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Ohrenpflege – so geht's

Finger weg von Wattestäbchen

Unser Ohr leistet Enormes. Gleich für zwei Sinneswahrnehmungen ist es zuständig: den Hörsinn und den Gleichgewichtssinn. Tipps zur richtigen Pflege und Reinigung dieses wichtigen Organs.

Selbstreinigung der Ohren unterstützen

Die Ohren reinigen sich selbst und zwar rund um die Uhr. Kleine Flimmerhärchen in den Gehörgängen transportieren durch ständige Bewegung abgestorbene Hautschuppen, Fremdkörper und Schmutz- und Staubpartikel nach außen. Unterstützt werden die Härchen vom Ohrenschmalz, dem sogenannten Cerumen. Ohrenschmalz ist kein Schmutz. Im Gegenteil: Da Partikel daran haften bleiben, hilft das klebrige Sekret, den Gehörgang zu reinigen. Außerdem bildet Ohrenschmalz einen Säureschutzmantel, der das Eindringen von Krankheitserregern oder Insekten verhindert und die Haut fettet, um sie geschmeidig zu halten. Um die Ohren zu reinigen genügt es, diese Selbstreinigungsfunktionen zu unterstützen.

Sanfte Säuberung

Mit einem Waschlappen oder Wattepad können Sie die Ohrmuscheln sanft säubern und den heraus transportierten Schmutz entfernen. Alternativ lassen Sie unter der Dusche etwas warmes Wasser in den Gehörgang laufen und trocknen die Ohrmuschel anschließend mit einem weichen Tuch ab.

Hinweis: Seife oder Shampoo sollten nicht in die Ohren gelangen.

Gegen trockene Haut hilft es, die Ohrmuschel vorsichtig mit einigen Tropfen Babyöl einzureiben. Auch hinter den Ohren sollten Sie sich regelmäßig waschen und die Haut anschließend gut abtrocknen. Kinder benötigen dabei Hilfe. Denn bei fehlender oder falscher Reinigung entstehen bei Ihnen besonders schnell Entzündungen am und im Ohr.

Wattestäbchen meiden

Wattestäbchen haben in den Ohren nichts zu suchen. Die harten Stäbchen können kleine Hautverletzungen verursachen und eine Angriffsfläche für Bakterien und Pilze bieten. Die Folge sind Ekzeme und schmerzhafte Entzündungen des Gehörgangs. Bei unsachgemäßer Benutzung besteht außerdem das Risiko, das empfindliche Trommelfell zu reizen oder zu verletzen. Zum anderen schieben Q-Tipps das Ohrenschmalz tiefer in den Gehörgang, wo es eintrocknet und sich zu einem Pfropf verklumpen kann.

Tipp: Wenn Sie nicht auf Wattestäbchen verzichten wollen, steigen Sie auf spezielle Sicherheitsstäbchen für Babys um. Diese haben ein verdicktes Ende und dringen nicht zu tief in den Gehörgang ein.

Ohrenschmalzpfropf professionell entfernen lassen

Eine weitere Ursache für einen Ohrenschmalzpfropf ist eine übermäßige Produktion von Ohrenschmalz. Dann reicht die Selbstreinigungsfunktion der Ohren nicht aus. Ohrenschmalz sammelt sich im Gehörgang, trocknet ein und bildet einen harten Pfropf. Bei älteren Menschen entsteht der Verschluss oft, da die Drüsen weniger Fett erzeugen und das Ohrenschmalz fester wird. Die Folgen sind Druckgefühle, Schmerzen und Schwerhörigkeit. Ohrentropfen oder -sprays mit Pflanzenölen aus der Apotheke helfen Ihnen, das Cerumen zu entfernen.

Hinweis: Hat sich bereits ein harter Pfropf gebildet, sollten Sie sich an einen HNO-Arzt wenden. Dieser entfernt den Schmalzpfropfen durch Absaugen, mithilfe eines kleinen Häkchens oder durch eine Spülung mit körperwarmem Wasser.

| Von: Sandra Göbel Bildrechte:Bohbeh/Shutterstock

Blutdruck: zu hoch oder noch normal?

Neuer Grenzwert für Behandlung

Ist ein Absenken der Grenzwerte für eine Blutdruckbehandlung sinnvoll und sterben weniger Personen an Herzerkrankungen, wenn der Arzt früher mit der Behandlung beginnt? Diese Frage stellten sich Münchner Forscher.

Unterschiede bei amerikanischen und deutschen Grenzwerten

Wissenschaftler um Karl-Heinz Ladwig von der Technischen Universität München und dem Helmholtz Zentrum München überprüften, ob weniger Menschen an Herzerkrankungen sterben, wenn die Schwelle für eine Blutdruckbehandlung niedriger angesetzt wird. Anlass der Studie ist eine neu erlassene Richtlinie in den USA für Bluthochdruck. Laut amerikanischen Vorgaben beginnt eine Behandlung, wenn im so genannten Bluthochdruckstadium 1 Werte zwischen 130-139 mmHg/80-89 mmHg gemessen werden. Im Gegensatz dazu sieht die Europäische Gesellschaft für Kardiologie bei diesen Werten noch einen erhöhten normalen Blutdruck ohne Behandlungsbedarf.

Die Münchner Forscher werteten die Daten von rund 12.000 Patienten in Deutschland aus. „Wir haben untersucht, wie hoch innerhalb eines Zeitraumes von 10 Jahren das Risiko für Menschen in den verschiedenen Blutdruckkategorien war, an einer Herz-Kreislauferkrankung zu sterben und welche anderen Risikofaktoren jeweils vorlagen“, erläutert Seryan Atasoy, Epidemiologin und Erstautorin der Studie.

Niedrigere Grenzen schlecht für Psyche

Personen mit Werten aus dem Stadium 1 starben nicht häufiger an Herz-Kreislauferkrankungen als Menschen mit normalem Blutdruck. Zusätzlich brachte die Daten der behandelten Patienten mit gefährlichem Bluthochdruck zwei Erkenntnisse: Die Motivation, aufgrund einer Diagnose den Lebensstil umzustellen, ist sehr gering, da Rauchen und Bewegungsmangel in dieser Gruppe besonders ausgeprägt sind. Außerdem scheint sich eine Behandlung eher negativ auf die Psyche auszuwirken: Jeder Zweite in dieser Gruppe leidet unter depressive Verstimmungen, verglichen mit jedem Dritten Nicht-Behandelten.

„Wird man offiziell mit dem Etikett 'krank' versehen, wirkt sich das auf die psychische Gesundheit aus“, führt Ladwig aus. Das Herabsetzen der Behandlungsgrenze in den USA hat zur Folge, dass der Anteil an behandelten Bluthochdruckpatienten von 32 Prozent auf 46 Prozent steigen wird. Ladwig erläutert: „14 Prozent werden also zusätzlich psychischem Druck ausgeliefert, ohne dass für sie eine signifikant höhere Gefahr bestehen würde, eine tödliche Herz-Kreislauferkrankung zu entwickeln und ohne, dass eine Motivationswirkung […] zu erwarten wäre.“ Eine Übernahme der US-Leitlinien für Europa wäre daher aus Ladwigs Sicht nicht zu empfehlen.

