Süßkram, Softdrinks und Fast-Food verführen.

Kampf gegen Windmühlen

Für Eltern ist es oft schwer, den Nachwuchs von gesunder Ernährung zu überzeugen. Hinzu kommt, dass sich die Kinder durch die Pandemie-Beschränkungen weniger bewegen und mehr Zeit im Internet verbringen. Mit fatalen Folgen, wie die Verbraucherorganisation Foodwatch fürchtet.

Milliardengeschäft auf Kosten der Kinder

Denn im Netzt stoßen die Kinder schnell auf von der Industrie bezahlte Influencer, die ihnen mit lustigen Videos und Posts ungesunde Produkte wie Softdrinks, Fastfood, Schokolade und anderen Süßkram noch schmackhafter machen. Die jungen Vorbilder sind bei den Kindern überaus angesagt und ihre Beiträge auf Instagram, Facebook& Co. mit Zaubertricks, Plüschtieren und Comicfiguren höchst kindgerecht aufgemacht. Auf diese Weise lassen sich die Produkte zielgruppengenau unters junge Volk bringen – worauf auch der steigende Umsatz hindeutet. Laut Foodwatch ist die Werbung mit Influencern inzwischen auch in Deutschland ein Milliardenmarkt.

21 % jetzt schon zu dick

Dass die Industrie Kinder auf solche Weise ködern darf, ist ein Skandal, kritisiert Foodwatch. Schon jetzt verzehren 6—11-Jährige doppelt so viele Süßigkeiten und halb so viel Obst und Gemüse wie empfohlen. Mit schweren Folgen: 15 % sind übergewichtig, 6% sogar fettleibig. Ihnen drohen Diabetes, Bluthochdruck, Gelenkprobleme und Herzerkrankungen, die der Solidargemeinschaft hohe Kosten verursachen.

Werbeeinschränkungen könnten helfen

Mit Einschränkung der Werbung für Kinder ließe sich der Junk-Food-Verzehr effektiv begrenzen, berichtet Kinderarzt Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. In Ländern mit verpflichtenden Beschränkungen ist der Konsum von Junkfood um 9% gesunken. In Ländern ohne Einschränkung dagegen um 14% angestiegen. Bundesernährungsministerin Klöckner hat diesen Ruf wohl vernommen. Eingreifen will sie trotzdem nicht. Sie setzt auf Freiwilligkeit und appelliert an die Werbeindustrie, ihre Verhaltensregeln selbst zu verschärfen.

Quelle: Ärzteblatt

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Mutter und Kind perfekt versorgt

Mit Vitaminen und Nährstoffen

Schwangere können sich meist gar nicht retten vor gutgemeinten Ernährungstipps.Vor allem die ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mikronährstoffen ist immer wieder ein Thema. Doch was brauchen Mütter und ihr Ungeborenes wirklich? Worauf kann verzichtet werden, und was ist möglicherweise sogar gefährlich? Unser Ratgeber spricht Klartext.

Nicht für Zwei essen

Zum Wohl ihres Kindes pflegen die allermeisten werdenden Mütter einen gesunden Lebensstil. Auch wenn es schwerfällt, verzichten sie während der Schwangerschaft etwa auf Alkohol und Zigaretten. Denn dass Rauchen und Trinken das Ungeborene schwer schädigen, ist inzwischen allgemein bekannt.

Doch auch die Ernährung und das Gewicht der Schwangeren beeinflussen die Entwicklung des Ungeborenen. Am besten ist es, wenn die Mutter schon zu Beginn der Schwangerschaft normalgewichtig ist. Denn sowohl zu viele als auch zu wenige Pfunde sind ungünstig:

  • Untergewicht erhöht das Risiko für Früh- und Fehlgeburten und für ein zu niedriges Geburtsgewicht.
  • Bei Übergewicht drohen Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck und ein erhöhtes Risiko für Komplikationen bei der Geburt. Auch die Kinder leiden unter dem Übergewicht ihrer Mutter. Die meisten kommen mit einem erhöhten Geburtsgewicht auf die Welt, außerdem haben sie ein erhöhtes Risiko, im Verlauf ihres Lebens selbst übergewichtig zu werden.

