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Trampolinspringen? Aber sicher!

7 Regeln für gesunden Hüpfspaß

Wenn es draußen warm wird, startet in vielen Gärten wieder die Trampolin-Saison. Doch die Hüpferei ist durchaus verletzungsträchtig. Nun haben 2 Unfallchirurgen 7 Regeln für unfallfreies Trampolinspringen zusammengetragen.

Wenn Arme brechen und Gelenke auskugeln …

Trampolinspringen macht Spaß, es fördert die Ausdauer, die Koordination und kräftigt die Muskeln. Die Kehrseite der fröhlichen Hüpferei ist allerdings die Verletzungsgefahr. Immer wieder kommt es zu Verstauchungen oder Knochenbrüchen an Armen, Händen, Füßen oder Beinen. Bei missglückten Akrobatikversuchen drohen sogar ausgekugelte Gelenke und Wirbelsäulenverletzungen, berichten die Orthopäden und Unfallchirurgen Andreas Toepfer und Primoz Potocnik aus ihrem beruflichen Alltag . Weil sie selbst Väter Trampolin-begeisterter Kinder sind, kennen sie sich mit den typischen Fallstricken beim Springen gut aus und haben 7 nützliche Tipps, die das Trampolinspringen zu einem sicheren Vergnügen machen:

  1. Ein Sicherheitsnetz ist obligat! Damit es wirklich sichert, muss es regelmäßig auf seine Funktionstüchtigkeit geprüft und bei Rissen ausgetauscht werden.
  2. Die Federelemente und der Rahmen des Trampolins müssen bedeckt sein, und die Bedeckung darf nicht verrutschen. Ein Fehltritt zwischen die Federn oder ein Sturz auf einen unbedeckten Rahmen kann größere Verletzungen hervorrufen. Besser als Stahlfedern sind stabile Gummiseilaufhängungen.
  3. Immer nur ein Kind aufs Trampolin! Sonst ist die Gefahr der Kollision zu groß. Besonders gefährlich ist es, wenn zwei verschieden schwere Kinder gleichzeitig hüpfen. Durch einen Katapulteffekt kommt es für den leichteren Hüpfer schnell zu Verletzungen.
  4. Babys und Kleinkinder dürfen noch nicht auf das Trampolin, denn sie haben noch keine ausreichend ausgeprägte Nacken- und Rumpfmuskulatur. Wann ein Kleinkind hüpfen darf, hängt vom körperlich en Entwicklungszustand ab. In der Regel ist ein Kind ab dem späten Kindergartenalter bzw. ab der Einschulung reif genug. Im Zweifel fragt man den Kinderarzt.
  5. Ohne Aufsicht darf nicht gesprungen werden. Die schwersten Unfälle ereignen sich, wenn keine Aufsichtsperson dabei ist.
  6. Vor allem beim missglückten Versuch eines Saltos entstehen häufig schwere Verletzungen. Kunststücke müssen deshalb unter professioneller Aufsicht geübt werden, z. B. im Turnverein. Saltos lassen sich gut im Schwimmbad beim Sprung vom Sprungbrett probieren, auch Bungee-Trampoline mit Sicherheitsgurt sind praktisch zum Üben akrobatischer Kunstsprünge.
  7. Nichts und niemand darf sich unterm Trampolin aufhalten. Und auch auf dem Trampolin hat Nichts außer dem Springer etwas zu suchen – weder Bälle, noch Spielzeug und natürlich auch keine Haustiere.

Quelle: MMW

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Ramona Heim/Shutterstock.com

Gesundheitsgefahr durch "kalten Rauch"

Unsichtbare Tabak-Rückstände

Rauchen schadet der Gesundheit – das weiß mittlerweile jedes Kind. Doch auch wenn die Zigarette längst ausgedrückt ist, bleibt die Gefahr bestehen. Nikotin und Schadstoffe lagern sich nämlich auf Möbeln, Kleidern und Händen ab und werden so zur unsichtbaren Gesundheitsgefahr.

Kalter Rauch - was ist das?

Rauchen verursacht Lungenkrebs, Herz-Kreislauferkrankungen und viele weitere Leiden. Nicht nur der Raucher ist von den Folgen betroffen, sondern auch Nicht-Raucher, die die Giftstoffe beim „Passivrauchen“ einatmen. Was viele nicht wissen: Auch auf Kleidung, Möbeln, Teppichen und Tapeten finden sich Rückstände aus Zigarettenqualm - der sogenannte „kalte Rauch“. Er lässt sich selbst in Räumen finden, in denen nie geraucht wurde. Nikotin und krebserzeugende Stoffe lagern sich nämlich unbemerkt während des Rauchens auf den Händen ab und werden danach durch Berührungen verteilt.

Tabakrückstände schwer zu entfernen

Die kleinen Partikel werden über Monate oder sogar Jahre wieder an die Raumluft abgegeben. Personen, die sich in den Räumen aufhalten, nehmen sie dann über die Lunge, Haut oder Mund wieder auf. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, die beim Spielen viele Dinge in den Mund nehmen. Der „kalte Rauch“ ist dabei nicht ungefährlich, denn er enthält – wie sichtbarer Rauch auch – viele krebserzeugende Stoffe.

Wie werden die Rückstände vermieden?

Hat sich der Rauch einmal abgelagert, ist er sehr schwer zu entfernen. Lüften, Saugen und selbst Schrubben beseitigen die kleinen Partikel nicht. Auch die beste Klimaanlage entfernt nur den Geruch des Rauches, nicht aber den „kalten Rauch“. Für die eigene Gesundheit und die der anderen ist es natürlich am besten, das Rauchen ganz aufzugeben. Wer trotzdem raucht, aber seine Mitmenschen schützen möchte, dem helfen diese Tipps:

  • Wer die Ablagerung in der Wohnung oder im Auto verhindern will, muss zum Rauchen konsequent nach draußen gehen. Auch das Rauchen bei geöffnetem Fenster verhindert oft nicht, das ein Teil des Rauches in dem Raum gelangt.

  • Nach der Raucherpause empfiehlt es sich, noch 10 Minuten im Freien zu warten, sodass ein großer Teil der belasteten Luft aus Lunge und Kleidung sich verflüchtigen kann.

  • Vor dem Spielen oder Kuscheln mit Kleinkindern sollte am besten gar nicht geraucht werden, da diese besonders gefährdet sind. Im Ausnahmefall hilft es auch, sich gründlich die Hände zu waschen und die Kleidung zu wechseln.

  • Ehemalige Raucherwohnung am besten renovieren und alte Teppiche und Tapeten entfernen.

Quelle: PTA heute (8), 2020

| Von: Marie Schläfer Bildrechte:Focus and Blur/Shutterstock.com

Höhere Sterberate bei dicken Kindern

Körperliche und psychische Folgen

Wer seit seinen Kindertagen zu dick ist, entwickelt später ernsthafte Folgeerkrankungen wie Gicht und Diabetes. Doch nicht nur das: Stark übergewichtige Kinder haben schon als junge Erwachsene ein deutlich erhöhtes Risiko, durch Selbstmord oder eine Krankheit zu Tode zu kommen.

Pfunde schon ab 20 Jahren riskant

Starkes Übergewicht (Adipositas) begünstigt Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Arthrose, Fettstoffwechselstörungen und verschiedene Krebsformen. Je früher der Körper mit den zusätzlichen Pfunden und den damit verbundenen Stoffwechselstörungen zu kämpfen hat, desto früher wird es kritisch. So verwundert es auch nicht, dass bei Menschen, die seit ihrer Kindheit stark übergewichtig sind, das Sterberisiko im mittleren Lebensalter erhöht ist.

Doch offenbar wird starkes kindliches Übergewicht schon viel früher gefährlich, wie eine schwedische Arbeitsgruppe herausgefunden hat. Sie verglich die Daten von über 7000 jungen Erwachsenen, die im Alter von 3 bis 18 Jahren in ein Adipositas-Register aufgenommen worden waren, mit knapp 35000 normalgewichtigen Kontrollen.

Doppelt so viele Selbstmorde

Insgesamt wurden 104 Todesfälle registriert, das Durchschnittsalter der Verstorbenen betrug 22 Jahre. Dabei waren in der Gruppe der seit Kindheit stark übergewichtigen Menschen deutlich mehr Personen verstorben als in der Gruppe der Normalgewichtigen. Haupttodesursache in beiden Gruppen waren Selbstmord und Selbstverletzungen, bei den zum Tode führenden Erkrankungen handelte es sich vor allem um Krebs und Infektionen.

Selbstmord und Selbstverletzungen traten bei den Übergewichtigen doppelt so häufig auf, und auch bei Krebs und Infektionen hatten sie eine vierfach höhere Todesrate als die Menschen ohne Gewichtsprobleme. Bei mehr als jedem viertem der seit Kindheit übergewichtigen Verstorbenen war die Adipositas Grund oder zumindest beteiligter Faktor für den Tod, berechnen die Autoren.