Quelle: Ärzteblatt

| Von: Simone Lang Bildrechte:kurhan/Shutterstock.com
Bei vielen getrennten Schlafzimmern liegt die Ursache bei einem schnarchenden Partner.

Schnarchen schadet Beziehung

Belastung für Körper und Partner

Wie wohltuend ein erholsamer Nachtschlaf ist, merkt man erst, wenn er gestört ist – zum Beispiel durch einen schnarchenden Partner. Hinter den lauten Atemgeräuschen stecken aber manchmal auch ernste Erkrankungen.

Schlechter Schlaf neben einem Schnarcher

Eine aktuelle forsa-Umfrage unter 1012 Personen im Auftrag der Initiative Deutschland schläft gesund der Deutschen Stiftung Schlaf bringt es an den Tag: Ein schnarchender Partner stellt eine ernsthafte Belastung für die Beziehung dar. Drei Viertel der befragen Frauen und 6 von 10 Männern gaben bei der Befragung an, dass ihr Lebenspartner schnarcht. Die Konsequenz ist bei zwei Dritteln der Fälle eine gestörte Nachtruhe und bei fast jedem 8. Betroffenen führt das laute Schnarchen zu getrennten Schlafzimmern.

Die Partner von Schnarchern entwickeln unterschiedliche Strategien, mit denen sie den nächtlichen Lärm versuchen zu stoppen: Sie reichen vom Anstoßen des Schnarchers (45 Prozent) über Umdrehen im Bett (21 Prozent) und Aufwecken (11 Prozent) bis zur räumlichen Trennung in der Nacht.

Manchmal Hinweis auf schwerwiegende Ursache

Unter den Schnarchern weiß nur ein Bruchteil (5 Prozent), dass ein Gang zum Arzt durchaus ratsam sein kann. Nächtliche Atemaussetzer, die das Schnarchen manchmal begleiten, können ernsthafte körperliche Folgen haben: Diese meist unbemerkte Schlafapnoe wird mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischer Bronchitis und chronischem Husten sowie asthmatischen Beschwerden in Zusammenhang gebracht. Auch ein schlecht eingestellter Diabetes und Schlaganfälle scheinen laut Schlafforschern mit dem Schnarchen in Verbindung zu stehen.

Quelle: Ärzteblatt

| Von: Simone Lang Bildrechte:Syda Productions/Shutterstock.com

Vorsorgeleistung für Männer

Kritischem Gefäßriss vorbeugen

Insbesondere für Männer höheren Alters besteht die Gefahr, dass sich im Bauchraum eine erweiterte Körperschlagader, ein so genanntes Aneurysma, bildet. Ein Riss des Gefäßes ist lebensbedrohlich. Experten raten, zeitig einen Termin für die kostenlose Vorsorgeuntersuchung zu machen.

Einmalige Leistung für Männer über 65 Jahren

Ein Bauch-Aortenaneurysma ist eine krankhafte Ausweitung der Hauptschlagader (Aorta), die bei Männern im höheren Alter 5-fach häufiger auftritt als bei Frauen. Überschreitet die Aussackung eine kritische Grenze, droht sie zu reißen und es kommt innerhalb von Sekunden zu lebensgefährlichen inneren Blutungen.

Wird eine erweiterte Bauchschlagader rechtzeitig erkannt, gibt es zwei Möglichkeiten: Der Arzt beobachtet die Veränderungen in nachfolgenden Untersuchungen oder er operiert, wenn das Risiko für einen Riss groß ist. „Genau das will das neue Screening leisten“, erklärt Prof. Thomas Schmitz-Rixen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin. Seit 2018 bieten die gesetzlichen Krankenkassen eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung einer erweiterten Bauchaorta an. Männer über 65 Jahren haben einen einmaligen Anspruch auf eine Ultraschalluntersuchung und die begleitende Beratung. Beides kann der Hausarzt vornehmen.

Nicht zögern: Vorsorgetermin machen

Wie Studien zeigen, verhindert die Früherkennung 3 Todesfälle bei 1000 untersuchten Männern. Bei fraglichen Fällen, die der Arzt weiter beobachtet, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für nachfolgende Ultraschallscreenings.

Männer, die rauchen, bereits länger unter Bluthochdruck leiden oder erhöhte Fettwerte im Blut aufweisen, gehören zu den Risikopatienten für ein Bauch-Aneurysma. Auch familiär gehäuft auftretende Aneurysmen und Herzkrankheiten erhöhen die Gefahr für eine erweiterte Bauchschlagader. „Wir raten diesen Risikopatienten, nicht zu lange abzuwarten und einen Screening-Termin zu vereinbaren“, betont Schmitz-Rixen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

| Von: Simone Lang Bildrechte:Andrey_Popov/Shutterstock.com

ADHS durch frühe Einschulung?

Aufmerksamkeitsstörungen immer häufiger

Sind Kinder in der Schule unruhig und konzentrieren sich schlecht, steht schnell die Diagnose ADHS im Raum. Amerikanische Forscher haben nun untersucht, ob solche Kinder schlicht zu früh eingeschult wurden.

Stichtag entscheidet über Alter bei Einschulung

In vielen Ländern regelt ein Stichtag, in welchem Alter Kinder eingeschult werden. Das hat zur Folge, dass der Altersunterschied zwischen den Schülern in vielen Grundschulklassen bis zu einem Jahr beträgt. Eine amerikanische Forschergruppe der Harvard Medical School hat nun eine interessante Beobachtung gemacht: Bei Kindern, die im August geboren wurden und deswegen noch sehr jung eingeschult wurden, wurde 34 Prozent häufiger eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostiziert als bei solchen Kindern, die auf Grund ihres Geburtstags im September noch ein Jahr länger zuhause blieben. Untersucht wurden über 400 000 Grundschüler der Jahrgänge 2007 bis 2009. Die früh eingeschulten Kinder erhielten zudem 32 Prozent häufiger Medikamente wie Methylphenidat gegen die Erkrankung. Vor der Einschulung war die Anzahl der gestellten Diagnosen völlig unabhängig vom Geburtsmonat.

Mangelnde Schulreife statt ADHS

Die deutlichen Ergebnisse der Studie legen nah, dass die Diagnose ADHS oft gestellt wird, weil Kinder zu früh eingeschult werden. Denn auch fehlende Schulreife ist oft ein Grund, warum Kinder nicht still sitzen können und nur wenig Interesse am Unterricht haben. Häufig sind es dann die Lehrer, die Eltern auf Verhaltensauffälligkeiten aufmerksam machen und so den Gang zum Arzt einleiten. Andere Studien zeigen ganz ähnliche Phänomene: So haben Kinder, die nach dem Stichtag geboren sind, also später eingeschult werden, häufig bessere Noten als ihre jüngeren Mitschüler.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

| Von: Sara Steer Bildrechte:stockfour/Shutterstock.com

Besser mollig als Raucher

Rauchstopp lohnt sich trotz mehr Kilos

Wer mit dem Rauchen aufhört, nimmt häufig erst einmal ein paar Kilo zu. Auch, wenn ein etwas Gewicht zusätzlich auf die Waage kommt, überwiegen die gesundheitlichen Vorteile des Nicht-Rauchens.