Deshalb gilt: Gewicht kontrollieren. Denn auch wenn im Bauch ein Kind heranwächst, müssen Schwangere nicht „für Zwei“ essen. So erhöht sich der Kalorienbedarf im zweiten Trimester nur um 250 kcal, im dritten um etwa 500 kcal (500 kcal sind etwa eine Tafel Schokolade). Und das auch nur, wenn sich die Schwangere weiterhin genauso viel bewegt wie zuvor.

Anders sieht das bei den Mikronährstoffen aus. Hier steigt der Bedarf zum Teil stark an. Trotzdem reicht in den meisten Fällen eine ausgewogene Ernährung für die ausreichende Zufuhr. Doch es gibt Ausnahmen: Folsäure und Jod sollen alle Schwangeren extra einnehmen. Und in Einzelfällen sind nach ärztlichem Rat auch Eisen oder Vitamin D erforderlich.

Hinweis: Bei normalgewichtigen Frauen soll die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft etwa 10 bis 16 kg betragen. Wie viel Pfunde untergewichtige und übergewichtige Frauen zulegen sollen oder dürfen, muss individuell mit der behandelnden Ärzt*in geklärt werden.

Folat und Folsäure fürs Gehirn Zu den wichtigsten Mikronährstoffen für Schwangere gehört Vitamin B9, das Folat (in synthetisch hergestellter Form auch Folsäure genannt). Folat wird vom Menschen nicht selbst gebildet und muss daher mit der Nahrung aufgenommen werden. Der bioaktive Wirkstoff ist Methyltetrahydrofolat (5-MTHF). Es kommt in geringen Mengen schon fertig in der Nahrung vor, zum größeren Teil wird es im Darm aus verschiedenen natürlichen Folat-Verbindungen umgewandelt. Auch die synthetisch hergestellte Folsäure muss im Körper erst aktiviert werden: Dies geschieht jedoch in der Leber.

Ein Folatmangel (umgangssprachlich auch Folsäuremangel) in der Schwangerschaft hat schwerwiegende Folgen für das Kind. Besonders gefürchtet sind Neuralrohrdefekte wie die Spina bifida (offener Rücken) und die Anenzephalie (offene Schädeldecke mit dem Fehlen von Gehirnanteilen in unterschiedlicher Ausprägung), aber auch die Kiefer-Gaumen-Spalte.

Der Bedarf an Folat steigt mit dem ersten Tag der Schwangerschaft um 83%. Der Grundbedarf von Erwachsenen beträgt 300 µg Folat-Äquivalente und steigt bei Schwangeren auf 550 µg/Tag. (1 µg Folat-Äquivalent entspricht etwa 1 µg Nahrungsfolat und 0,5 µg synthetischer Folsäure). Diese Mengen sind mit der Nahrung oft nicht zuverlässig zu decken, weshalb eine Folsäure-Supplementierung empfohlen wird.

Doch nicht nur die Menge, auch der Zeitpunkt der Folsäuresupplementierung ist von Bedeutung. Das Neuralrohr des Kindes wird zwischen dem 19. und 28. Entwicklungstag ausgebildet. Damit in dieser sensiblen Zeit ausreichend Folat im mütterlichen Organismus vorhanden ist, empfehlen die Fachgesellschaften neben einer folatreichen Ernährung zur Deckung des Grundbedarfs folgendes Vorgehen:

Mindestens vier Wochen vor einer möglichen Empfängnis den Grundbedarf von 300 µg Folat-Äquivalenten über eine folatreiche Ernährung decken. Zusätzlich zum Schutz vor Neuralrohrdefekten 400 µg Folsäure als synthetisches Präparat einnehmen.