Körperliche und psychische Ursachen

Die Ursache für diese frühe erhöhte Sterberate ist unklar, die Studienautoren gehen davon aus, dass körperliche und psychische Faktoren eine Rolle spielen. So sei starkes Übergewicht schon bei Kindern mit fatalen Folgen wie Fettleber, Insulinresistenz und systemischen Entzündungsprozessen, aber auch Diskriminierungen, Hänseleien und Depressionen verbunden. Folgestudien sollen klären, ob eine erfolgreiche Adipositastherapie das frühe Sterberisiko reduzieren kann.

Quelle: Springer Medizin

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:kwanchai.c/Shutterstock.com

Badespaß trotz Corona?

SARS-CoV2 in Luft und Wasser

Der Sommer ist in Sicht und mit den Temperaturen steigt auch die Lust, im Schwimmbad oder Baggersee ins kühle Nass zu tauchen. Doch wie sieht es damit aus in Zeiten der Corona-Pandemie: Kann man sich das Virus womöglich beim Schwimmen einfangen?

Verdünnungsfaktor und Chlor gegen Viren

Das Wasser selbst ist in den allermeisten Fällen keine Gefahr in puncto SARS-CoV2-Infektion, berichten Experten vom Bundesumweltamt. Auch die WHO hat bisher noch keine Hinweise darauf, dass eine Ansteckung mit Covid-19 beim Baden wahrscheinlich ist. Zur Sicherheit haben sich Bundesumweltbeamte trotzdem mit dem Risiko durch Badeaktivitäten beschäftigt. Je nach Badeort bewerten sie die Infektionsgefahr beim Schwimmen folgendermaßen:

  • Unbedenklich ist das Baden und Schwimmen in größeren Naturgewässern wie im Meer oder in Badeseen. Grund dafür ist die Verdünnung durch die enormen Wassermengen. Zudem tragen steigende Wassertemperaturen und die vermehrte UV-Bestrahlung durch die Sonne zur Inaktivierung eventuell eingebrachter Viren bei.
  • Grünes Licht geben die Experten auch für das Schwimmen in den Becken konventioneller Hallen- und Freibäder — sobald deren Besuch wieder erlaubt ist. Denn dort wird das Badewasser ständig aufbereitet und filtriert, besonders das dem Wasser zugefügte desinfizierende Chlor macht den meisten Viren und Bakterien schnell den Garaus. Vor allem behüllte Viren wie SARS-CoV-2 werden durch Desinfektionsmittel zuverlässig inaktiviert und haben laut Bundesamt keine relevante Chance, sich über das Wasser zu verbreiten.
  • Nicht ganz so einfach ist es mit Schwimm- und Badeteichen, in denen das Wasser nicht desinfiziert, sondern biologisch aufbereitet wird. Durch die mangelnde Desinfektion können Viren länger überleben, es geht von diesen Gewässern daher ein gewisses theoretisches Infektionsrisiko aus. Auch in nicht aufbereitetem Abwasser ist das Coronavirus nachweisbar. Ob diese geringen Mengen ausreichen, um sich anzustecken, ist jedoch noch nicht geklärt. Bisher wurde weltweit noch keine über Wasser übertragene Infektion nachgewiesen.

Abstand halten bleibt oberstes Gebot

Von Meerwasser, Badewasser und gechlortem Schwimmbadwasser droht offenbar keine Corona-Gefahr. Ganz anders sieht es mit den Menschen in diesen sommerlichen Vergnügungsstätten aus: Liegen die Freibad- oder Baggerseebesucher hier dicht an dicht auf ihren Handtüchern, ist das Infektionsrisiko natürlich genauso groß wie im Supermarktgedrängel. Deshalb gelten am Meer, im Schwimmbad oder am Baggersee die gleichen Abstandsregeln — und zwar sowohl im Wasser als auch an Land.

Quelle: Bundesumweltamt

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:YanLev/Shutterstock.com
Fehlende oder nicht mehr passende Sehhilfen können zu Kopfschmerzen führen. Dann kann ein Augenarzt die Sehhilfe neu anpassen.

Im Alter den Durchblick behalten

Wenn die Alterssichtigkeit einsetzt

Manche bemerken schon mit 40 Jahren, dass das Lesen schwierig wird, bei anderen geht es erst ein paar Jahre später los. Die Alterssichtigkeit trifft früher oder später fast jeden. Warum spätestens jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, den Augenarzt aufzusuchen.

Elastizität der Augenlinse geht verloren

Kleine Schrift lässt sich plötzlich nicht mehr entziffern. Erst wenn man den Text etwas weiter von den Augen entfernt hält, erscheinen die Buchstaben klarer. Der Grund für diese Probleme ist eine einsetzende Alterssichtigkeit, bedingt durch die normale Alterung des Auges. In der Jugend ist die Linse des Auges weich und elastisch, sodass das Auge sich an unterschiedliche Sehentfernungen anpassen kann. Beim Blick in die Ferne ist sie flach, beim Blick auf ein Objekt in unmittelbarer Nähe wölbt sie sich stärker. Diese Fähigkeit, Augenärzte sprechen von der Akkommodation, geht nach und nach verloren. Die Linse wird immer steifer und die für die Nahsicht notwendige Anpassung funktioniert nicht mehr.

Drogeriemarktbrille nur vorübergehend geeignet

Viele Menschen behelfen sich zunächst mit einer einfachen Lesehilfe, die es im Super- oder Drogeriemarkt zu kaufen gibt. Der Augenarzt Christian Theinert vom Pressereferat des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) erklärt, dass diese Lesehilfen in der Regel allenfalls für eine kurze Lesedauer und vorübergehend geeignet sind: „Auf Dauer ist eine fachgerecht angepasste Lesebrille besser geeignet, die die individuellen Besonderheiten wie beispielsweise eine Verkrümmung der Hornhaut (Astigmatismus) oder den Pupillenabstand berücksichtigt.“

Früherkennung des Grünen Stars

Wenn die Alterssichtigkeit (Presbyopie) einsetzt, ist es sinnvoll, zunächst eine Augenarztpraxis aufzusuchen. Denn bei einer fachärztlichen Untersuchung lässt sich abklären, ob die Augen abgesehen von der Alterssichtigkeit gesund sind. Einige Augenerkrankungen treten mit zunehmendem Alter häufiger auf, beispielsweise das Glaukom (Grüner Star), bei dem ganz allmählich der Sehnerv abstirbt. Diese Krankheit verläuft lange ohne Beschwerden und verursacht keine Schmerzen. Um auf einen Grünen Star aufmerksam zu werden, empfehlen Augenärzte ab dem Alter von 40 Jahren eine Früherkennungsuntersuchung. So lässt sich die Erkrankung behandeln, bevor das Sehvermögen bedroht ist.

Quelle: BVA

| Von: Sandra Göbel/BVA Bildrechte:Syda Productions/Shutterstock.com
Flieder und Maiglöckchen sind Frühlingsboten mit intensivem Duft.

Asthma durch Balkonpflanzen

Düfte lösen Beschwerden aus

Blühende Balkonpflanzen mit starkem Duft lösen bei empfindlichen Menschen Beschwerden der Atemwege aus. Bei der Auswahl der Pflanzen sind einige Vorsichtsmaßnahmen angebracht.

Beim Pflanzenkauf auf den Duft achten

Einige Pflanzen lösen vor allem bei Asthmatikern und Menschen mit empfindlichen Atemwegen Überempfindlichkeitsreaktionen aus – besonders, wenn sie stark duften. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) weist Betroffene darauf hin, dass sie immer abklären sollten, ob sie den Duft vertragen, wann und wie lange die Pflanze blüht und an welcher Stelle sie später wächst. Besondere Vorsicht ist bei stark duftenden Pflanzen in Innenräumen oder vor einem geöffneten Fenster geboten. Bei Asthmapatienten ist es möglich, dass stark konzentrierte Düfte einen Asthmaanfall auslösen.

Duftrezeptoren in der Lunge

In früheren Studien entdeckten Forscher zwei verschiedene Empfängermoleküle (Rezeptoren) in den Muskelzellen der Lunge, die den Luftstrom in den Lungenbronchien verändern: Fruchtiger Bananen- und Aprikosenduft erweiterte die Lungenkanälchen und blumig-öliger Geruch von Maiglöckchen verengte sie. Die Bindung der Duftmoleküle an die Rezeptoren löste die Bronchienreaktion aus.

Quelle: Lungenärzte im Netz

Weiterführende Informationen und Tipps zur allergenarmen Garten- und Balkonbegrünung vom DAAB.

| Von: Simone Lang Bildrechte:Africa Studio/Shutterstock.com

Kleine Wunden sicher versorgen

Geschnitten oder geschürft?

Beim Gemüseschneiden den Finger erwischt, beim Schreibtischaufräumen am Papier geschnitten oder auf der Treppe gestolpert und das Knie aufgeschürft: Kleine Schnitt- oder Schürfwunden sind im Alltag häufig. Zum Glück kommt der Körper mit kleinen Wunden meist selbst gut zurecht. Lesen Sie in unserem Ratgeber, wie man die Haut mit Pflaster, Desinfektionsmittel & Co. bei der Wundheilung unterstützt und was es mit den modernen hydroaktiven Wundauflagen aus der Apotheke auf sich hat.