Rauchstopp bedeutet Gewinn an Lebenszeit

Der Konsum von Nikotin steigert den Grundumsatz des Körpers und dämpft das Hungergefühl. Dementsprechend haben Menschen einen gesteigerten Appetit, wenn sie sich das Rauchen abgewöhnen. Ehemalige Raucher legen durchschnittlich 4 bis 5 Kilogramm an Gewicht zu, wenn sie konsequent auf Nikotin verzichten. „Lange Zeit war unklar, ob dieser Effekt den Gewinn an Lebenszeit, der durch den Rauchstopp erzielt wird, teilweise wieder zunichtemacht“, erläutert der Lungenspezialist Prof. Claus Vogelmeier. Diese Bedenken könne die aktuelle amerikanische Studie zerstreuen.

Wissenschaftler aus Boston werteten die Daten mehrerer Langzeitstudien aus, bei denen für 160.000 Teilnehmer Angaben zu Rauchstatus, Gewicht und Gesundheit vorlagen. Über einen Beobachtungszeitraum von im Durchschnitt 20 Jahren verglichen die Forscher Veränderungen, die ein Rauchstopp verglichen mit fortgesetztem Rauchen zur Folge hat.

Nichtrauchen hat nur Vorteile – wenn das Gewicht stabil bleibt

Die Gefahr, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder anderen Ursachen zu sterben, war für alle Ex-Raucher deutlich geringer als für die Gruppe der Immer-noch-Raucher. Der Gewinn an Lebenszeit galt laut den amerikanischen Forschern für alle Gewichtsgruppen. Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Vogelmeier ergänzt: „Dieser Effekt stellt sich sehr rasch nach dem Rauchstopp ein und wird in den ersten zehn bis fünfzehn Jahren immer größer.“ Lediglich Personen mit einer sehr starken Gewichtszunahme (mehr als 18 Kilogramm) hatten ein ähnliches Risiko wie Raucher, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.

In den ersten 5 bis 7 Jahren nach dem Verzicht auf Zigaretten stieg das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, zunächst an und fiel danach wieder ab. „Das Diabetesrisiko stieg dabei umso stärker, je mehr Gewicht die Teilnehmer zulegten“, führt Vogelmeier aus. Ex-Raucher, die weniger als 5 Kilogramm zunahmen, waren von diesem Effekt nahezu nicht betroffen.

„Als Fazit bleibt festzuhalten: Ein Rauchstopp lohnt sich immer“, fasst DGIM-Generalsekretär Prof. Ulrich Fölsch die Studienergebnisse zusammen. Dies gelte auch für andere Krankheiten wie beispielsweise Rheuma und Magen-Darm-Leiden, unter denen Raucher deutlich stärker leiden als Nichtraucher.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

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Befreiung von Rezeptgebühr

Bei Krankenkassen beantragen

Für Patienten mit häufigen Verschreibungen bedeuten die jährlichen Rezeptgebühren eine erhebliche finanzielle Belastung. Welche Voraussetzungen sind für eine Zuzahlungsbefreiung notwendig? Die Apothekerkammer Niedersachsen gibt hilfreiche Tipps.

Grenze für Zuzahlung erreicht?

Gesetzliche Zuzahlungen kommen aus unterschiedlichen Bereichen auf den Patienten zu: bei Rezeptgebühren für Medikamente, bei Heil- und Hilfsmitteln, nach Krankenhausaufenthalten und Rehamaßnahmen. Es existiert ein Eigenanteil, den Patienten aus eigener Tasche zahlen müssen. Die Höhe richtet sich nach dem Haushalts-Bruttoeinkommen durch beispielsweise Gehalt oder Rente. Die Belastungsgrenze für alle in einem Haushalt lebenden Personen liegt jährlich bei 2 Prozent der Bruttoeinkünfte. Patienten mit chronischen Erkrankungen unterliegen einer Höchstgrenze von lediglich 1 Prozent beim Eigenanteil.

Bei Überschreiten der Belastungsgrenze können sich Patienten von weiteren Zuzahlungen bei ihrer Krankenkasse für das laufende Jahr befreien lassen. Bereits zu viel geleistete Beträge erstatten die Krankenkassen auch rückwirkend. Allerdings müssen Betroffene alle Zahlungsbelege und Quittungen zusammen mit ihrem Einkommensnachweis bei den Kassen vorlegen. Dabei ist wichtig, dass alle Belege den korrekten und vollständigen Namen des Versicherten enthalten. Bei Bedarf legen die Mitarbeiter der Apotheken für Stammkunden ein Kundenkonto an, über das problemlos alle geleisteten Zahlungen abrufbar sind.

Befreiung auch im Voraus möglich

Manche Patienten wissen bereits im Vorfeld, dass sie mit ihren Zuzahlungen einen Betrag oberhalb der Belastungsgrenze erreichen. Für die Betroffenen besteht die Möglichkeit, den persönlichen Grenzbetrag an die Krankenkasse zu entrichten und in der Folge für das laufende Kalenderjahr von allen Zuzahlungen befreit zu werden. Das lästige Sammeln von Belegen und Quittungen entfällt ebenfalls.

Quelle: Apothekerkammer Niedersachsen

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Hilfe bei Erdnussallergie

Therapie für den Ernstfall

Kommen Erdnussallergiker auch nur mit kleinen Mengen des Allergens in Kontakt, sind die Folgen mitunter lebensbedrohlich. Eine neue Therapie könnte Betroffene zumindest vor den schlimmsten allergischen Symptomen schützen.

Gefährliche Allergie mit steigender Tendenz

Etwa jedes 100. Kind in Deutschland reagiert allergisch auf Erdnüsse: Das äußert sich in Magen-Darm-Beschwerden über heuschnupfenartige Symptome bis hin zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock. Bei manchen Menschen reichen für schwere Reaktionen kleinste Mengen Erdnusseiweiß aus, das über die Nahrung, bloßes Einatmen oder über die Haut in den Körper gelangt.

Der Verzicht auf erdnusshaltige Produkte ist die einzig mögliche Therapie. Für Betroffene gestaltet sich das schwierig; auch in unverdächtigen Produkten wie zum Beispiel Speiseöl, Cornflakes, Müsli, Chips, Wachsmalstiften und Kosmetika sind häufig Spuren von Erdnüssen enthalten.

Eine Arzneimittelstudie an 66 Kliniken in Amerika und Europa setzte sich zum Ziel, Erdnussallergiker mit Hilfe einer Gewöhnungstherapie zumindest vor den schlimmsten allergischen Beschwerden zu bewahren. An der Studie nahmen insgesamt 551 Patienten teil, die allergisch auf Erdnüsse reagierten. Die meisten (496) waren jünger als 18 Jahre. Voraussetzung für eine Teilnahme war unter anderem eine positive Reaktion auf 100 Milligramm Erdnussprotein, was etwa einem Drittel der in einer Erdnuss enthaltenen Menge entspricht.
Die Teilnehmer erhielten zu Beginn der Untersuchung 0,5 Milligramm Erdnussprotein, wobei sich die Menge über 22 Wochen auf eine Dosis von 300 Milligramm steigerte, die dann über ein halbes Jahr verabreicht wurden.