  • Im ersten Schwangerschaftsdrittel erhöht sich der Folatbedarf. Die empfohlenen 550 µg Folat-Äquivalente können gezielt durch eine folatreiche Ernährung gedeckt werden. Zur Vorbeugung von Neuralrohrdefekten sollten über das erste Schwangerschaftsdrittel hinweg weiter täglich 400 µg Folsäure als synthetisches Präparat eingenommen werden.
  • Ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel kann eine gezielte Folat-Zufuhr über die Ernährung ausreichen, gefordert sind weiterhin 550 µg Folat-Äquivalente.
  • Für Stillende werden 450 µg Folat-Äquivalente täglich empfohlen. Mit folatreichen Nahrungsmitteln lässt sich dies ebenfalls erreichen.

Hinweis: Besonders reich an Folat-Äquivalenten sind Hülsenfrüchte, Kohl, grünes Blattgemüse, Camembert, Ei und Vollkornbrot. Wichtig beim Gemüse: Nur dünsten und nicht zu lange warmhalten, um die darin enthaltenen Mikronährstoffe nicht zu zerstören.

Jod: nicht zuviel und nicht zuwenig

Jod ist unentbehrlich für die Bildung von Schilddrüsenhormonen, und diese wiederum sind unentbehrlich für die gesunde Entwicklung von Gehirn und Nervensystem des Kindes. Ein Jodmangel in der Schwangerschaft zieht deshalb schwere Folgen nach sich: Sowohl die geistige Entwicklung als auch das körperliche Wachstum sind vermindert. Dieses Phänomen nennt sich Kretinismus und war früher gehäuft in jodarmen Gebirgsregionen zu beobachten.Zuviel an Jod ist aber auch nicht gesund, weil dadurch die Schilddrüse stimuliert wird und eine Schilddrüsenüberfunktion droht.

Deutschland gilt als Gebiet mit mildem bis moderatem Jodmangel. Für eine ausreichende Jodzufuhr empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) jodiertes Speisesalz und den Verzehr von Milch und Milchprodukten sowie Meeresfisch. Das gilt auch für Schwangere. Ihr Jodbedarf ist allerdings noch höher als der von Nicht-Schwangeren. Sie sollen deshalb auch bei ausgewogener Ernährung 100 bis 150 µg Jod/Tag als Supplement einnehmen. Bei Schwangeren, die an der Schilddrüse erkrankt sind, muss die Jodaufnahme mit der behandelnden Ärzt*in abgesprochen werden.

Hinweis: Auch Algen sind reich an Jod. Trotzdem sollten Schwangere auf sie verzichten, denn ihr Jodgehalt ist stark schwankend. Außerdem sind Algen häufig mit Arsen verunreinigt.

Ein heißes Eisen …

Ob Schwangere zusätzlich Eisen benötigen, ist umstritten. Zwar muss das Kind zusätzlich damit versorgt werden und durch die schwangerschaftsbedingt erhöhte Zahl an roten Blutkörperchen steigt auch der Bedarf der Mutter. Andererseits fehlt die Menstruation, es geht also kein Blut verloren. Ein Eisenmangel erhöht das Risiko für Frühgeburt und ein niedriges Geburtsgewicht. Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass eine zu hohe Eisenzufuhr die gleichen negativen Auswirkungen hat. Die Empfehlung für Deutschland heißt deshalb: Während der Schwangerschaftsvorsorge regelmäßig den Hämoglobinwert kontrollieren und nur bei Eisenmangel Eisen zuführen.

Tipp: Die Aufnahme von Eisen lässt sich durch den gleichzeitigen Konsum von Vitamin-C-reichen Lebensmitteln verbessern, weil Vitamin C pflanzliches 3-wertiges Eisen in zweiwertiges umwandelt und so besser verfügbar macht.