Lieber doch zum Arzt?

Kleine Schnitt- und Schürwunden sind in der Regel kein Fall für den Arzt – sie lassen sich mit den üblichen Utensilien aus der Hausapotheke meist selbst gut behandeln. In manchen Fällen jedoch sollte man lieber die Finger von der Wunde lassen, diese lediglich mit einer Kompresse steril bedecken und ärztlich Rat einholen, z.B. bei

  • Tiefen und ausgedehnten Wunden
  • Andauernder, nicht stillbarer Blutung
  • Klaffenden Wundrändern
  • Fremdkörpern in der Wunde
  • Gestörter Sensibilität und /oder Bewegung (Verdacht auf Verletzung von Sehnen, Muskeln, Nerven).

Hinweis: Denken Sie auch bei kleinen Verletzungen an Ihren Tetanusschutz! Liegt die letzte Auffrischung über 10 Jahre zurück, suchen Sie Ihren Arzt auf und lassen Sie sich zur Sicherheit erneut impfen.

Das macht der Körper

Wird gesunde Haut verletzt, muss der Organismus die Wunde wieder verschließen. Je nachdem, wie tief der Schaden ist, heilt die Wunde mit oder ohne Narbe ab. Ist nur die Epidermis betroffen und die Basalschicht, also die unterste der insgesamt 5 Epidermisschichten, unversehrt, produzieren die dort ansässigen Basalzellen neue Hautzellen, die den Defekt von unten nach oben auffüllen. Bei dieser Art der Wundheilung („epitheliale Wundheilung“) entstehen keine Narben.

Reicht der Defekt über die Epidermis bis in die darunter liegende Lederhaut hinein, bildet sich statt richtigen Hautzellen eine bindegewebige Ersatzschicht und es entsteht eine mehr oder weniger große Narbe. Diese Art der Wundheilung („reparative Wundheilung“) läuft in 3 Heilungsphasen ab:

  • In der etwa 3 Tage dauernden Reinigungsphase werden Keime, Fremdkörper und Zelltrümmer aus der Wunde ausgeschwemmt und treten mit Plasma und Abwehrzellen als Wundsekret an die Oberfläche.
  • In der Proliferations- oder Granulationsphase füllt der Organismus den entstandenen Defekt wieder auf. Dafür wandern ab dem 4. Tag nach Verletzung Bindegewebszellen in die Wunde ein und bilden mit Kollagenfasern neues Gewebe. Außerdem sprießen kleine Gefäße ein, die über das Blut Sauerstoff und Nährstoffe an den Ort des Geschehens bringen. Diese Vorgänge laufen besonders gut in einem feuchten Milieu ab. Trocknet die Wunde aus und bildet sich Schorf, ist das heilende Zellwachstum gehemmt.
  • Zwischen dem 5. und 10. Tag nach Verletzung beginnt die Epithelisierungsphase, in der von den unverletzten Rändern der Wunde Epithelzellen in die Wunde einwandern und eine neue „Haut“ auf der Oberfläche bilden. Parallel dazu produzieren die darunter liegenden Bindegewebszellen weiter Kollagen, um die Wunde als Narbe zu verfestigen.

Was die Heilung stört

Bei glatten, dicht aneinander liegenden Wundrändern ist die Narbe oft kaum zu erkennen. Sind die Wunden größer oder liegen Wundheilungsstörungen vor, entsteht oft ausgedehntes Narbengewebe. Gestört wird das Heilen einer Wunde durch

  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, chronisch venöse Insuffizienz oder Durchblutungsstörung wie die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Infektionen der Wunde, eingedrungene Fremdkörper
  • Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen (z. B. bei Krebserkrankungen oder Infektionskrankheiten)
  • Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem schwächen, etwa Kortison oder Zytostatika (Krebsmedikamente).

Hinweis: Suchen Sie bei zu langsamer Heilung oder beim geringsten Zeichen einer Infektion der Wunde (Rötung, Schmerzen, Schwellung) zur Sicherheit Ihren Arzt auf. Das gilt besonders, wenn Sie an oben genannten Stoffwechselerkrankungen leiden oder ein geschwächtes Immunsystem haben.

Reinigen ist das A und O

Je sauberer eine Wunde ist, desto schneller und ungestörter kann sie verheilen und desto besser ist das kosmetische Endergebnis. Deshalb müssen sowohl Schnitt- als auch Schürfwunden gereinigt werden. Bei Schnittwunden unterstützt schon das Ausbluten die Wundreinigung, bei Schürfwunden haften dagegen meist kleine Partikel in der Wunde. Die beste Form der Reinigung ist das Ausspülen der Wunde mit steriler physiologischer Kochsalzlösung. Hier ist wichtig zu wissen, dass die Kochsalzlösung nach Anbruch des Behälters nicht mehr steril ist und die Reste deshalb entsorgt werden müssen. Alternative ist steriles Kochsalzlösungsspray, das bei korrekter Verwendung bis Ablauf des Verfalldatums haltbar ist (zum Beispiel Urgo® steriles Kochsalzlösungsspray). Auch fertige Wundspüllösungen sind in der Apotheke erhältlich, zum Beispiel Prontosan® Wound Spray oder Hansaplast® Wundspray antiseptische Wundreinigung, die beide zusätzlich antiseptische, also die Keimbelastung reduzierende Eigenschaften haben.

Bei akuten Verletzungen ist die ideale Wundspüllösung jedoch nicht immer zur Hand. In solchen Fällen darf auch fließendes, klares, handwarmes Leitungswasser in Trinkwasserqualität zum Säubern einer Wunde verwendet werden. Um keine Keime aus der Rohrleitung in die Wunde zu spülen, sollte das Wasser erst 20 bis 30 Sekunden aus der Leitung fließen, bevor man die Wunde darunter hält. Kleine Steinchen oder Glassplitter, die sich durch das Spülen nicht lösen, lassen sich vorsichtig mit einer sauberen Pinzette entfernen. Bei größeren oder tiefsitzenden Fremdkörpern ist jedoch der Arzt zuständig.

Hinweis: Auch wenn es ein beruhigendes Ritual bei kleinen Kindern ist: Pusten Sie nicht auf die Wunde! Damit bringen Sie nur Keime aus Ihrem Atem und Speichel in die Wunde und riskieren, dass diese sich entzündet. Zum noch besseren Schutz vor Keimen ist es außerdem sinnvoll, vor der Wundversorgung die eigenen Hände mit einem Hand-Desinfektionsmittel zu desinfizieren.

Desinfizieren – aber richtig

Nach dem Reinigen der Wunde sollte diese auch desinfiziert werden. Als Desinfektionsmittel erster Wahl bieten sich für die Selbstversorgung die farblosen Wirkstoffe Octenidin (zum Beispiel Octenisept® Wund-Desinfektion Spray oder Octenilin® Wundgel) und Polihexanid (zum Beispiel Hansaplast® Wundspray oder Hemo Sept Wundspray) an. Beide Wirkstoffe wirken gegen Bakterien und Pilze, Octenidin hat zusätzlich eine (begrenzte) Wirkung gegen Viren. Polihexanid fördert zudem die Wundheilung. Auch Tyrothricin wirkt antibakteriell, es ist vor allem für kleine, oberflächliche Wunden geeignet (zum Beispiel Tyrosur®Wundgel). Desinfektionsmittel sollen gleichmäßig und gründlich auf die gesamte Wunde aufgetragen werden und vor dem Abdecken mit einem Pflaster oder einer Kompresse mindestens 60 Sekunden lang einwirken.

Hinweis: Obsolet ist die Behandlung von Wunden mit Wasserstoffperoxid, Chlorhexidin, Iodoform, Gentianaviolett und Borsäure. Diese Mittel töten zwar Erreger ab, hemmen aber die Wundheilung.

Wundabdeckung: Trocken, feucht oder gesprüht?

Um optimal heilen zu können, benötigt eine Wunde Schutz vor weiterer mechanischer Beeinträchtigung und Krankheitserregern. Für diese „Wundruhe“ sorgen Wundauflagen oder -verbände, die die Wunde abdecken und in trockener oder feuchter Form in zahlreichen Varianten zur Verfügung stehen.

Trockene Wundabdeckung. Pflaster sind sogenannte Wundschnellverbände, die sich vor allem für Schnittwunden und kleine Schürfwunden eignen. Es gibt sie in vielen Varianten und Formen: steril und unsteril, wasserdicht, besonders hautfreundlich oder besonders klebeintensiv. Für Fingerkuppen eignen sich schmetterlingsförmige Pflaster (zum Beispiel DracoPlast® waterproof Fingerkuppenpflaster oder Gothaplast® Fingerkuppenpflaster), für Verletzungen an den Fingern Spezialpflaster mit einer deutlichen längeren Klebefläche auf einer Seite der Wundauflage (zum Beispiel Curaplast® Fingerverband sensitiv oder DracoPlast® Fingerstrips elastic).