Therapie schützt vor Folgen eines versehentlichen Kontakts

Zwei Drittel der Patienten im Alter von 4 bis 17 Jahren (67 Prozent) waren nach Therapieende in der Lage, eine Dosis von 600 Milligramm Erdnussprotein (entspricht 2 Erdnüssen) zu tolerieren, verglichen mit 4 Prozent der Kontrollgruppe. Eine Menge von 3 bis 4 Erdnüssen (1000 Milligramm) vertrug noch die Hälfte der Patienten, aber nur 2,4 Prozent der Kontrollgruppe.

Eine bestehende Erdnussallergie heilt durch die orale Immuntherapie nicht aus, die Patienten sind jedoch weitgehend vor den gravierenden Folgen eines versehentlichen Kontakts geschützt, zu dem es bereits beim Essen in der Kantine oder im Restaurant kommen kann.

Die Aussicht für eine baldige Zulassung der oralen Immuntherapie in den USA sind gut und in Europa wird demnächst mit einem Antrag auf Zulassung gerechnet.

Quelle: Ärzteblatt

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Sensible Nerven bei unruhigen Beinen

Ursachenforschung bei Restless Legs

Die Nerven von Patienten mit Restless Legs Syndrom (RLS) geben bereits schwache Impulse an die Muskulatur weiter, die dann zuckt und schmerzt. Diese Übererregbarkeit trägt laut Göttinger Neurologen zum Krankheitsbild der unruhigen Beine bei.

Nerven in Beinen bei RLS schneller aktiviert

Am Restless Legs Syndrom oder den unruhigen Beinen sind in Deutschland mehrere 100.000 Menschen erkrankt. Wenn der Körper eigentlich zur Ruhe kommt – also am Abend und in der Nacht – beginnen häufig die Beschwerden: Betroffene klagen über Kribbeln, Reißen und Krämpfe in den Beinen und sie verspüren einen unnatürlichen Bewegungsdrang. Durch den ständigen Schlafmangel fühlen sich RLS-Patienten müde und erschöpft. Die Beschwerden treten ein- oder beidseitig in Beinen oder Armen auf.

Wissenschaftler der Universität Göttingen zeigten in einer aktuellen Untersuchung, dass eine erhöhte Erregbarkeit der peripheren Nerven beim RLS eine Rolle spielt. An der Studie nahmen 34 RLS-Patienten teil, die keine Medikamente einnahmen, sowie 38 gesunde Probanden. Das Team um Dirk Czesnik ermittelte an den Endigungen des Mittelarmnerves (Nervus medianus) eine unterschiedliche Erregbarkeit in den beiden Teilnehmergruppen: Die Forscher machen bestimmte Kanäle verantwortlich, die sich bei den Nervenzellen von RLS-Patienten bereits bei schwachen Impulsen öffnen und das Signal an die Muskulatur weiterleiten.

In künftigen Studien wollen die Mediziner die Wirkung von Medikamenten testen, die genau an diesen Kanälen ansetzen und die Erregbarkeit der Muskeln verringern. Auch der Effekt bereits etablierter Arzneimittel auf die Nervenerregung in der Peripherie ist Bestandteil neuer Untersuchungen.

Quelle: Ärzteblatt

| Von: Simone Lang Bildrechte:Syda Productions/Shutterstock.com

Diät oder Intervallfasten?

Das Wichtigste ist Durchhalten

Intervallfasten hilft Übergewichtigen nicht nur beim Abnehmen, sondern ist auch gesund. Die gleichen positiven Wirkungen haben herkömmliche Reduktionsdiäten. Heidelberger Forscher sehen viele individuelle Wege zu einem gesunden Gewicht.

Intervallfasten: gesünder und effektiver als Diät?

Es klingt verlockend: 8 Stunden schlemmen, soviel man möchte und anschließend die folgenden 16 Stunden hungern. Oder gleich 2 ganze Tage fasten, dafür die restlichen 5 Tage der Woche ohne Reue genießen. Zahlreiche Ratgeber versprechen mit dem Intervallfasten – auch bekannt als 16:8- oder5:2-Diät – garantierten Gewichtsverlust ohne Jojo-Effekt mit nachhaltiger Verbesserung der körperlichen Gesundheit.

„Tatsächlich gibt es erst wenige kleinere Studien zum intermittierenden Fasten, die aber mit verblüffend positiven Effekten für die Stoffwechsel-Gesundheit aufwarten“, erläutert Ruth Schübel vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). „Das hat uns neugierig gemacht und wir wollten wissen, ob sich diese Effekte auch in einer größeren Patientengruppe und über einen längeren Zeitraum nachweisen lassen.“

Zusammen mit Wissenschaftlern vom Universitätsklinikum Heidelberg untersuchte Schübel über 1 Jahr den Erfolg von Diäten und Intervallfasten auf Gewicht und Gesundheit von 150 übergewichtigen und fettleibigen Teilnehmern. Ein Drittel der Probanden ernährte sich 12 Wochen lang nach einer Reduktionsdiät mit einer um 20 Prozent verringerten täglichen Kalorienaufnahme. Die zweite Gruppe folgte einem 5:2-Diätplan, mit dem sie wöchentlich ebenfalls 20 Prozent der Kalorien einsparten. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe nahmen an keiner Diät teil, sollten sich aber wie alle anderen ausgewogen ernähren. Nach der Diät dokumentierten die Forscher für weitere 38 Wochen Gewicht und Gesundheitszustand.

Bauch- und Leberfett reduzieren – egal wie

Beide Diätformen verbesserten in gleichem Maß die körperliche Gesundheit der Teilnehmer. „Bei den Probanden beider Gruppen verringerte sich mit dem Körpergewicht das viszerale Fett, also das ungesunde Bauchfett, ebenso die Fettablagerungen in der Leber“, hebt Schübel hervor. Ebenfalls keinen Unterschied zwischen den Diätformen fanden die Studienautoren bei verschiedenen Stoffwechselwerten und Genaktivitäten.

Tilman Kühn, Leiter der Studie, fasst als Ergebnis zusammen, dass es weniger auf die Diätform ankomme, sondern darauf, sich für eine Methode zu entscheiden und diese dann durchzuziehen. „Zudem scheint es, dass es einigen Menschen leichter fällt, an zwei Tagen sehr diszipliniert zu sein, statt jeden Tag Kalorien zu zählen und sich einzuschränken. Um das neue Gewicht zu halten, bedarf es aber auch einer dauerhaften Ernährungsumstellung auf ausgewogene Kost nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.“

Quelle: DKFZ

| Von: Simone Lang Bildrechte:Stock-Asso/Shutterstock.com

Händedesinfektion in Kita lohnt sich

Handhygiene gegen Atemwegsinfekte

Kinder erkranken seltener an Infektionen der Atemwege und benötigen weniger antibiotische Medikamente, wenn sie bei der Handhygiene Desinfektionsmittel verwenden.