Die Sorge um das Sehvermögen

Die Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) ist für die Entwicklung von Gehirn und Sehfunktion wichtig. Schwangere, die nicht regelmäßig fetten Meeresfisch essen, sollten nach Empfehlung 200 mg DHA/Tag zuführen. Auch Vitamin A spielt eine große Rolle bei der Entwicklung des Auges. In Industrieländern ist allerdings eine Unterversorgung selten, im Gegenteil: Hier ist die übermäßige Aufnahme problematisch. Denn Vitamin A ist in den ersten 2 Monaten nach Empfängnis fruchtschädigend, Tagesdosen von von > 10 000 IE erhöhen das Risiko für schwere Missbildungen. Die routinemäßige Nahrungsergänzung mit Vitamin A wird deshalb in der Schwangerschaft nicht empfohlen, stattdessen jedoch eine ausgewogene Ernährung mit Karotten, Milchprodukten, Eiern, grünem Gemüse und Tomaten.

Hinweis: Leber enthält durch Zufütterung der Tiere pro 100 g durchschnittlich 13-39 mg Vitamin A, entsprechend 44.000-130.000 IE. Kalbsleber ist mit bis zu 128 mg (entspr. 420.000 IE) pro 100 g besonders belastet. Vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel ist deshalb auf den Verzehr von Leber, Leberwurst und Leberpastete zu verzichten.

Vitamin D

Vitamin D wird sowohl von außen über die Nahrung zugeführt als auch vom Körper mit Hilfe von Sonnenlicht selbst gebildet. Beim Ungeborenen fördert Vitamin D die Reifung der Knochen und ist unentbehrlich für Muskelkontraktionen und Nervenleitung. Bei einem Vitamin-D-Mangel drohen Störungen des Knochenbaus und Lungenerkrankungen. 800 IE Vitamin D gelten als Versorgungsempfehlung, allerdings nur bei Frauen, die keinerlei eigene Synthese haben, z. B. Frauen, die sich vornehmlich drinnen aufhalten und /oder Vollverschleierung tragen.

Die Zufuhr von Vitamin D ist nicht unproblematisch. Da es fettlöslich ist, kann es bei einer Überdosierung nicht so leicht ausgeschieden werden. Ärzt*innen empfehlen deshalb die Vitamin-D-Substitution nur bei nachgewiesenem Mangel.

Ohne Fleisch und ohne Käse …

Schwangere Vegetarierinnen und Veganerinnen sollten sich intensiv mit ihrer behandelnden Ärzt*in über eine eventuell erforderliche Zufuhr von Mikronährstoffen beraten. Besonders die Versorgung mit Vitamin B12, DHA, Zink, Proteinen, Kalzium und Jod kann aufgrund ihrer Ernährungsgewohnheiten kritisch werden. Einem Eisenmangel lässt sich durch den bewussten Verzehr von Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten entgegengewirken. Besteht bereits ein Eisenmangel, muss Eisen zusätzlich eingenommen werden.

Quelle: Sabine Fischer, DAZ 2020, 31, S. 40; Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Einheitliche Handlungsempfehlungen für die Schwangerschaft aktualisiert und erweitert, www. Dge.de, abgerufen am 18.02.2021

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Muffige Wäsche wegen Keimen

Hygienisch waschen

Waschmaschinen bieten mit ihrer feuchten Wärme und dem großen Angebot an Bakteriennährstoffen ein Eldorado für Keime aller Art. Doch wo sitzen die Übeltäter am liebsten und wie bringt man sie zum Verschwinden? Um das herauszufinden, haben deutsche Hygieniker 13 Haushaltswaschmaschinen unter die mikrobiologische Lupe genommen.

Umweltfreundlich, aber muffig

Kochwäsche, Bleiche und Heißmangel machten Keimen in der Wäsche früher schnell den Garaus. In Zeiten niedriger Waschtemperaturen, Wassersparprogrammen und umweltfreundlicher Waschmittel überleben jedoch viele Erreger den Waschvorgang und vermehren sich dann in der Waschmaschine. Häufigste Folge ist ein muffiger Wäschegeruch. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem können Keime aus der Waschmaschine zudem zu einer gesundheitlichen Gefahr werden.