Speziell für Schnittwunden wurden die als Klammerpflaster bezeichneten Wundverschlussstreifen entwickelt (zum Beispiel Dermaplast® Medical Schnitt- und Platzwunden oder GoTa-Por® Wundnahtstreifen). Sie werden folgendermaßen verwendet:

  • Wunde reinigen
  • Blutung mit steriler Kompresse stillen
  • Haut um die Wunde trocknen
  • Wundrand vorsichtig zusammendrücken
  • Einen oder mehrere Streifen quer zur Wunde aufkleben Wundauflage aufbringen und befestigen.

Weitere trockene Wundauflagen sind Kompressen, die mit einer Mullbinde fixiert werden. Sie sollten steril sein, um die Wunde nicht unnötig mit Keimen zu belasten. Kompressen bestehen aus Verbandmull (zum Beispiel Gazin® oder DracoFix®) oder Vlies mit Zellstoffkern (zum Beispiel Zetuvit® oder Zemuko®) und müssen mit einer Fixierbinde befestigt werden. Zur Erstversorgung eignen sich Verbandpäckchen, bei denen die Wundauflage schon an der Mullbinde angebracht ist.

Feuchte Wundversorgung. Vor allem bei größeren oder nässenden Schürfwunden ist eine feuchte, wasserregulierende (sogenannte hydroaktive) Wundauflage hilfreich. Die in diesen Wundauflagen verwendeten Substanzen (Hydrogele, Alginate, Hydrokolloide) bilden ein Gel, das je nach Zusammensetzung Wundsekrete aufsaugt und für ein feuchtes Wundklima sorgt. Letzteres verbessert die Heilung und bewirkt, dass auch die Immunzellen in der Wunde gut arbeiten können. Vorteil der feuchten Wundauflage ist zudem, dass sie nicht mit der Wunde verklebt. Somit ist der Verbandswechsel nicht nur schmerzfrei, beim Abziehen der Auflage wird das neu gebildete Gewebe auch nicht wieder zerstört. Zur Selbstmedikation stehen feuchte Wundauflagen mit Hydrogelen, Hydrokolloiden oder Polyurethan-Gel in Pflasterform zur Verfügung.

  • Hydrogele wie zum Beispiel GoTac® HydroGel Pflaster oder Ratioline® Protect Gelpflaster eignen sich vor allem für trockene Wunden, da sie sehr viel Feuchtigkeit spenden, aber wenig Sekret aufnehmen können. Sie haben einen Kleberand und müssen faltenfrei aufgeklebt werden.
  • Polyurethan-Gel wie zum Beispiels Hansaplast ® Sschnelle Heilung erzeugen ein feuchtes Milieu und sind für wenig nässende Wunden geeignet.
  • Hydrokolloide spenden Flüssigkeit und saugen Sekrete auf, sie eignen sich deshalb sowohl für trockene als auch für nässende Wunden. Beispiele sind Blasen-, Hornhaut- und Herpespflaster sowie Dermaplast® Medical Schürfwunden für Schürfwunden. Hydrokolloidgele bilden mit dem Wundsekret ein gelbliches Sekret, das ähnlich wie Eiter aussieht und riecht, aber kein Eiter ist.

Sprühpflaster. Für kleine, oberflächliche Schnitt- und Schürfwunden, die nicht bluten oder nässen, ist ein Sprühpflaster gut geeignet. (zum Beispiel Flint® Sprühpflaster oder Urgo® Sprühpflaster). Sie sorgen für einen wasserfesten, flexiblen und atmungsaktiven Schutzfilm, der sich nach Tagen von selbst auflöst und nicht entfernt werden muss. Nachteil des Sprühpflasters ist, das es keinen mechanischen Schutz durch Polsterung vermittelt - Vorteil, dass man auch schwer zugängliche Stellen gut erreicht. 

Und was ist mit Silber?

Silber wirkt antibakteriell, weshalb es in der klinischen Versorgung komplizierter Wunden häufig angewendet wird. Inzwischen gibt es auch für die Selbstmedikation Wundauflagen mit Silberionen (zum Beispiel Hansaplast® MED Sensitive Pflaster). Im Falle einer infizierten Wunde sollte Experten zufolge aber nicht einfach ein Silber-Pflaster aufgeklebt, sondern die Wunde unbedingt von einem Arzt begutachtet werden. Der kann dann entscheiden, ob eine Wundauflage mit Silber-Ionen zu empfehlen ist. Bei einfachen Bagatellverletzungen reicht in der Regel eine normale Wunddesinfektion und eine der oben genannten trockenen oder feuchten Wundauflagen aus.

Quelle: Karin Krämer, DAZ 2018, Nr. 40, S. 36;

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:A3pfamily/Shutterstock.com

Waldbaden als Therapie

Vor allem die Psyche profitiert

Wir merken es instinktiv, wenn wir einen Wald betreten: Wir werden entspannter und gelassener. Wälder fördern nachweislich unsere Gesundheit. Doch wodurch kommen diese Wirkungen zu Stande, und wer profitiert davon?

Ein Hort der Ruhe und der Eindrücke

Für uns Menschen ist es wichtig, dass unsere Sinne umfassend angesprochen werden. Genau das bietet der Wald: Wir riechen die Tannennadeln, das Holz, die Erde. Wir spüren die wohltemperierte Luftfeuchtigkeit. Wir lauschen dem Vogelgesang, dem Rascheln der Blätter und dem Rauschen des Windes. Wir sehen viel Grün, das Licht ist angenehm gedämmt und blendet nicht. Wer will, kann die Baumrinde und die frische Erde ertasten und von Waldbeeren naschen. Der Wald ist eine urvertraute Umgebung. Das entspannt und aktiviert den Teil des Nervensystems, der für Erholung zuständig ist: den Parasympathikus.

Balsam für die Seele

Lärm und laute Geräusche, die die Gesundheit negativ beeinflussen, existierten im Wald nicht. Dadurch sinken die Stresshormone im Blut, Entspannung setzt ein. Am stärksten wirkt sich der Wald auf die Psyche aus. Das seelische Wohlbefinden, die Stimmung und die Schlafqualität steigen, Angstgefühle werden weniger. Diese Wirkung ist umso stärker, je größer die seelische Belastung ist. Eine Rolle spielt dabei auch die Farbe Grün, die eine beruhigende Wirkung hat. Und allein die Tatsache, dass man im Wald meistens zu Fuß unterwegs ist, wirkt sich positiv aus. Viel Bewegung senkt den Blutzucker und den Blutdruck. Einen großen Einfluss hat auch die Waldluft. Die Bäume filtern einen Großteil der Staubteilchen aus der Luft und reinigen sie. Botenstoffe, mit denen die Pflanzen im Wald untereinander kommunizieren, gelangen in die Nase. Diese sogenannten Terpene stärken das Immunsystem.

In Japan und Südkorea anerkannt

Regelmäßige Besuche im Wald tun also jedem gut. Wer nicht in Waldesnähe wohnt oder zeitlich sehr eingespannt ist, kann dennoch davon profitieren. Bereits ein einmaliger Waldspaziergang für 30 Minuten vermindert die Stresshormone im Blut und steigert das Wohlbefinden. In Japan und Südkorea sind die positiven Wirkungen des „Waldbadens“ übrigens schon lange bekannt. Die Waldtherapie ist in diesen Ländern seit Jahrzehnten eine anerkannte medizinische Behandlungsmethode. Als erstes Bundesland hat dies auch Mecklenburg-Vorpommern erkannt. Dort sind Kur- und Heilwälder im Waldgesetz festgeschrieben. Zwei Kurwälder sind schon entstanden, weitere in Planung.

Quelle: Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung der Ludwig-Maximilian-Universität München

| Von: Dr. med. Tobias Höflein Bildrechte:dugdax/Shutterstock.com

Impfmythen: Was wirklich stimmt

Infos für verunsicherte Eltern

Ob Masern, Röteln oder FSME — Impfgegner wettern immer wieder gegen die empfohlenen Schutzimpfungen. Doch ihre „Fakten“ entpuppen sich beim näheren Hinsehen meist als Falschinformationen. Mit diesen Argumenten klärt ein Kinderarzt verunsicherte Eltern auf.

Verzerrte Studien, blankes Unwissen

Impfen ist ein wichtiges Instrument gegen viele Infektionskrankheiten und hat große Erfolge aufzuweisen. Die meisten Eltern folgen den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und der Ständigen Impfkommission STIKO. Doch in den Medien werden die Impfgegner immer lauter. Der Kinderarzt Martin Schwenger hat die häufigsten Fakenews zusammengestellt und sie entkräftet.