Alle Jahre wieder: Husten und Infekte der Atemwege in Kitas

In der kalten Jahreszeit haben in Kindergärten und Krippen wieder Husten, Ohrenentzündung und Bronchitis Hochkonjunktur. Ernestina Azor-Martinez und ihre Kollegen vom Krankenhaus Torrecardenas in Almeria, Südspanien, gingen der Frage nach, ob eine bessere Hygiene der Hände einen Einfluss auf die Zahl der Atemwegserkrankungen bei Kindern hat. Hierfür untersuchten sie insgesamt 911 Kinder bis zu 3 Jahren, die mindestens 15 Stunden pro Woche in einer öffentlichen Einrichtung betreut wurden.

Die Forscher teilten die Kinder in 3 Gruppen ein: Ein Teil der Kinder wusch die Hände mit Wasser und Flüssigseife ohne antibakterielle Zusätze. Die zweite Gruppe verwendete ein Handdesinfektionsmittel mit 70 Prozent Ethanol und die Kinder der Kontrollgruppe behielten ihre üblichen Handwaschgewohnheiten bei. Alle Kinder und Betreuer wuschen sich die Hände entsprechend den speziellen Vorgaben nach Ankunft und vor Verlassen der Einrichtung, vor und nach dem Essen, nach Aufenthalten im Freien, nach Toilettengängen sowie nach Niesen oder Naseputzen. Zusätzlich gab es Schulungen für Eltern und Betreuer zum Thema Handhygiene und über die richtige Verwendung von Desinfektionsmitteln.

Mit Händedesinfektion seltener krank und weniger Antibiotika

In den acht Monaten von November 2013 bis Juni 2014 kam es zu insgesamt 5211 Fällen von Atemwegserkrankungen in den Kitas. Dabei hing das Erkrankungsrisiko der Kinder von der Art ihrer Handhygiene ab: Kinder, die sich die Hände desinfizierten, erkrankten mit einem um 23 Prozent geringerem Risiko als die Kinder aus der Kontrollgruppe. Ihnen wurde im Vergleich 31 Prozent weniger Antibiotika verschrieben. Kinder, die sich die Hände mit Wasser und Seife wuschen, besaßen ein um 21 Prozent höheres Infektionsrisiko und um 31 Prozent mehr Verschreibungen für Antibiotika als die Kinder aus der Desinfektionsgruppe.

Insgesamt gab es 5186 Fehltage aufgrund von Atemwegsinfekten. Kinder aus der Gruppe mit Handdesinfektion blieben deutlich weniger Tage zu Hause als die Kita-Kinder der Seifen- oder Kontrollgruppe (3,3 Prozent gegenüber 3,9 und 4,2 Prozent).

Quelle: Ärztezeitung

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Diabetes Typ 2 ist kein Schicksal

Test und Beratung in Apotheken

Gegen den so genannten Altersdiabetes (Diabetes Typ 2) kann jeder Einzelne aktiv werden: Gesunde Ernährung, körperliche Betätigung und Nikotinverzicht mindern das Erkrankungsrisiko. Beratung und Tipps für Betroffene und Angehörige geben die Apotheker vor Ort.

Diabetes: Herausforderung für Kranke, Familie und Gesellschaft

Die Krankheit Diabetes trifft nicht nur den Erkrankten selbst, sondern in großem Maß auch dessen Familienangehörige: Sie erkennen die Symptome der Krankheit oft als erste und unterstützen den Diabetiker täglich bei einem gesunden Lebensstil.

„Zum Glück sind wir dem Typ-2-Diabetes und dessen Folgen nicht schicksalhaft ausgeliefert“, erinnert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Er betont, dass die Patienten nicht nur eine erhebliche Minderung der Lebensqualität erführen, auch die wirtschaftliche Belastung durch Diabetes sei enorm. Daher müssten in Deutschland die Anstrengungen bei Prävention (Vorbeugung) und Versorgung weiter intensiviert werden.

Apotheken mit hohem Stellenwert bei Diabetesprophylaxe

Ein wichtiges Bindeglied zwischen Patienten und Ärzten stellen die Apotheker dar. Viele Apotheken bieten als Serviceleistung für Ihre Kunden beispielsweise Blutzuckermessungen vor Ort an. „Wenn jemand ein erhöhtes Risiko für Diabetes hat, beraten wir den Patienten gerne ausführlich“, erklärt Cynthia Milz, Apothekerin und Sprecherin des Wissenschaftlichen Instituts für Prävention im Gesundheitswesen der Bayerischen Landesapothekerkammer. „Denn mit regelmäßiger Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und Nichtrauchen kann jeder Einzelne sein Risiko selbst beeinflussen.“

Geschultes Fachpersonal in vielen Apotheken gibt Auskunft zu Ernährungsfragen und kann Tipps für eine gesündere Lebensweise geben. Messaktionen und Vorträge runden das Angebot der Apotheken ab und tragen laut Milz viel zur Gesundheitsaufklärung der Bevölkerung bei. Weitere Informationen zum speziellen Leistungsangebot der Apotheke vor Ort erhalten Sie telefonisch oder über die Suchfunktion auf www.apotheken.de.

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung, Apotheker wichtig in der Diabetesprävention, 14.11.2018

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Grippeimpfung beugt Herzinfarkt vor

Kasse zahlt neuen Impfstoff

Insbesondere für ältere Menschen und chronisch Kranke hat die Impfung gegen Grippe große Vorteile: Geimpfte erleiden deutlich seltener einen Herzinfarkt. 2018 übernehmen die Krankenkassen die Kosten für den Impfstoff.

Impfung schützt vor Folgeerkrankungen

Eine Infektion mit Influenzaviren kann schwere oder sogar tödliche Verläufe nehmen – besonders ältere Menschen und Patienten mit chronischen Erkrankungen sind davon betroffen. Gefürchtete Komplikationen sind zum Beispiel Entzündungen des Herzmuskels und des Gehirns.
Aktuelle Studien zeigen, dass die Grippeimpfung einen Herzinfarkt ähnlich effektiv verhindert wie ein Rauchstopp oder die Einnahme von blutdruck- oder cholesterinsenkenden Medikamenten. Auch Menschen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, profitieren von der Grippeimpfung: Nach 6 Monaten betrug die Rate an kardiovaskulären Todesfällen bei Geimpften 2 Prozent, verglichen mit 8 Prozent bei Nicht-Geimpften. Prof. Gerd Fätkenheuer, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, betont: „Diese wissenschaftlichen Belege machen deutlich, dass die Impfung gegen Influenza gerade bei Herzpatienten ein wesentlicher und selbstverständlicher Bestandteil der Vorsorge sein sollte. Dennoch sind die Impfraten bei Risikopatienten leider nach wie vor niedrig.“

Die Monate Oktober und November sind der beste Zeitpunkt für eine Grippeimpfung: Der Körper besitzt erst nach etwa 2 Wochen den kompletten Impfschutz und kann dann die nächste Grippewelle erfolgreich abwehren. In der Saison 2017/2018 fiel diese mit 334.000 Grippekranken und 1.100 Grippetoten allein in Berlin besonders stark aus.