Wie und wo sich die Keime besonders gerne ansiedeln, haben jetzt der Hygieniker und Mikrobiologe Markus Egert und seine Kollegen von der Hochschule Furtwangen untersucht. Sie entnahmen aus 13 Haushaltswaschmaschine Proben von Bullaugendichtung, Einspülkammer und Pumpensumpfbehälter und untersuchten diese mikrobiologisch. Ebenfalls unter die Lupe kamen Wäschefasern von Testwäschen mit den jeweiligen Waschmaschinen.

Einspülkammer am beliebtesten

Die Forscher identifizierten 229 verschiedene Arten von Bakterien in den Proben. 30 bis 60% davon stuften sie als potenziell gesundheitsschädlich ein. An jeder Probenentnahmestelle fanden sich typische Vertreter: Die höchste Bakterienvielfalt zeigte sich in der Einspülkammer. Überraschenderweise waren die Bakterienfunde dort besonders vielfältig, wenn häufiger mit Temperaturen über 60°C gewaschen wurde. Womöglich führt die von der heißen Waschtrommel abstrahlende Wärme in der Einspülkammer zu einem Klima, das das Wachstum von Keimen besonders begünstigt, vermutet Egert.

Stinkbakterium am Bullauge

Hautbakterien ließen sich dagegen vor allem auf den Wäschefasern nachweisen.Das das den typischen muffigen Wäschegeruch auslösende Bakterium Moraxella osloensis saß in 9 von 13 Waschmaschinen an der Bullaugendichtung. Für eine gute Wäschehygiene und zum Vermeiden von muffigem Wäsche- und Maschinengeruch empfiehlt sich deshalb

  • etwa alle ein bis zwei Monate die Dichtung des Bullauges, die Einspülkammer und das Flusensieb zu reinigen. Dazu entweder warmes Wasser oder bei Bedarf – z. B. wenn es müffelt - auch einen speziellen Waschmaschinenreiniger verwenden
  • die Waschmaschine zum Trocknen offen zu lassen (Bullauge und Einspülkammer)
  • häufiger bei 60°C und heißer zu waschen
  • nach längerer Standzeit die Waschmaschine vor erneuter Benutzung zunächst bei 90°C und evtl. unter Zugabe eines Hygienespülmittels leer laufen zu lassen.

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Was verrät die Farbe in der Windel?

Stuhl bei Babys und Kleinkindern

Schwarz, rot oder grün: Der Stuhl von Babys und Kleinkindern kann die unterschiedlichsten Farben haben. Doch was ist normal und wann sollten Eltern lieber einen Kinderarzt aufsuchen?

Schwarzer Stuhl beim Neugeborenen

Prinzipiell ist die Stuhlfarbe bei Babys und Kleinkindern abhängig von Alter und Ernährung. So ist der erste Stuhl des Neugeborenen, das sogenannte Mekonium, stets schwarz. Im Laufe der ersten Lebenswoche wechselt die Farbe dann über grün zu (dunkel)gelb – der normalen Stuhlfarbe von gestillten Säuglingen. Ab diesem Zeitpunkt kann schwarzer Stuhl ein Hinweis auf verdautes Blut im Stuhl sein, z.B. durch Blutungen im Magen-Darm-Trakt.

Die Ernährung macht´s

Grüner und roter Stuhl sind zwar ein echter Hingucker, in aller Regel aber kein Grund zur Sorge. Grün ist der Stuhl beispielsweise, wenn Mutter oder Kind viele grüne Lebensmittel zu sich genommen haben, etwa Spinat. Auch bei starkem Durchfall kann sich der Stuhl grün verfärben, was dann an der unverdauten Gallenflüssigkeit liegt. Ähnlich verhält es sich bei rotem Stuhl. Eine solche Färbung tritt meist nach Verzehr von Rote Bete oder Preiselbeeren auf. In einigen Fällen handelt es sich bei der roten Farbe auch um Blut aus den unteren Anteilen des Verdauungstraktes. Lässt sich die Blutungsquelle nicht lokalisieren (z.B. eine offene Stelle am Anus), sollte ein Kinderarzt die Ursache abklären.