  1. Ungeimpfte Kinder sind weniger krank. Diese Information geistert seit 2017 durch das Internet. Sie beruht auf einer Studie, die erhebliche Mängel aufweist und bei der ausschließlich Eltern von Kindern befragt wurden, deren Kinder zu Hause unterrichtet wurden. Kurz nach Veröffentlichung wurde die Studie zurückgezogen, trotzdem gehörte sie 2017 zu den am häufigsten geklickten Falschmeldungen im Internet.
  2. Impfen überfordert das Immunsystem des Kindes. Die für eine nötige Grundimmunisierung angegebene Menge beträgt etwa 123 bis 126 Antigene. Experten haben berechnet, dass bei gleichzeitiger Gabe aller 11 zur Grundimmunisierung erforderlichen Impfungen etwa 0,1 % des Immunsystems beschäftigt wäre. Von einer Überforderung des kindlichen Immunsystems gehen die Ärzte deshalb nicht aus.
  3. Für den Injektionsschmerz ist das Kind noch zu klein. Natürlich tut der Piks weh, und die meisten Kinder weinen danach. Ohne Zweifel ist das Impfen eine Körperverletzung und sollte wohl bedacht sein. Diese wird jedoch relativiert durch das Leid eines Kindes, das beispielsweise aufgrund einer Pneumokokkeninfektion intensivmedizinisch betreut werden muss.
  4. Die Impfung gegen Tetanus reicht aus, die ist am wichtigsten. Die Tetanusimpfung ist lebenswichtig – und zeigt Erfolg: Von 2006 bis 2015 wurden in Deutschland nur 5 Patienten unter 15 Jahren wegen einer Tetanusinfektion stationär behandelt. Doch viele andere durch Impfen vermeidbare Infektionen sind weitaus häufiger. Zum Vergleich: Vor der Pneumokokkenimpfung erkrankten jährlich fast 20 von 100 000 Kindern unter 2 Jahren an einer gefährlichen Pneumokokkeninfektion. Seit Einführung der Impfung konnte diese Anzahl um 60% gesenkt werden.
  5. Ein Baby braucht keine Hepatitis B-Impfung. Die B-Hepatitis wird vor allem durch Sex und Blut übertragen. Deshalb sehen viele Eltern keinen Sinn darin, einen Säugling dagegen zu impfen. Doch treten rund 30 bis 40% der Neuinfektionen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf. Ein Baby vorausschauend gegen Hepatitis B zu impfen ist einfacher, als einen pubertierenden Teenager zur Impfung zu überreden — oder gar die Kontrolle über sein Sexleben zu haben. Außerdem erspart man seinem Kind 3 zusätzliche Spritzen, wenn man die Hepatitis-B-Impfung als Kombiimpfung im Säuglingsalter mit verabreichen lässt.
  6. Impfen fördert den plötzlichen Kindstod. Der plötzliche Kindstod ist in den Industrieländern die häufigste Todesursache von Säuglingen. Weil die Grundimmunisierung im gleichen Zeitraum stattfindet, führen Impfgegner immer wieder Impfungen als Auslöser des plötzlichen Kindstodes an. Für einen solchen Zusammenhang gibt es jedoch keinerlei wissenschaftliche Belege. Im Gegenteil: Eine Metaanalyse konnte zeigen, dass das Risiko bei geimpften Kindern sogar geringer ist als bei ungeimpften Kindern.

Quelle: Springer Medizin

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Grillen ist im Sommer besonders mit Freunden sehr beliebt.

Grillparty ohne Brandblasen

Richtiger Umgang mit Verbrennungen

Besonders beim Grillen besteht die Gefahr von Brandverletzungen. Der Bayerische Apothekerverband e. V. gibt Tipps, wie Verbrennungen richtig behandelt und Unfälle am Grill vermieden werden.

Erste Hilfe: Kühlen unter fließendem Wasser

Bei Brandverletzungen muss zuerst eine weitere Schädigung der Haut gestoppt und der Brand gelöscht werden. Der Vorsitzende des Bayerischen Apothekerverbandes e. V. Hans-Peter Hubmann rät: „Danach sollten Sie die betroffenen Stellen kühlen. Dazu verwenden Sie am besten nicht zu kaltes Wasser. Vom Gebrauch von Eiswasser oder Kühlakkus rate ich dringend ab. Sie würden das Gewebe noch mehr schädigen. Halten Sie die betroffenen Körperteile unter fließendes Wasser, bis der Schmerz nachlässt, mindestens jedoch 15 Minuten.“

Nach dem Kühlen wird die Brandwunde am besten mit einer sterilen Kompresse abgedeckt, um einer Infektion vorzubeugen. Kompressen, die mit einer Metallschicht bedampft sind, eignen sich besonders gut, da sie kaum mit der Wunde verkleben.

Kleinere Brandwunden selbst behandeln, Hausmittel sind tabu

Eine leichte Verbrennung, bei der die Verletzung nicht großflächig und die Haut nur gerötet ist, lässt sich zuhause in Eigenregie weiter versorgen: Brand- oder Wundgele desinfizieren und haben einen kühlenden Effekt. Hausmittel wie Mehl, Butter oder Zahnpaste gehören laut Hubmann nicht auf Brandwunden. Der Apotheker erklärt: „Sie verkleben die Wunde und sind nur schwer zu entfernen, wenn diese vom Arzt versorgt werden muss“.

Bei Verbrennungen, die größer sind als die Handfläche des Patienten, rät Hubmann dringend zu einer Versorgung durch den Rettungsdienst. Das gelte auch, wenn der Patient starke Schmerzen oder Schwindelanfälle hat. Er hebt hervor: „Verbrennungen bei Säuglingen und Kindern müssen in jedem Fall von einem Arzt behandelt werden, weil der Verbrennungsbereich im Verhältnis zur kleinen Körpergröße immer relativ groß ist.“

Tipps für unfallfreies Grillen

  • Beim Grill auf einen sicheren und windgeschützten Stand achten.

  • Nur feste Grillanzünder aus dem Fachhandel verwenden.

  • Keine brennbaren Flüssigkeiten wie Benzin, Diesel oder Spiritus einsetzen.

  • Am Grill mit langer Grillzange und Schutzhandschuhen arbeiten.

  • Für den Notfall immer einen Eimer Sand oder Wasser zum Löschen in der Nähe des Grills bereithalten.

  • Kinder gut beaufsichtigen und einen Sicherheitsabstand zum Grill einhalten.

Quelle: Bayerischer Apothekerverband e. V.

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Lebensmittel richtig kühlen

Lagern von Grillfleisch & Co.

Bakterien lieben Wärme. Grillfleisch, Salatsoßen und Eis sollten deshalb immer gut gekühlt werden. Wie Lebensmittel bei Sommerhitze „cool“ bleiben. 

Bei Hitze Kühlschrank auf 2 Grad einstellen

Schon nach 20 Minuten ohne Kühlung kann sich aus empfindlichen Lebensmitteln wie Fleisch die Anzahl an E.-coli-Bakterien verdoppeln. Auch Salmonellen vermehren sich bei Hitze besonders gut. Um einer durchschlagenden Wirkung des Grillfests vorzubeugen, darf die Kühlkette deshalb nicht unterbrochen werden. Das gilt besonders für tiefgekühlte Produkte. Ist zum Beispiel Eis nach dem Transport schon angetaut und an den Rändern bereits flüssig, darf es nicht mehr eingefroren werden. Zu groß ist das Risiko, dass sich bereits gesundheitsschädliche Keime gebildet haben.
Bei Hitze sollte man immer mit einer Kühl- oder Isoliertasche einkaufen, empfiehlt Melanie Bauermann, Lebensmittelexpertin bei TÜV Rheinland. Haben es die Lebensmittel kühl bis nach Hause geschafft, ziehen Sie am besten sofort in den Kühl- oder Gefrierschrank um. In Hitzephasen ist es ratsam, den Kühlschrank auf etwa 2 Grad Celsius einzustellen, um eine ausreichende Kühlung zu gewährleisten. Zudem gehören dann auch Lebensmittel in den Kühlschrank, die dort sonst nicht aufbewahrt werden müssen, zum Beispiel angebrochene Grill-Saucenflaschen, Marmeladen und Säfte. Prinzipiell gilt: Auf der Glasplatte im Kühlschrank ist es am kältesten, und daher ist diese der beste Ort für Fleischwaren, Fisch und Käse.

Grillen und Picknick am besten mit Kühlbox

Steht vor dem Grillfest eine längere Fahrt an, eignen sich Kühlboxen für den Lebensmitteltransport. Gut platziert sind sie im Fußraum hinter den Vordersitzen oder im Kofferraum. Sie werden mit Akkus oder Strom gekühlt. Die klassische Kühlbox, bestückt mit zwei Kühlakkus, ist ideal für zwei- bis vierstündige Ausflüge. Für längere Touren empfehlen sich Boxen mit Stromanschluss und eigenem Kühlaggregat. Sie lassen sich entweder über den Zigarettenanzünder an die 12-Volt-Autobatterie oder per Netzstecker an das 230-Volt-Stromnetz anschließen. Billig sind sie nicht, doch dafür halten sie den Imbiss frisch solange der Strom fließt. Wird der Stromfluss unterbrochen, helfen auch hier Kühlakkus, die gewünschte Temperatur noch eine Zeit lang zu halten.
Aber Achtung: Bei längeren Standzeiten ist darauf zu achten, dass die Kühlbox die Autobatterie nicht vollkommen entleert. Hier schafft ein Batterieschutz Abhilfe, der in manchen Boxen fest eingebaut ist oder als Zubehörteil zwischen Batterie und Box geschaltet wird. Er stoppt die Stromzufuhr zum mobilen Kühlschrank rechtzeitig: So lässt sich das Auto starten und die Reise kann weitergehen.