Vierfach-Impfstoff auch gegen Influenza B

In der vergangenen Saison enthielt der Grippeimpfstoff Komponenten aus drei Virusstämmen. Er war nur begrenzt wirksam, da der Hauptanteil der Erkrankungen durch eine nicht enthaltene Variante des Influenza B-Virus ausgelöst wurde. Für die Saison 2018/2019 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut einen Vierfach-Impfstoff. Fätkenheuer ist sicher: „Mit der Impfung gegen vier statt drei verschiedene Viren-Stämme können in der kommenden Saison aller Voraussicht nach deutlich mehr Erkrankungen verhindert werden.“ Die Kosten werden in diesem Jahr von den Krankenkassen erstattet. Die STIKO empfiehlt eine Grippeimpfung für chronisch Kranke, Personen über 60 Jahren, Schwangere und Angehörige medizinischer Berufe.

Quelle: Bundesverband Deutscher Internisten e. V.

Weitere Informationen zur Schutzimpfung gegen Grippe auf den Seiten des Robert Koch-Instituts.

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Diät bei Zöliakie bald überflüssig?

Neues Arzneimittel attackiert Gluten

Was bei Laktoseintoleranz schon lange Realität ist, könnte bald bei Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie) auf den Markt kommen: Wiener Forscher entwickelten Antikörper, die Gluten umklammern und aus dem Verkehr ziehen. Das Mittel soll ab 2021 in Apotheken erhältlich sein.

Neuer Forschungsansatz: Antikörper direkt gegen Gluten

Etwa jeder 100. Deutsche leidet unter einer Überempfindlichkeit gegenüber dem Eiweiß Gluten, das in Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel vorkommt. Der Verzehr von glutenhaltigen Produkten führt bei Betroffenen zu einer Entzündungsreaktion im Dünndarm, die mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Blähungen verbunden ist. Der Körper nimmt weniger Nährstoffe auf, was insbesondere bei Kindern zu Wachstumsstörungen und Blutarmut zur Folge hat. Die bisher einzig mögliche Therapie besteht aus einer lebenslangen, glutenfreien Diät.

Österreichische Wissenschaftler entwickeln derzeit ein Mittel, das direkt gegen Gluten gerichtet ist. Prof. Oliver Spadiut, Studienleiter von der Technischen Universität Wien, erläutert den Wirkmechanismus des Arzneimittels: „Unser Körper produziert Antikörper, die genau zu eindringenden Antigenen passen […]. Durch diese Immunreaktion werden diese Antigene unschädlich gemacht. Wenn man nun ein neuartiges Antikörperfragment […] herstellt, welches an das eindringende Glutenmolekül andockt und es blockiert, ohne aber das Immunsystem anzuregen, dann kann man die Symptome der Zöliakie unterdrücken.“

Ziel: Patienten erhalten Mittel ab 2021 in Apotheken

Bei der Herstellung der Antikörper arbeitete die Universität mit einem Industriepartner zusammen, der das Medizinprodukt auch auf den Markt bringen wird. „Es wird sich um ein Präparat handeln, das Zöliakie-Patienten zusammen mit glutenhaltigen Lebensmitteln einnehmen können, um die Zöliakie-Symptome zu lindern“, fasst Spadiut zusammen. „Ob die Symptome dadurch ganz zum Verschwinden gebracht oder nur abgeschwächt werden, muss sich erst zeigen – das ist wohl auch von Person zu Person unterschiedlich. Wir rechnen jedenfalls fest damit, dass das Produkt bereits im Jahr 2021 in gewöhnlichen Apotheken zu haben sein wird.“

Quelle: Bundesverband Deutscher Internisten e. V.

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Antibiotika korrekt einnehmen

7 Tipps für den richtigen Umgang

Multiresistente Keime sind derzeit in aller Munde. Bei diesen Erregern wirken die meisten Antibiotika nicht mehr. Experten der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) geben Patienten wichtige Tipps zu Einnahme und Dosierung von Antibiotika.

Resistenzen vermeiden

Als Antibiotika werden Arzneimittel bezeichnet, die das Wachstum von bakteriellen Erregern verhindern und aus diesem Grund bei einer Vielzahl von Infektionskrankheiten – oft auch lebensbedrohlichen Erkrankungen – zum Einsatz kommen. Seit der Entdeckung des Penicillins durch Alexander Fleming zählen Antibiotika zu den größten Errungenschaften der modernen Medizin und gehören zu den weltweit häufigsten verschriebenen Medikamenten.

Dabei ist es möglich, dass Antibiotika ihre Wirksamkeit verlieren, wenn die Bakterien mit der Zeit eine Widerstandsfähigkeit oder Resistenz gegen das Arzneimittel entwickeln. „Durch eine verantwortungsvolle Anwendung können Patienten dazu beitragen, dass die Antibiotika ihre Wirkung behalten“, betont der Vizepräsident der Bundesapothekerkammer Thomas Benkert.

Auf was sollten Anwender von Antibiotika achten?

  • Antibiotika unbedingt entsprechend der ärztlichen Verordnung einnehmen.

  • Das Antibiotikum so lange und in der Dosierung einnehmen, die der behandelnde Arzt verschrieben hat.

  • Informationen über Wechselwirkungen und die richtige Einnahme der Antibiotika geben die Apotheker. Milch oder kalziumreiche Mineralwässer schwächen die Wirkung mancher Präparate ab. Am besten eignet sich ein Glas Wasser zum Einnehmen der Tabletten.

  • Antibiotikareste dürfen nicht aufgehoben und bei der nächsten Infektion eigenmächtig vom Patienten eingenommen werden.

  • Die verordneten Präparate sollten auf keinen Fall an andere Patienten weitergegeben werden.

  • Antibiotika entsorgt man über den Hausmüll, nicht über die Toilette oder das Waschbecken. Auf diesem Weg entstehen Resistenzen. Manche Apotheken bieten die Entsorgung von Arzneimittelresten als freiwilligen Service für ihre Kunden an.

  • Besser als die Behandlung von Infektionen ist die Vorbeugung: Viele Infektionen vermeidet man durch Händewaschen und regelmäßige Impfungen, beispielsweise gegen Grippe.

Quelle: ABDA

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Wärmepflaster gegen Schmerzen

Schnelle Hilfe für den unteren Rücken

Eine falsche Bewegung – und schon zwickt es im unteren Rücken. Linderung versprechen da praktische Wärmepflaster. Doch in welchen Fällen helfen sie wirklich?

Moderate Wärme entspannt die Muskeln

Thermotherapie, also den Einsatz von Wärme zu heilenden Zwecken, gibt es schon lange. So greifen die meisten Deutschen beispielsweise bei Bauchschmerzen ganz automatisch zur Wärmflasche. Bei Beschwerden am Bewegungsapparat sind Pflaster zum Aufkleben auf die Haut eine praktische Alternative. Bei diesen wird die Wärme über Wirkstoffe wie Capsaicin erzeugt.

Warum genau Wärme Schmerzen lindert, ist noch gar nicht wirklich erforscht. Sicher ist, dass sie Muskeln entspannt und beweglicher macht. Außerdem sorgt Wärme für eine bessere Durchblutung, so dass das betroffene Gewebe mit mehr Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.

Nur bei bestimmten Beschwerden sinnvoll

Geeignet sind Wärmepflaster bei akuten und subakuten Schmerzen im unteren Rücken, bei Muskelkater, Sehnenerkrankungen und chronischen Beschwerden bei degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen. Besonders gut helfen die Pflaster bei gleichzeitiger moderater Bewegung.