Zum Arzt bei farblosem Stuhl

Zwar nicht so spektakulär wie „bunter“ Stuhl, aber meist ernster, ist farbloser Stuhl. „Scheidet ein Kind zweimal oder mehrmals verfärbten oder hellgrauen oder weißen, fast entfärbten Stuhl aus, sollten Eltern umgehend zum Arzt“ , empfiehlt deswegen Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt sowie Wissenschaftsbeirat beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Mögliche Ursachen sind dann eine Leberentzündung oder auch ein Mangel an Gallenflüssigkeit, z.B. bei der (seltenen) Gallengangsatresie.
Sie trauen Ihrem Urteil nicht? Ein einfaches Hilfsmittel sind sogenannte Stuhlkarten. Hier sind unterschiedliche Stuhlfarben abgebildet, die sich dann mit dem Stuhl des eigenen Kindes vergleichen lassen.

Quelle: Kinderärzte im Netz


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Nahrungsergänzung im Blick: Cranberry-Produkte

Sinn oder Unsinn?

Die Blasenentzündung ist eine echte Volkskrankheit: Fast jeden trifft die schmerzhafte Erkrankung einmal im Leben - einige sogar immer wieder. Zur Vorbeugung setzen viele auf Nahrungsergänzungsmittel mit Cranberry. Doch wirken die kleinen Beeren wirklich?

Unangenehm - aber meist harmlos

Schmerzen im Unterbauch, Brennen beim Wasserlassen und ständiger Harndrang: Wer schon einmal an einer Blasenentzündung gelitten hat, weiß wie unangenehm die eigentlich harmlose Erkrankung ist. Das Problem: Eine Blasenentzündung kommt selten allein. Viele Betroffene kämpfen oft jahrelang gegen die immer wieder auftretende Infektion. Um vorzubeugen, setzen viele Patient*innen auf Cranberry-Produkte. Zu recht?

Festsetzen unmöglich

Für die Wirkung der kleinen roten Beere wird vor allem ein Inhaltsstoff verantwortlich gemacht: Proanthocyanidin. Wissenschaftler*innen vermuten, dass der sekundäre Pflanzenstoff verhindert, dass sich die krankmachenden Bakterien an der Harnblasenwand anheften. Beim nächsten Toilettengang werden die Keime einfach mit dem Urin ausgespült – und die Blasenentzündung ist abgewendet. Doch auch wenn der Wirkmechanismus logisch klingt, ist er bisher nur in Laborexperimenten bewiesen. Für die Wirksamkeit bei Menschen fehlen Beweise. Eine Metanalyse, die viele Studien zusammengefasst hat, kommt zu dem Schluss, dass Cranberry-Produkte weder eine Blasenentzündung verhindern, noch heilen.

Alles eine Frage der Dosis?

Doch die Früchte endgültig als wirkungslos abzustempeln, ist zu früh. Die bisher durchgeführten Studien hatten nämlich eine Schwäche: Die Dosis der Proanthocyanidine wurde oft nicht bestimmt und war möglicherweise zu gering. Wissenschaftler*innen erhoffen sich von höheren Dosen bis zu 100 Milligramm pro Tag einen Effekt. Eine Dosis, die laut den Wissenschaftler*innen nicht durch Saft, sondern nur durch Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden kann. Bis die Studien durchgeführt und veröffentlicht werden, dauert es aber noch ein paar Jahre.

Mehr Informationen über Cranberry-Produkte erhalten Sie in der Kategorie „Nahrungsergänzungsmittel“.

Quellen: Verbraucherzentrale, Cochrane Review, Leitlinie Blasenentzündung

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