Quelle: TÜV Rheinland

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Tipps für die richtige Mundpflege

Warum Zahnstein so gefährlich ist

Ob Mundgeruch, Zahnfleischbluten oder sogar Zahnverlust – oft ist Zahnstein der Ausgangspunkt für Zahn- oder Zahnfleischerkrankungen. Doch wie lässt sich seine Entstehung verhindern?

Es beginnt mit dem Zahnstein

Mikroskopisch klein, aber entscheidend für die Zahngesundheit: Das Bakterium Streptococcus mutans ist einer der Hauptakteure, wenn es um die Entstehung von Zahnstein geht. Zusammen mit einigen anderen Bakterien besiedelt es den Speichelfilm auf und um die Zähne. Diese Bakterien ernähren sich vor allem von Zuckern. Je mehr sie davon vorfinden, umso schneller wachsen sie. Dabei bilden sie eine zusammenhängende Schicht, die sogenannte Plaque. Nach vier Tagen – vorausgesetzt sie wird nicht entfernt – lagert sich in diese Plaque Kalzium aus dem Speichel ein, sodass diese immer härter wird. Der Zahnbelag wird zum Zahnstein.

Die Folgen des Zahnsteins

Für das Überleben der Bakterien ist nun entscheidend, wo sie sich befinden: Im und unter dem Zahnstein haben sie durch die Verkalkungen kaum Überlebenschancen. Die raue Oberfläche auf dem Zahnstein hingegen begünstigt die Ansiedlung. Die Folgen sind Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und – im fortgeschrittenen Stadium – Parondontitis. Typische Beschwerden sind hier ein entzündetes, angeschwollenes Zahnfleisch, das sich auch zurückbilden kann. Die Folge sind Zahnfleischbluten, Mundgeruch, eine verstärkte Schmerzempfindlichkeit sowie Zahnverlust.

Die Zahnbürste – das wichtigste Mittel gegen Zahnstein

Gegen Zahnstein hilft nur regelmäßiges Putzen – und zwar am besten nach folgendem Schema:

  • Vor dem Frühstück: Putzen mit Fluorid-Zahnpasta

  • 10 Minuten nach den Mahlzeiten: Reinigen ohne Zahnpasta bzw. mit der Munddusche. Wichtig ist hier, auch wirklich zehn Minuten zu warten. Denn durch saure Bestandteile des Essens wird der pH-Wert saurer. Dadurch ist der Zahnschmelz weicher als sonst und Inhaltsstoffe der Zahnpasta können diesen beschädigen.

  • Vor dem Schlafengehen: Putzen mit Fluorid-Zahnpasta


Harte, mittelweiche oder weiche Borsten

Der Druck der Zahnbürste beim Putzen sollte nie zu hoch sein. Denn wer zu viel Kraft beim Putzen aufwendet, schädigt seine Zähne. Bürsten mit harten Borsten kratzen den Zahnschmelz auf und sollten daher nicht verwendet werden. Besser sind mittelweiche oder – bei sehr empfindlichen Zähnen – weiche Borsten. Sind diese vorne abgerundet, verletzen sie weder den Zahn noch das Zahnfleisch. Konkret heißt dies: Lieber Kunststoffborsten als Naturborsten verwenden! Zudem entfernen angewinkelte Borsten mehr Zahnbelag, wenn diese flach oder unterschiedlich hoch sind.

Zahnbürsten mit rundem Kopf putzen besser

Enge Stellen und Ecken lassen sich mit Kurzkopfbürsten oder mit konischen Bürstenköpfe besser säubern, da sie überall gut hinkommen – auch an die Rückseite des hintersten Backenzahns. Nach etwa drei Monaten verlieren die Borsten jedoch ihre Form. Die Folge ist ein schlechteres Putzergebnis sowie ein höheres Verletzungsrisiko des Zahnfleisches. Dann ist es höchste Zeit, für eine neue Zahnbürste. 

Quelle: Pharmazeutische Zeitung, PTA Forum

| Von: Dr. Silke Kerscher-Hack Bildrechte:Alliance Images/Shutterstock.com

So zerrt Corona an den Nerven

Umfrage zu psychischen Folgen

Kontaktsperren, Kurzarbeit und Kindergeschrei im Homeoffice: Das Leben unter Corona-Einschränkungen ist für viele nicht leicht. Wie sehr der Lockdown tatsächlich auf des Deutschen Stimmung schlägt hat nun eine Umfrage der Medizinischen Hochschule Hannover ermittelt.

Seelische Gesundheit angeknackst

Vor den psychischen Folgen von Kontaktsperren und Ausgangsbeschränkungen haben Experten schon zu Beginn des Lockdowns gewarnt. Zu Recht, wie die ersten Ergebnisse einer aktuellen Studie des Zentrums für Seelische Gesundheit der Medizinischen Hochschule Hannover zeigen. Von den 3545 im Zeitraum der schärfsten Lockdown-Maßnahmen (1. bis 15. April) befragten Teilnehmern gaben zwar 60% an, sehr gut oder gut mit der neuen Situation umgehen zu können. Knapp 27 % von ihnen kamen jedoch nur schlecht oder sogar sehr schlecht mit den gebotenen Verhaltensregeln und Maßnahmen klar.

Fast jeder Dritte aggressiver

Insgesamt stiegen Depressionen und Angstgefühle, wobei Frauen davon stärker betroffen waren als Männer. 45,3 % der Befragten gaben an, schlechter zu schlafen. Jeder Zweite fühlte sich reizbarer, und 29 % sogar aggressiver und wütender als in normalen Zeiten.

Von den Menschen, die aggressiver waren, richtete etwa ein Drittel diese Wut gegen sich selbst, 2 Drittel gegen andere. Dazu passt, dass 5 % der Teilnehmer von häuslicher Gewalt in den vergangenen 4 Wochen berichteten. In den allermeisten Fällen handelte es sich dabei um verbale Gewalt (98,5 %), 41,9 % der Befragten erlebten zudem noch körperliche und 30,2 % sexuelle Gewalt.

Teilnehmer für Studie gesucht

Wie sich die Corona-Einschränkungen langfristig auf die seelische Gesundheit auswirken, soll nun eine Folge-Befragung klären. Unter dem Link COVID-19 Umfrage Deutschland: Seelische Gesundheit in Krisenzeiten laden die Hannoveraner Wissenschaftler Interessierten zum Mitmachen ein.

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Sharomka/Shutterstock.com

Joggen und Radeln ohne Corona-Gefahr

So viel Abstand muss sein

Wandern, Joggen und Radfahren sind zum Glück auch in Coronazeiten erlaubt. Doch was ist zu beachten, damit man sich im Windschatten eines womöglich infizierten Vordermannes keine SARS-CoV2-Viren einfängt?

Wenn Tröpfchen in Schwung geraten

Abstand halten und die gefürchtete Ansteckung mit SARS-CoV2 vermeiden – das ist in der derzeitigen Pandemie oberstes Gebot. In Geschäften, bei der Arbeit oder bei windstillem Wetter im Freien reichen 2 Meter aus, um sich vor einer Tröpfcheninfektion zu schützen.

Doch wenn sich Menschen wie in Bewegung setzen, bekommen auch ihre ausgeatmeten oder ausgestoßenen Tröpfchen mehr Schwung: Niest oder hustet ein Wanderer, Jogger oder Radfahrer, reißt der Luftstrom die versprühten Partikel mit sich und es bildet sich hinter dem Sportler eine Partikelwolke. Wer dicht dahinter läuft oder fährt, droht direkt in diese Wolke einzutauchen und sich dort eine Portion Viren einzufangen.

Bis zu 20 m Abstand nötig

Wie viel Abstand erforderlich ist, um einer solchen Partikelwolke auszuweichen, haben Experten für Aerodynamik von der Universität Eindhoven anhand von Messdaten und einer Computersimulation analysiert. Sie empfehlen folgende Abstände zum Vordermann:

  • 4 bis 5 m beim Wandern
  • 10 m beim Joggen oder langsamen Radfahren
  • 20 m beim flotten Radfahren.

Versetzt fahren, weiträumig überholen

Außerdem ist es ideal, wenn jeder Sportler in seiner eigenen Linie sportelt, also beim Radfahren oder Joggen weiter rechts oder links als der Vordermann fährt oder läuft. Beim Überholen raten die Aerodynamikexperten, möglichst frühzeitig auf eine versetzte Spur zu wechseln und einen großen Bogen um den langsameren Mitsportler zu machen.