Nicht zu empfehlen sind die eigentlich ungefährlichen Pflaster immer dann, wenn die Schmerzen durch aktuelle Entzündungen hervorgerufen werden, z.B. bei akuter Arthritis. Auch bei Fieber oder bekannter Thrombose-Erkrankung schaden die Pflaster mehr als sie helfen.

Pflaster richtig anwenden

Wärmepflaster sind gut verträglich – einige Grundsätze sollte man bei der Anwendung aber dennoch beachten:

  • Nur auf unverletzter Haut anwenden.
  • Keine anderen Arzneimittel wie Salben oder Lotionen gleichzeitig auf die betroffenen Körperregion aufbringen.
  • Bei zu starker Wärmeentwicklung Pflaster auf der Kleidung, z.B. einem eng anliegenden Unterhemd tragen.
  • Bei Juckreiz die Behandlung abbrechen.

Nach Entfernung des Pflasters ist die Haut oft gerötet. Sofern die Rötung schnell wieder zurückgeht, ist das aber kein Grund zur Sorge. Dahinter steckt eine erhöhte Durchblutung des behandelten Bereichs – was genau dem gewünschten Effekt entspricht.

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung, Nr. 46, 15.11.2018

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Augenringe und ihre Behandlung

Wenn lange Nächte Schatten werfen

Stress, Überarbeitung oder durchwachte Nächte – es gibt viele Gründe für dunkel umschattete Augen. In den meisten Fällen sind Augenringe ein sichtbares Zeichen dafür, dass Ihr Körper Erholung braucht. Doch es gibt auch Menschen, die ohne Stress oder lange Nächte Augenringe haben. Was Sie gegen die lästigen Schatten tun können und wie Sie ihnen vorbeugen.

Wie entstehen Augenringe?

Am stärksten fallen die bläulich-violetten, grauen oder bräunlichen Verfärbungen im Bereich unterhalb des Auges auf. Wenn Sie Ihr Spiegelbild betrachten, erscheinen Ihre Augen eingefallen und auf Ihre Mitmenschen machen Sie einen kranken Eindruck. Augenringe entstehen manchmal durch eine stärkere Hautpigmentierung im Augenbereich. In den meisten Fällen sind Gefäße die Ursache, die durch die Haut hindurch scheinen. Der Hautbereich unterhalb der Augen zählt zu den dünnsten Hautstellen des Körpers und enthält kaum Fettgewebe. Dafür versorgen viele kleine Blutgefäße den Augenmuskel. Sind diese feinen Gefäße unter der zarten Haut vorübergehend erweitert, zeichnen sich dunkle Augenringe ab. Eine schlechte Durchblutung verstärkt diesen Effekt, weil sauerstoffarmes Blut eine dunklere Farbe besitzt als sauerstoffreiches Blut.

Hinweis: Wie stark sich die Blutgefäße durch die Haut abzeichnen, ist abhängig vom Hauttyp und der Dicke des Fettgewebes. Im Allgemeinen sind hellhäutige, schlanke Menschen häufiger als andere von Augenringen betroffen.

Nur selten ein Fall für den Arzt

Augenringe sind in den meisten Fällen völlig harmlos. Nur, wenn Sie unter zusätzlichen Beschwerden leiden, empfiehlt sich ein Besuch beim Hausarzt. Sind Ihre Augenringe durch eine Überpigmentierung der Haut entstanden, ist es möglich, den Hautfarbstoff Melanin durch spezielle Cremes zu verringern. Eine solche Bleichung, beispielsweise mit Hydrochinon, darf wegen eventueller Nebenwirkungen nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Eine Alternative zur Hautbleichung ist eine Laserbehandlung. Beide Therapien besprechen Sie am besten mit Ihrem Hautarzt.

Eine operative Methode gegen Augenringe aufgrund von durchscheinenden Gefäßen ist die Unterspritzung der Haut mit Fett von Bauch oder Gesäß (autologe Fetttransplantation). Zur Aufpolsterung dünner Hautareale kann auch die flüssigkeitsbindende Hyaluronsäure angewendet werden. Als medizinische Eingriffe sind sie möglicherweise mit Nebenwirkungen wie Blutergüssen, Schwellungen oder Unebenheiten der Haut verbunden.

Hinweis: Für die Kosten einer Unterspritzung müssen Sie selbst aufkommen, weil das Beseitigen der lästigen, aber harmlosen Augenringe medizinisch nicht notwendig ist.

Kurzfristige Hilfe mit Gurkenscheiben und Kompressen

Viele Tipps aus Zeitschriften und Internet basieren darauf, den empfindlichen Augenbereich zu kühlen und für eine Entspannungspause zu sorgen. Hierzu gehören das Abwaschen des Gesichts mit kaltem Wasser, das Auflegen von Gurkenscheiben oder kalten Kompressen auf die geschlossenen Augen. Eine Kühlung hilft bei leichten Augenringen und angeschwollenen Augen zumindest für kurze Zeit, weil die Gefäße sich zusammenziehen und sich nicht mehr durch die Haut abzeichnen.

Tipp: Mit einer Abdeckcreme (Concealer) gewinnen Sie ganz sicher den Kampf gegen die Augenringe! Achten Sie darauf, ihn auf Ihren Hauttyp und die Färbung des Augenschattens abzustimmen: Bläuliche Augenringe gleichen Sie mit gelben Pigmenten aus, die zum Beispiel im Avène Couvrance Korrekturstick, im La Roche-Posay Toleriane Korrekturstift oder in der Vichy Dermablend Korrekturfarbe enthalten sind. Grüne Pigmente eignen sich für rote Äderchen und rot bei bräunlicher Hautfärbung.

So kommt es erst gar nicht zu Augenringen

Mit ein paar einfachen Verhaltensregeln entstehen dunkle Augenringe erst gar nicht:

  • Ein gesunder Lebensstil tut nicht nur Ihren Augen, sondern dem ganzen Körper gut. Vermeiden Sie Stress und Schlafmangel.

  • Achten Sie auf kühle, ausreichend durchlüftete Schlafräume.

  • Verzichten Sie weitgehend auf Nikotin und Alkohol.

  • Eine ausgewogene Ernährung mit viel Vitamin C und Eisen sowie eine Trinkmenge von mindestens eineinhalb Litern versorgt Ihren Körper mit den wichtigsten Nährstoffen.

  • Bringen Sie die Durchblutung mit regelmäßiger sportlicher Betätigung in Schwung.

  • Ein Besuch im Solarium lässt die empfindliche Haut im Augenbereich schneller altern und Augenringe verstärken sich. Verwenden Sie bei Aufenthalten im Freien stets Sonnenschutzmittel und tragen Sie eine Sonnenbrille, um die schädlichen UV-Strahlen abzufangen.

  • Feuchtigkeitsspendende Cremes beruhigen und entspannen den Hautbereich rund um die Augen.

Quelle: Christine Kammer, Die Nacht zum Tag gemacht? Pharmazeutische Zeitung Nr. 13+14, S. 56, Juli 2018.

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Guter Schlaf, fitte Arterien

Langschläfer leben gesünder

Täglich mehr als 7 Stunden Schlaf mit wenigen Unterbrechungen senken das Risiko für Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Kardiologen raten zu ungestörter und ausreichend langer Nachtruhe.