Quelle: Springer Medizin

| Von: Dr. med. Sonja Kempinski Bildrechte:Syda Productions/Shutterstock.com

Giftige Blätter, Blüten und Beeren

Vergiftungsgefahren für Kinder

Der Sommer ist eine besonders verlockende Zeit für Kinder, die Natur zu entdecken. Doch auf Spielplätzen, in Parks oder im Garten können giftige Gefahren lauern.

Im Zweifel bei Giftnotrufzentralen erkundigen

„Vor allem Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren erkunden ihre Umwelt, indem sie vieles in den Mund stecken. Da sie in diesem Alter aber noch nicht zwischen Essen und Giftstoffen unterscheiden können, ist ihr Entdeckergeist nicht immer ungefährlich“, warnt Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer. Die gute Nachricht für besorgte Eltern: Giftige Beeren sind oft nicht besonders schmackhaft, daher essen Kinder meist nur wenige.

Bei einer leichteren Vergiftung drohen Magen-Darm-Beschwerden oder Schleimhautreizungen. Bei bestimmten Blüten oder Beeren können die Folgen jedoch weitreichender sein. „Besonders giftig ist der Eisenhut, der mit seiner helmförmigen und meist blauen Blüte die Neugier wecken kann. Das starke Gift sitzt bei ihm in allen Pflanzenteilen, schon wenige Gramm können Herzrhythmusstörungen und Lähmungserscheinungen hervorrufen und tödlich sein“, erklärt die Apothekerin Günther. Reich an Gift sind auch Tollkirschen oder Stechapfel. Bei den Giftnotrufzentralen erhalten besorgte Eltern telefonische Auskunft, ob die Pflanzen ungenießbar, giftig oder sogar lebensgefährlich sind. Hilfreich für die Mediziner sind Angaben zu Alter und Körpergewicht des Kindes, eingenommene Menge der fraglichen Substanz, möglichst mit Beschreibung oder sogar genauer Bezeichnung.

Erste Hilfe im Notfall

Hat ein Kind etwas vermeintlich Giftiges zu sich genommen, muss festgestellt werden, was und wie viel es verschluckt hat. Eventuelle Reste müssen aus dem Mund entfernt werden. Wichtig ist, das Kind nicht zum Erbrechen zu zwingen, weil schädliche Substanzen dadurch in die Lunge gelangen können. Besser ist es, dem Kind zu trinken zu geben, um das Gift zu verdünnen. „Entgegen weit verbreiteter Meinung sollten Eltern auf keinen Fall Milch zum Trinken geben, denn diese kann die Aufnahme von Giftstoffen noch beschleunigen. Besser geeignet sind Tee oder stilles Wasser in kleinen Schlucken“, rät Günther. Leidet das Kind unter Atemnot, Schockzeichen oder Bewusstlosigkeit, sofort den Notarzt rufen! Darüber hinaus empfiehlt es sich, Pflanzen- oder Giftreste sicherzustellen und ins Krankenhaus mitzunehmen.

Verzeichnis der Giftnotrufzentralen in Deutschland: www.kinderaerzte-im-netz.de/erste-hilfe/giftnotruf/

Quelle: Barmer

| Von: Sandra Göbel Bildrechte:NadyaEugene/Shutterstock.com
Sport ist gesund und schult das Bewusstsein für die eigenen Grenzen.

Schmerzmittel im Freizeitsport

Risiken kaum bekannt

Die Einnahme von verschreibungsfreien Schmerzmitteln kann zu Überlastung und gefährlichen Spätfolgen führen. Doch kaum einem Sportler sind die Risiken bewusst.

Jede Tablette erhöht Gesundheitsrisiko

Die Zeit der Stadtläufe und Marathons beginnt und viele Laiensportler bereiten sich intensiv auf ihren Start vor. Dabei wird die Einnahme von Analgetika (Schmerzmittel) – entweder vorbeugend oder gegen bestehende Schmerzen –  immer populärer. Die Sportler versprechen sich dadurch, besser durch einen Wettkampf zu kommen und einen Rennabbruch zu vermeiden. Eine Umfrage unter 4000 Marathonteilnehmern in Bonn ergab, dass jeder Zweite vor dem Lauf ein Analgetikum eingenommen hatte und jeder Zehnte schon unter Ibuprofen oder Diclofenac trainiert hatte.

Die Gefahren dieser Medikamenteneinnahme waren 90 Prozent nicht klar. Die Risiken überwiegen den vermeintlichen Nutzen, warnt die Apothekerkammer Niedersachsen. Nach Einnahme des scheinbar harmlosen Wirkstoffes ASS gab es bei Läufern bereits schwere Herzereignisse wie Infarkte. Schmerzmittel beeinträchtigen die Barrierefunktion des Darmes gegen eindringende Bakterien und Gifte und wirken sich negativ auf die Durchblutung der Niere aus. Kombiniert mit einem Wasser- und Elektrolytmangel, wie sie bei Läufern häufig auftreten, kann es zu Nierenschäden und Blutverlusten im Darm kommen.

Apotheker sind gefragt: individuelle Beratung erforderlich

Läufer, die trotz Beschwerden starten möchten, sollten sich in ihrer Apotheke beraten lassen. Wadenkrämpfe reduzieren sich durch die Einnahme von Magnesium und lokal wirkende Salben verringern Gelenk- und Muskelschmerzen. Soll ein Schmerzmittel eingesetzt werden, wird der Apotheker auf die gesundheitlichen Risiken hinweisen und klären, ob der Wirkstoff bis Rennbeginn wieder abgebaut ist. Bei chronischen Schmerzen ist der Besuch bei einem Arzt dringend anzuraten.

Quelle: Apothekerkammer Niedersachsen

| Von: Simone Lang Bildrechte:Izf/Shutterstock.com

Welche Sonnencreme ist die richtige?

Auf diese Angaben kommt es an

Wer unbeschwert die ersten Sonnenstrahlen genießen möchte, sollte dabei an den passenden Sonnenschutz denken. Die vielen Angaben auf der Flasche helfen dabei, das richtige Produkt für den individuellen Hauttyp zu finden. Aber auf was kommt es denn nun an?

Ausgangswert Eigenschutzzeit

Ganz schutzlos ist die Haut der Sonnenstrahlung nicht ausgeliefert: Die Haut verfügt dafür über natürliche Mechanismen, wie etwa die Einlagerung von Pigmenten („braun werden“), die je nach Hauttyp unterschiedlich ausgeprägt sind. Sie sind die Grundlage für die individuelle Eigenschutzzeit, die aussagt, wie lange man sich ohne Schutz der Sonne aussetzen kann. Während die Eigenschutzzeit bei sehr hellen Hauttypen bereits nach 10 Minuten endet, beträgt sie bei dunklen Hauttypen bis zu 45 Minuten. Wer länger in der Sonne bleiben will, benötigt Sonnencreme, um sich zu schützen.

Von Lichtschutzfaktoren und Schutzklassen

Bei der Auswahl des passenden Sonnenschutzes helfen die unterschiedlichen Angaben auf der Verpackung:

Der Lichtschutzfaktor, kurz LSF, ist die prominenteste Zahl auf der Flasche. Er ist ein Maß dafür, wie stark ein Produkt die Haut vor Sonnenbrand schützt, genauer, um welchen Faktor das betreffende Produkt die Eigenschutzzeit der Haut verlängert. Lichtschutzfaktor mal Eigenschutzzeit ergibt dann die Zeit, die man sich in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren. Als Rechenbeispiel: Wer sehr helle Haut hat, verlängert seine Schutzzeit durch eine Sonnencreme mit LSF 6 gerade mal auf sechzig Minuten. Eine Sonnencreme mit höherem LSF ist dann sicher sinnvoller.

Relativ neu ist die Angabe der Schutzklasse. Sie soll die etwas unhandlichen Zahlen des Lichtschutzfaktors griffiger gestalten. Dafür wurden die Lichtschutzfaktoren von 6 bis 50+ in vier Kategorien eingeteilt, aus denen sich der Grad der Schutzwirkung (von niedrig bis sehr hoch) auf einen Blick erkennen lässt:

  • Als niedrig gekennzeichnet werden schwächsten heute erhältlichen Produkte mit LSF 6 bis 10. Sie eignen sich nur für wenig sonnenempfindliche Typen oder einen kurzen Aufenthalt in der Sonne.

  • Die Schutzklasse mittel gibt schon etwas länger Schutz, sie beinhaltet LSF von 15 bis 25.

  • Mit hoch sind die meisten Mitteleuropäer gut bedient, in diese Schutzklasse werden Produkte mit LSF 30 bis 50 eingeordnet.

  • Sehr hoch bezeichnet den stärksten Sonnenschutz mit einem LSF über 50, dieser eignet sich besonders für Kinder und sehr hellhäutige Personen.