Zu kurzer oder unterbrochener Schlaf verstopft Arterien

Spanische Kardiologen untersuchten eine Woche lang das Schlafverhalten von fast 4000 gesunden Probanden mit einem Durchschnittsalter von 46 Jahren. Mit Hilfe von dreidimensionalen Ultraschalluntersuchungen bestimmten die Wissenschaftler arteriosklerotische Veränderungen in den Bein- und Halsarterien.

Weniger Arteriosklerose mit 7 Stunden Schlaf

Studienteilnehmer mit kurzer Schlafdauer litten signifikant häufiger an Arteriosklerose als Probanden mit 7 bis 8 Stunden täglich. Die Teilnehmer aus der Gruppe mit den meisten Schlafunterbrechungen wiesen häufiger Gefäßabschnitte mit Arterienverkalkung auf als die Teilnehmer mit den wenigsten Unterbrechungen in der Nacht.

„Zu wenig Schlaf und Unruhe während der Nacht sollten als Risikofaktoren für das Verstopfen oder Verengen von Arterien gesehen werden“, fordert der Mediziner Fernando Dominguez Rodriguez vom Spanischen Institut für kardiovaskuläre Forschung in Madrid. Der Studienautor ergänzt die Studienergebnisse: „Menschen mit kurzem oder unterbrochenem Schlaf hatten auch weit häufiger ein metabolisches Syndrom, also eine Kombination von Diabetes, hohem Blutdruck und Übergewicht.“ Er betont, dass ein guter Nachtschlaf anzustreben sei, zum Beispiel durch körperliche Aktivitäten und das Vermeiden von Kaffee und fettem Essen vor dem Schlafengehen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e. V.

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Beim Eingeben der Nasenlösung den Kopf nach hinten neigen.

Nasensprays richtig anwenden

Verweildauer in Nase entscheidend

Schnupfen ist meist harmlos, im Alltag aber trotzdem ein lästiger Begleiter. Nasensprays helfen dabei, die Atmung zu erleichtern. Um eine maximale Wirkung zu erreichen, ist es wichtig, dass bei der Anwendung ein paar einfache Regeln eingehalten werden.

Sprühlösungen verteilen sich leichter

Ob Sprühlösung oder Nasentropfen – vor der Anwendung empfiehlt es sich, sanft zu schnäuzen. So werden Sekrete aus der Nase entfernt und die Arzneimittel gelangen direkt auf die Schleimhäute. Wichtig ist zudem, dass möglichst viele Bereiche der Nase mit der Lösung benetzt werden. Dazu sollte man den Applikator zunächst circa einen halben Zentimeter in die Nase einführen, aber die Schleimhäute dabei nicht berühren.

Pumpsprays mit Sprühlösungen: 

  • Beim Abdrücken den Kopf leicht nach hinten neigen
  • Das Fläschen in einem 45 Grad-Winkel zum Boden halten
  • Falls die Fläschen eine Dosierpumpe haben, den Mechanimus unbedingt vor der ersten Anwendung einmal außerhalb des Körpers betätigen – nur so ist das Medikament vom ersten Pumpstoß an richtig dosiert.

Nasentropfen: 

  • Kopf weit nach hinten neigen
  • Für 1 bis 2 Minuten in dieser Position bleiben
  • Kopfdrehen nach links und rechts verteilt die Flüssigkeit besonders gut
  • Vermeiden, dass das Arzneimittel sofort in den Rachen abfließt.

Auf Hygiene achten

Damit Nasenkeime nicht verbreitet werden, sollten die Applikatoren generell nur von einer Person genutzt werden. Eine weitere Gefahr ist die eigene Reinfektion über verkeimte Fläschenaufsätze. Die Verschmutzung mit den Nasenkeimen lässt sich minimieren, indem Tropfpipetten immer zusammengedrückt aus der Nase gezogen werden. Eine anschließende Reinigung mit heißem Wasser ist optimal, ein Abwischen mit einem Tuch unbedingt erforderlich. Auch das Aufsetzen der Schutzkappe zwischen den Anwendungen schützt vor Verkeimung.

Behandlung auf eine Woche beschränken

Wichtig ist, dass die Nasentropfen nicht länger als eine Woche benutzt werden. Die darin enthaltenen Arzneistoffe wirken nämlich deswegen abschwellend, weil sie die Nasengefäße verengen. Länger verwendet führt die Minderdurchblutung zu einer trockenen Nase. Die Nase reagiert darauf längerfristig mit einer gesteigerten Durchblutung – mit der Folge, dass die Nasenschleimhäute anschwellen, obwohl der Schnupfen längst überstanden ist.

Quelle: PTA heute, Ausgabe 21, November 2018

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Die Risiken für Mutter und Kind sind am geringsten, wenn eine Pause von mindestens eineinhalb Jahren zwischen den Schwangerschaften liegt.

Längere Pause bis zum 2. Kind

Gefahr für Mutter und Kind verringern

Zu nah aufeinanderfolgende Schwangerschaften bergen Risiken für Mütter und Kinder. Bei älteren Schwangeren betreffen die Komplikationen die Mütter, jüngere Schwangere erleiden häufiger Fehlgeburten, wie kanadische Forscher herausfanden.

Auswertung von 148.000 Schwangerschaften

Ein kanadisches Forscherteam der British Columbia Universität in Vancouver untersuchte, ob das mütterliche Lebensalter eine Rolle bei Komplikationen bei Mutter oder Kind spielt. Dabei verglichen die Wissenschaftler Schwangerschaften mit engem Abstand (bis 6 Monate) und solche mit längerer Pause (über 18 Monate). Die Wissenschaftler werteten die Daten von 123.000 Frauen aus der kanadischen Provinz British Columbia mit insgesamt über 148.000 Schwangerschaften in einer retrospektiven Studie aus.

Frauen über 35 Jahren, die innerhalb von einem halben Jahr wieder schwanger wurden, waren zu 1,2 Prozent schwerwiegende Eingriffe wie Bluttransfusionen oder künstliche Beatmung notwendig. In Einzelfällen verstarben die Mütter sogar vor, während oder kurz nach der Geburt. Das statistische Risiko sank auf 0,5 Prozent, wenn zwischen den beiden Schwangerschaften mindestens eine Pause von 18 Monaten lag.

Bei jüngeren Frauen im Alter zwischen 20 und 34 Jahren bestand ein höheres Risiko für eine Fehlgeburt bei einer Schwangerschaftspause von unter 6 Monaten, verglichen mit älteren Schwangeren.

Ältere Mütter besonders betroffen

Die Hauptautorin der Studie Laura Schummers ordnet die Ergebnisse ein: „Besonders wichtig sind die Erkenntnisse für ältere Frauen, weil sie eher zu Schwangerschaften mit kurzen Pausen tendieren und das oft bewusst.“ Schummers und Kollegen empfehlen in der Studie ein optimales Intervall zwischen den Schwangerschaften von etwa 18 Monaten mit einem Spielraum zwischen 1 und 2 Jahren. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfahl 2005 ebenfalls, nach einer Schwangerschaft 24 Monate zu warten.

Quelle: Ärztezeitung

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