Noch mehr Angaben

Sonnenbrand entsteht vorwiegend durch die UV-B-Strahlung der Sonne. Allerdings kann auch die langwellige UV-A-Strahlung Schäden in der Haut verursachen. Erreicht der Schutz gegen UV-A-Strahlung eines Sonnenschutzmittels, wie empfohlen, ein  Drittel seiner UV-B-Schutzwirkung, so darf es sich noch mit einem zusätzlichen Symbol schmücken, den Buchstaben UVA in einem schwarzen Kreis.
Weitere Kriterien sind etwa eine wie erhöhte Wasserfestigkeit oder besonders gute Hautverträglichkeit.

Für alle Produkte gilt: Die versprochene Wirkung wird nur erreicht, wenn die Cremes und Sprays richtig aufgetragen werden. Wichtig ist, beim Eincremen nicht zu sparen und regelmäßig nachzucremen. Außerdem sollte der Sonnenschutz eine halbe Stunde vor Beginn des Sonnenbaden aufgetragen werden, damit er Zeit hat, seine Wirkung zu entfalten.

Quelle: PTA heute 06/2020

| Von: Christine Sladky Bildrechte:AePatt Journey/Shutterstock.com

Übergewicht macht Covid-19 riskanter

Mehr Patienten intensivpflichtig

Nicht nur Alter, Herz- oder Lungenerkrankungen machen eine Covid-19-Erkrankung besonders gefährlich. Es mehren sich die Hinweise, dass bei Menschen unter 60 Jahren starkes Übergewicht ein Risikofaktor ist für einen schweren Verlauf ist.

Risiko für Klinikeinweisung verdoppelt

Dass stark Übergewichtige schwerer mit dem neuen Coronavirus zu kämpfen haben als Normalgewichtige zeigen Daten aus Amerika – einem Land, in dem immerhin knapp 40% der Menschen einen Body Mass Index (BMI) > 30 kg/m2 aufweisen und deshalb laut WHO als fettsüchtig, d.h. adipös gelten (zum Vergleich: In Deutschland hat etwa Viertel der Bevölkerung einen BMI > 30).

Bei der Analyse der Covid-19-Daten fanden die Forscher heraus, dass in der Gruppe der unter-60-jährigen adipöse Menschen mit SARS-CoV2-Infektion ein doppelt so hohes Risiko für eine Klinikeinweisung hatten wie Normalgewichtige. Das Risiko, intensivpflichtig zu werden, war ebenfalls signifikant erhöht.

Je höher der BMI, desto schwerer der Verlauf

Adipositas erhöht damit das Risiko für schwere Covid-19-Verläufe, allerdings nur bei Patienten unter 60 Jahren. Diese Ergebnisse werden von anderen Untersuchern unterstrichen: Auch in Frankreich mussten fettleibige Covid-19-Patienten besonders oft auf der Intensivstation versorgt werden, und der Verlauf der Erkrankung war umso schwerer, je höher der BMI war. Außerdem waren auch hier viele der Patienten jung und die Fettleibigkeit der einzige Risikofaktor.

Als Ursache für die schweren Verläufe bei adipösen Covid-19-Patienten vermuten die Autoren eine verstärkte Entzündungsreaktion, die womöglich die Verteilung des Sauerstoffs durch das Blut erschwert. Das wäre auch eine Erklärung dafür, warum die künstliche Beatmung bei schwer adipösen Covid-19-Patienten häufiger erforderlich und oft weniger erfolgreich ist als bei normalgewichtigen.

Präventionsmaßnahmen für Übergewichtige besonders wichtig

Fazit aus diesen Ergebnissen: Menschen mit einem BMI > 30 sollten eine Ansteckung mit SARS-CoV2 unbedingt vermeiden und sich deshalb strikt an die Präventionsmaßnahmen halten. Übergewichtige, die sich mit SARS-CoV2 infiziert haben, müssen zudem besonders engmaschig auf eine Verschlechterung ihres Zustands kontrolliert werden, um eine rechtzeitige Einweisung in die Klinik sicherzustellen.

Quelle: DGK

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Covid-19-Gefahr für Hund und Katz?

2 Katzen positiv getestet

Zwei Hauskatzen sind in New York unabhängig voneinander mit SARS-CoV2 infiziert worden, beide haben Atembeschwerden entwickelt. Müssen sich in Zeiten von Corona Herrchen und Frauchen auch Sorgen um ihre tierischen Mitbewohner machen?

Keine Gefahr für den Menschen

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Hunde und Katzen gelten in puncto SARS-CoV2 weiterhin weder als Gefahr für den Menschen noch selbst als ernsthaft bedroht. Zwar können sich Katzen chinesischen Studien zufolge mit SARS-CoV2 anstecken und Atembeschwerden entwickeln, schwere Lungenentzündungen wurden bei ihnen bisher jedoch nicht beobachtet. Auch ist es unwahrscheinlich, dass infizierte Katzen ihren Menschen anstecken, betont Tierarzt Achim Gruber, Leiter des Instituts für Tierpathologie der FU Berlin. Hunde können sich laut jetzigem Wissenstand gar nicht infizieren, für sie gebe es deshalb komplette Entwarnung.

In New York sieht man den SARS-CoV2-Nachweis bei den beiden Hauskatzen ebenfalls gelassen. Experten zufolge gibt es keine Beweise, dass Katzen eine Rolle bei der Verbreitung des neuen Coronavirus spielen. Maßnahmen gegen Haustiere sind also weiterhin nicht geplant.

Hygienemaßnahmen konsequent einhalten

Trotzdem sollen Tierhalter die allgemeinen Hygienemaßnahmen konsequent einhalten. Sinnvoll sei es auch, so Gruber, als SARS-CoV2-Ausscheider seine Katze nicht direkt anzuhusten oder anzuniesen. Wer möchte, kann auch seine Familienangehörigen bitten, zum Schutz des Haustieres auf Abstand zu bleiben. Freigänger jetzt nicht mehr aus dem Haus zu lassen, sei aber überflüssig und schädlich für die Tiere.

Löwen und Tiger infiziert

Insgesamt ist das Wissen über Haustierinfektionen noch lückenhaft, berichtet Gruber. Er hofft, im Sommer mehr Daten über SARS-Cov2-Infektionen bei Katze und Hund zu bekommen. Was Zootiere betrifft, gibt es jetzt schon Spannendes aus den USA zu berichten: In einem New Yorker Zoo wurde vor zwei Wochen zunächst eine malayische Tigerkatze positiv getestet, danach hat sich das neue Coronavirus auch unter Löwen und Tigern breit gemacht. Acht Großkatzen seien insgesamt betroffen, nach anfänglichem Husten bei einigen Tieren gehe es jedoch allen gut, berichtet der leitende Tierarzt des Zoos. Überträger des Virus soll ein infizierter, aber beschwerdefreier Tierpfleger gewesen sein.

Quelle: Ärzteblatt

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Die richtige Sonnenbrille

Schutz oder nur Modeaccessoire?

Mit Sommerbeginn suchen viele nach einer modischen Sonnenbrille für das perfekte Outfit. Doch eine gute Sonnenbrille ist weit mehr als nur ein Modeaccessoire: Sie schützt die Augen und vermindert das Risiko für bestimmte Augenerkrankungen.

Augen vor UV-Strahlung schützen

Hitzewellen und Sonnenstunden bringen neben Sommergefühlen auch Gefahren mit sich: Die Sonnenstrahlung erhöht nicht nur das Hautkrebs-Risiko, sie begünstigt auch Augenerkrankungen wie den grauen Star oder die Makuladegeneration. Andreas Stahl, Experte der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) rät daher, die Augen mit einer Sonnenbrille mit ausreichend hohem UV-Filter zu schützen: „Eine gute Brille sollte die kurzwellige UV-Strahlung bis zu 400 Nanometer fast vollständig absorbieren.“

Auf „CE-Zeichen“ achten

Was viele nicht wissen: Der Blendenschutz, also die Tönung der Sonnenbrille hat mit dem UV-Schutz nichts zu tun. Klarheit bringt das „CE-Zeichen“ und das Kennzeichen „UV-Schutz 400“. Das "CE-Zeichen" sagt aus, dass die Sonnenbrille den EU-Vorgaben entspricht und UV-Schutz für Licht bis zu einer Wellenlänge von 380 Nanometer bietet – ein Prüfsiegel dafür gibt es allerdings nicht.
Experten raten daher die Sonnenbrille in einem Fachgeschäft zu kaufen, denn Billiggläser ohne UV-Schutz können das Auge sogar schädigen: Durch die dunklen Gläser öffnen sich die Pupillen weiter als ohne Sonnenbrille – und mehr UV-Strahlen dringen bis zur Netzhaut durch.
Außerdem kann das Design der Brille den Schutz optimieren: Eine große Brille mit breiten Bügeln lässt auch seitlich oder von oben nur wenige Sonnenstrahlen durch. Autofahrer sollten zudem auf die Farbe der Gläser achten. Gelbe, orange und rote Gläser verfälschen die Farben von Ampeln und Verkehrszeichen und sind für das Autofahren ungeeignet.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

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